Hauptmenü öffnen

Naturkundemuseum Leipzig

städtisches Regionalmuseum
Naturkundemuseum Leipzig

Das Naturkundemuseum Leipzig ist ein städtisches Museum in Leipzig mit geologisch-paläontologischen, botanischen, zoologischen und archäologischen Sammlungen.

Inhaltsverzeichnis

SammlungenBearbeiten

Berühmt sind die von der Universität Leipzig übernommenen Dermoplastiken von Herman H. ter Meer (1871–1934), dem Begründer der modernen Präparationstechnik.[1] Das Naturkundemuseum Leipzig besitzt mit 232 Dermopräparaten sowie 67 Kleinplastiken von H. H. ter Meer die weltweit größte zusammenhängende Kollektion seiner Arbeiten. Die ter Meer'schen Präparate haben internationale Bedeutung und finden nicht nur bei Experten besondere Beachtung.

Von besonderer wissenschaftshistorischer Bedeutung sind die Exponate der Valdivia-Expedition, der ersten deutschen Tiefseeexpedition (1898–1899), die unter dem Leipziger Zoologie Professor Carl Chun ebenfalls in Leipzig ihren Ausgangspunkt hatte.

Eine weitere Besonderheit der Sammlung stellen die einzig verbliebenen fossilen Knochenreste (Unterkiefer, Vorder- und Hinterfuß) des „Mammuts von Borna“ dar, welches von 1909 bis 1943 eine der Hauptattraktionen in der Prähistorischen Abteilung des Museums für Völkerkunde zu Leipzig (Grassi-Museum) war, bevor es in der Bombennacht vom 4. Dezember 1943 und damit einhergehender Zerstörung des Museums mit zum Opfer gefallen ist.

Die drei herausragenden Säulen der Sammlung sollten auch die zentralen Themenfelder des neuen Naturkundemuseums darstellen, welches bis 2020 in die Halle 7 auf dem Gelände der Leipziger Baumwollspinnerei umziehen sollte[2]. Diese Planung wurde allerdings 2018 aus Kostengründen wegen statischer Probleme gestoppt[3]. Eine neue Entscheidung über den zukünftigen Standort des Museums wird für Ende 2019 erwartet[4].

Derzeit präsentiert das Naturkundemuseum Leipzig in der Dauerausstellung auf 800 m² vor allem regionale Exponate sowie bedeutende Großpräparate der ter Meer Sammlung aber auch wichtige archäologische und geologisch-paläontologische Funde der Region. Daneben werden regelmäßig Sonderausstellungen gezeigt. Die jährlichen Besucherzahlen konnten trotz der beschränkten Zugänglichkeit in den letzten Jahren kontinuierlich, von gut 25.000 im Jahre 2013, auf aktuell über 45.000 Besucher gesteigert werden.

Nachdem die Stadt Leipzig die Dauerausstellung im November 2011 wegen ungenügenden Brandschutzes geschlossen und nur den Sonderausstellungsbereich im Erdgeschoss zugänglich gelassen hatte,[5] ist das Haus inzwischen wieder für Besucher zugänglich.

GeschichteBearbeiten

Das Naturkundemuseum Leipzig wurde am 3. März 1906 von Mitgliedern der „Naturwissenschaftlichen Vereinigung des Leipziger Lehrervereins“ gegründet und bezog am 5. Juni 1912 als „Naturkundliches Heimatmuseum“ das zuvor der „Dauernden Gewerbeausstellung“ dienende Gebäude am Tröndlinring. 1923 wurde die Sammlung in das 1875/76 nach Plänen von August Friedrich Viehweger errichtete Gebäude der II. Höheren Bürgerschule am Goerdelerring verlegt. Seit 1930 wird es von der Stadt Leipzig getragen, der heutige Name wird seit 1987 geführt. Heute arbeitet das Museum auch mit Vereinen wie dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) zusammen.[6] Direktor des Museums ist seit dem 1. Dezember 2016 der Paläobiologe Ronny Maik Leder.[7]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Biografie: Hermanus Hendrikus ter Meer
  2. Mathias Orbeck: Naturkundemuseum in die Spinnerei. lvz.de, 2. Dezember 2015, abgerufen am 28. Oktober 2016
  3. MDR: Naturkundemuseum Leipzig soll doch nicht in die Baumwollspinnerei. In: www.mdr.de. Abgerufen am 10. Mai 2019.
  4. LVZ: Standortdebatte zum Naturkundemuseum Leipzig. In: www.lvz.de. Abgerufen am 10. Mai 2019.
  5. LVZ-Online am 22. November 2011
  6. Beleg auf der Seite des Museums, abgerufen am 16. März 2017
  7. Mathias Orbeck:[1] lvz.de, 26. Oktober 2016, abgerufen am 19. Februar 2018

Koordinaten: 51° 20′ 41,7″ N, 12° 22′ 15,1″ O