Natters

Gemeinde in Österreich

Natters ist eine Gemeinde in Tirol (Österreich) mit 2087 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021). Der Ort gehört zum Bezirk Innsbruck-Land und zum Gerichtsbezirk Innsbruck.

Natters
Wappen Österreichkarte
Wappen von Natters
Natters (Österreich)
Natters
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Innsbruck-Land
Kfz-Kennzeichen: IL
Fläche: 7,32 km²
Koordinaten: 47° 14′ N, 11° 22′ OKoordinaten: 47° 14′ 2″ N, 11° 22′ 25″ O
Höhe: 783 m ü. A.
Einwohner: 2.087 (1. Jän. 2021)
Postleitzahl: 6161
Vorwahl: 0512
Gemeindekennziffer: 7 03 32
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Innsbrucker Straße 4
6161 Natters
Website: www.natters.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Karl-Heinz Prinz (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(15 Mitglieder)

3 Wir Natterer,
3 Team Bürgermeister Dr. Moisi,
3 Dorfliste,
2 Bürgerliste,
1 AAB - Gemeinsam für Natters,
1 Die Grünen Natters

Lage von Natters im Bezirk Innsbruck-Land
AbsamAldransAmpassAxamsBaumkirchenBirgitzEllbögenFlaurlingFritzensFulpmesGnadenwaldGötzensGries am BrennerGries im SellrainGrinzensGschnitzHall in TirolHattingInzingKematenInnsbruckKolsassKolsassbergLansLeutaschMatrei am BrennerMiedersMilsMühlbachlMuttersNattersNavisNeustift im StubaitalOberhofen im InntalObernberg am BrennerOberperfussPatschPettnauPfaffenhofenPfonsPolling in TirolRanggenReith bei SeefeldRinnRumSt. Sigmund im SellrainScharnitzSchmirnSchönberg im StubaitalSeefeldSellrainSistransSteinach am BrennerTelfes im StubaiTelfsThaurTrinsTulfesUnterperfussValsVölsVoldersWattenbergWattensWildermiemingZirlTirolLage der Gemeinde Natters im Bezirk Innsbruck-Land (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Natters von Norden, dahinter Mutters
Natters von Norden, dahinter Mutters
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Natters von Osten

GeografieBearbeiten

Natters liegt auf einer Mittelgebirgsterrasse südwestlich von Innsbruck in einer Mulde. Eine Terrasse bildet eine natürliche Grenze zur südlich gelegenen Nachbargemeinde Mutters. Der dicht bebaute Dorfkern ist recht bäuerlich geprägt. Daran anschließend haben sich neue Siedlungsgebiete gebildet, aufgrund starken Bevölkerungswachstums durch die Nähe zu Innsbruck. In Natters gibt es eine Abteilung des Landeskrankenhauses Tirol, hauptsächlich für Pulmologie.

Der nahe gelegene moorhaltige Natterer See ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Er wurde wie viele Seen in der Umgebung Ende des 15. Jahrhunderts künstlich angelegt. Im Fischereibuch Kaiser Maximilian I. wurde er als „Ödenhauser Weiher“ genannt. Später ausgetrocknet, wurde er 1930 wieder angelegt und dient heute dem Badebetrieb sowie der Fischzucht.

Verkehrlich ist Natters mit Innsbruck durch die Brenner-Bundesstraße und die Stubaitalbahn verbunden.

GemeindegliederungBearbeiten

Natters besteht aus der einzigen Katastralgemeinde und Ortschaft Natters. Zur Gemeinde gehören neben dem Dorf Natters der Weiler Edenhausen, die Rotten Natterer Boden und Natterer See sowie ein Teil der Siedlung Neu-Götzens. Zudem zählen zum Gemeindegebiet das Hölltal, Sonnenburg-Brennerstraße und die Weiler Ober- und Unterplumes.

NachbargemeindenBearbeiten

Innsbruck
Götzens  
Mutters

GeschichteBearbeiten

Natters wird urkundlich erstmals 1138 im Traditionsbuch des Klosters Beyharting als „Nateres[1] sowie wenig später, in den Jahren 1148–1156, im Traditionsbuch des Klosters Weihenstephan als „Nâters“ bzw. „Natris“ erwähnt.[2] Funde aus der Bronze- und Eisenzeit zeigen eine frühe Besiedelung des Gebietes. Auch der Name weist darauf hin, dass die Gegend vor dem Eintreffen der Römer bereits bekannt war. Es liegt dem Ortsnamen der vorrömische Flurname *natra- („nass, feucht“) zugrunde, der mit altgriechisch νοτερός noteros („nass“) urverwandt ist. Dieses Feucht- oder Moorgebiet erstreckte sich vom Natterer See bis Dorf Natters.[3]

Im 6. Jahrhundert wanderten die Bajuwaren ein. Zwischen der Brennerstraße und der Sill stand die 1253 erstmals erwähnte Sonnenburg, die lange Zeit das Landgericht für das mittlere Inntal war und vom Stift Wilten abgelöst wurde. Im 16. Jahrhundert hatte Kaiser Maximilian I. eine Sommerresidenz in Natters, das heutige Gemeindeamt, auch Ansitz Waidburg genannt. 1809 war Natters Kampfgebiet bei den Tiroler Freiheitskämpfen. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Natters zum Sommerfrischeort. Einen Aufschwung erlebte die Gemeinde durch die 1904 erbaute Stubaitalbahn sowie die Olympischen Spiele von 1964 und 1976, die in der Umgebung ausgetragen wurden.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Einwohnerentwicklung von Natters

PolitikBearbeiten

Die letzten Bürgermeisterwahlen fanden gleichzeitig mit den Gemeinderatswahlen am 28. Februar 2016 statt.[4]

Karl-Heinz Prinz wurde zum Bürgermeister und Wolfgang Kofler zum Vizebürgermeister gewählt.

Partei Prozent Stimmen Sitze im Gemeinderat Koppelung
Wir Natterer 26,55 % 334 3
Team Bürgermeister Dr. Moisi 20,59 % 259 3
Dorfliste 23,21 % 292 3
Bürgerliste 14,86 % 187 2
AAB Gemeinsam für Natters 07,23 % 091 1
Die Grünen Natters 07,55 % 095 1

WappenBearbeiten

Blasonierung:

„In Blau eine strahlende goldene Sonne über einer schwarzen, im mittleren Teil turmartig erhöhten Zinnenmauer.“

Das Wappen wurde der Gemeinde Natters am 20. November 1972 verliehen. Es versinnbildlicht als redendes Wappen die ehemalige Sonnenburg, die ein bekannter und oft erwähnter Gerichtssitz war. Die Sonnenburg stand auf dem ehemaligen Sonnenburgerhügel, der im Zuge des Brennerautobahnbaues abgetragen wurde (Autobahnausfahrt Innsbruck-Süd).

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Natters – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 1: Bis zum Jahr 1140. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 305, Nr. 363.
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Bd. 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0469-8, S. 61, Nr. 446a.
  3. Peter Anreiter, Christian Chapman, Gerhard Rampl: Die Gemeindenamen Tirols: Herkunft und Bedeutung (= Veröffentlichungen des Tiroler Landesarchives). Wagner, Innsbruck 2009, ISBN 3-7030-0449-5, S. 163 ff.
  4. [1] tirol Unser Land