Natriumhexafluorosilicat

chemische Verbindung

Natriumhexafluorosilicat ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Natriumverbindungen, Hexafluorosilicate und Fluorokomplexe.

Kristallstruktur
Elementarzelle von Natriumhexafluorosilicat
__ Na+ __ Si4+ __ F
Kristallsystem

trigonal

Raumgruppe

P321 (Nr. 150)Vorlage:Raumgruppe/150

Gitterparameter

a = 885,9 pm, c = 503,8 pm, Z = 3[1]

Koordinationszahlen

[6]Si, [6]Na

Allgemeines
Name Natriumhexafluorosilicat
Andere Namen
  • Natriumsilicofluorid
  • Kieselfluornatrium
  • Natriumhexafluorosilicat
  • Natriumhexafluoridosilicat
  • Natriumfluorsilicat
Verhältnisformel Na2[SiF6]
Kurzbeschreibung

farbloser bis weißer, geruch- und geschmackloser Feststoff[2][3]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 16893-85-9
EG-Nummer 240-934-8
ECHA-InfoCard 100.037.198
PubChem 28127
Wikidata Q532908
Eigenschaften
Molare Masse 188,06 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

2,68 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

800 °C (Zersetzung)[2]

Löslichkeit
  • schwer löslich in Wasser (7,62 g·l−1 bei 20 °C)[2]
  • unlöslich in Ethanol[3]
Brechungsindex

1,312[3]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[4] ggf. erweitert[2]
06 – Giftig oder sehr giftig

Gefahr

H- und P-Sätze H: 331​‐​311​‐​301
P: 261​‐​280​‐​301+310​‐​311 [2]
Toxikologische Daten

125 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[2]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

VorkommenBearbeiten

Natriumhexafluorosilicat kommt natürlich in Form des Minerals Malladrit vor.[5]

Gewinnung und DarstellungBearbeiten

Natriumhexafluorosilicat kann durch Neutralisation von Hexafluoridokieselsäure mit Natriumhydroxid, Natriumcarbonat oder Natriumchlorid gewonnen werden.[3]

 

Es entsteht auch als Nebenerzeugnis bei der Herstellung von Superphosphaten über Siliziumfluorid.

EigenschaftenBearbeiten

Natriumhexafluorosilicat ist ein farbloser bis weißer, geruch- und geschmackloser Feststoff, welcher schwer löslich in Wasser ist. Bei Erhitzung zersetzt er sich ab etwa 800 °C zu Siliciumtetrafluorid und Natriumfluorid.[2]

Natriumhexafluorosilicat besitzt eine trigonale Kristallstruktur mit a = 885,9 pm, c = 503,8 pm, Z = 3 und der Raumgruppe P321 (Raumgruppen-Nr. 150)Vorlage:Raumgruppe/150.[1]

VerwendungBearbeiten

Natriumhexafluorosilicat wird als Geliermittel bei der Schaumgummiherstellung, als Trübungsmittel bei der Email- und Milchglasfabrikation, als Insektizid und Rodentizid und zur Herstellung von synthetischem Kryolith verwendet.[2] Es wird weiterhin bei der Herstellung von Beryllium eingesetzt: durch Rösten von Berylliumsalzen mit Natriumhexafluorosilicat bildet sich Berylliumfluorid, welches durch Reaktion mit Magnesium zu Beryllium überführt wird.[6]

ZulassungBearbeiten

In der Europäischen Union ist Natriumhexafluorosilicat nicht als Wirkstoff von Pflanzenschutzmitteln zugelassen.[7] In Deutschland, Österreich und der Schweiz sind keine Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff zugelassen.[8]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b A. Zalkin, J. D. Forrester, D. H. Templeton: The crystal structure of sodium fluorosilicate, Acta Cryst. (1964) 17, S. 1408–1412; doi:10.1107/S0365110X64003516.
  2. a b c d e f g h i Eintrag zu CAS-Nr. 16893-85-9 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 4. Februar 2012 (JavaScript erforderlich).
  3. a b c d Eintrag zu Sodium silicofluoride in der Hazardous Substances Data Bank, abgerufen am 29. Juli 2012.
  4. Eintrag zu Disodium hexafluorosilicate im Classification and Labelling Inventory der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA), abgerufen am 1. Februar 2016. Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.
  5. Mindat: Malladrite
  6. Uni-Regensburg: Erdalkalimetalle
  7. Verordnung (EG) Nr. 2076/2002 der Kommission vom 20. November 2002 ... (PDF)
  8. Generaldirektion Gesundheit und Lebensmittelsicherheit der Europäischen Kommission: EU-Pestiziddatenbank; Eintrag in den nationalen Pflanzenschutzmittelverzeichnissen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands; abgerufen am 8. März 2016.