Nathalie Arthaud

französische Politikerin

Nathalie Arthaud (* 23. Februar 1970 in Peyrins[1][2], Drôme) ist eine französische Politikerin und Gymnasiallehrerin und seit dem 9. Dezember 2008 Sprecherin (Vorsitzende) der Linkspartei Lutte Ouvrière, die den trotzkistischen Flügel des französischen Kommunismus vertritt.

Nathalie Arthaud (2017)

Arthaud war Kandidatin ihrer Partei bei den französischen Präsidentschaftswahlen 2012, 2017[3] und 2022.

LebenBearbeiten

Seit ihrer Agrégation in den Fächern Wirtschaft und Management ist Arthaud Lehrerin am Lycée „Le Corbusier“ in Aubervilliers.[4]

PolitikBearbeiten

Nathalie Arthaud übernahm das Amt der Sprecherin (Vorsitzenden) der Lutte Ouvrière (LO) nach der französischen Präsidentschaftswahl 2007, nachdem sie die Präsidentschaftskampagne ihrer Vorgängerin, Arlette Laguiller, geleitet hatte.

In der Europawahl in Frankreich 2009 führte sie die Liste ihrer Partei im französischen Süd-Ost-Wahlkreis an, in dem sie 24.727, d. h. 0,84 % der abgegebenen Wählerstimmen erhielt.[5] Bei den Regionalwahlen in der Region Rhône-Alpes 2010 führte sie die Liste der LO an und erhielt 1,42 % der abgegebenen Stimmen.[6]

Arthaud war Präsidentschaftskandidatin ihrer Partei im Jahr 2012[7] und 2017.[8] Anlässlich ihres 50. Kongresses nominierte Lutte ouvrière sie als Kandidatin für die Präsidentschaftswahl 2022.[9]

Sie ist außerdem Stadträtin für Jugendfragen in Vaulx-en-Velin[10], wo sie auf einer vom Parti communiste français (PCF) angeführten Liste für eine Bürgerinitiative und die Alternative Liste antrat und gewählt wurde.

 
Demonstration in Paris gegen die geplante Rentenreform, 24. September 2019.

Nathalie Arthaud nahm an der Anti-Macron-Demonstration „Marée populaire“ („Flutwelle des Volkes“) im Mai 2017 teil. Im folgenden Jahr sagte sie, sie sei „solidarisch mit den Forderungen der Arbeiter“ in der Gelbwestenbewegung. Sie präzisierte jedoch, dass es Forderungen geben müsse, die weniger vage seien als „niedrige Steuern“, und dass nur der „Kampf gegen das Bürgertum, das gegen alle Kräfte kämpft“ es uns ermöglichen wird, aus dieser politischen Krise herauszukommen, und keine neuen Wahlen. Sie nahm auch an den gleichzeitig stattfindenden Lehrerstreiks teil.

Nach dem Scheitern von Verhandlungen mit dem Nouveau Parti anticapitaliste (NPA) wurde sie im Hinblick auf die Europawahlen 2019 zur Vorsitzenden der LO ernannt. Daraufhin erhielt sie auch die Unterstützung der NPA, die aus Mangel an finanziellen Mitteln keine eigene Wahlliste vorlegen konnte. Arthauds Liste erhielt bei der Wahl 0,78 % der abgegebenen Stimmen.

Im ersten Wahlgang der Präsidentschaftswahl 2022 erhielt sie 0,6 % der abgegebenen Stimmen und verfehlte damit die Stichwahl am 24. April, die zwischen dem Liberalen Emmanuel Macron und der Rechtspopulistin Marine Le Pen ausgetragen wird.[11]

WeblinksBearbeiten

Commons: Nathalie Arthaud – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Nathalie Arthaud – das neue Gesicht der extremen Linken. euronews, 14. März 2012, abgerufen am 9. April 2012.
  2. « La Lyonnaise Nathalie Arthaud nommée porte-parole de Lutte Ouvrière », Lyonmag, 9 décembre 2008.
  3. Raphaëlle Besse Desmoulières: Lutte ouvrière : Nathalie Arthaud annonce sa candidature à la présidentielle. In: Le Monde (online). 14. März 2016, abgerufen am 9. September 2016 (französisch).
  4. Nathalie Arthaud, c’est la lutte terminale. Slate, 7. Februar 2012, abgerufen am 19. März 2012.
  5. Élections européennes de 2009 en France - Resultate der Circonscription Sud-Est auf der Seite des französischen Innenministeriums
  6. Élections régionales 2010 – Rhône-Alpes. Ministère français de l’Intérieur, archiviert vom Original am 17. März 2010; abgerufen am 20. März 2010.
  7. Arthaud candidate Lutte ouvrière en 2012 dans “une continuité avec Arlette” », Meldung AFP vom 5. Dezember 2010
  8. Die „Klein-Kandidaten“: Nathalie Arthaud, in: Arte, 8. April 2017.
  9. Präsidentschaftswahlen in Frankreich: ein erster Überblick Veröffentlicht am 22. April 2021
  10. Liste des conseillers municipaux (Memento vom 19. Februar 2012 im Internet Archive)
  11. https://www.ifop.com/presidentielle-2022/, aufgerufen am 16. April 2022.