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Nanortalik [naˈnɔtːalik] ist eine grönländische Stadt im Distrikt Nanortalik in der Kommune Kujalleq.

Nanortalik (Ort der Bären)
Nanortalik
Kirche von Nanortalik
Kirche von Nanortalik
Kommune Kommune Kujalleq
Distrikt Nanortalik
Geographische Lage 60° 8′ 30″ N, 45° 14′ 35″ WKoordinaten: 60° 8′ 30″ N, 45° 14′ 35″ W
Nanortalik (Grönland)
Nanortalik
Einwohner 1.196
(1. Januar 2019)
Gründung 1830
Zeitzone UTC-3

Nanortalik (2005)

Inhaltsverzeichnis

LageBearbeiten

Nanortalik liegt auf einer gleichnamigen Insel vor einer Halbinsel, die durch den Tasermiut Kangerluat (Ketilsfjord) abgetrennt wird. Die Insel Nanortalik ist an dieser Stelle teilweise sehr schmal und zieht sich mit einer Kette von Halbinseln in das Meer hinein. Nanortalik ist die südlichste Stadt Grönlands. Der nächste Ort ist Tasiusaq, das 24 km ostnordöstlich liegt.[1]

GeschichteBearbeiten

Nanortalik wurde 1830 als Anlage (dänisch anlæg) gegründet. Nur Kangersuatsiaq hatte ebenfalls diesen Ortsstatus, der vergleichbar mit dem eines Udsteds war. Nanortalik ersetzte Sissarissoq wegen der besseren Hafenbedingungen. Die Gebäude aus dieser Zeit sind heute Teil des Nanortalik-Museums. Nanortalik war früher ein beliebter Handelsplatz zwischen Kitaamiut und Tunumiit. Von 1915 bis 1925 wurde auf der nordnordöstlich gelegenen Insel Amitsoq Grafit abgebaut. Nanortalik wurde bei der Verwaltungsreform 1950 zu einer eigenen Gemeinde und erhielt damit 1953 ebenso wie Narsaq die Stadtrechte.[2][3][4]

WirtschaftBearbeiten

Fischerei und Jagd bilden traditionell den größten Wirtschaftsfaktor von Nanortalik, die Bedeutung sinkt aber. Vermehrt arbeiten die Bewohner auch in Dienstleistungsberufen. Durch das Goldbergwerk Nalunaq kam der Bergbau als wirtschaftliches Stützbein hinzu, ebenso wie der Tourismus in Nanortalik an Bedeutung gewinnt, da der Ort beliebtes Ziel für Kreuzfahrt- und Abenteuertouristen geworden ist.[5]

Infrastruktur und VersorgungBearbeiten

Die Hafenstrukturen von Nanortalik bestehen aus einem Kai für Fischerboote und größere Schiffe, einer Helling, einem Kai für Schoner und Freizeitboote, einem Pontonsteg für Jollen und einem Nothafen. Momentan läuft der Luftverkehr über den Heliport Nanortalik, aber es soll in den nächsten Jahren ein Flugplatz nördlich der Stadt errichtet werden.

Die Gebäude in Nanortalik sind an ein Abwassernetz angeschlossen, das alles Abwasser ins Meer leitet. Der Müll wird auf dem Müllplatz im Osten der Stadt deponiert und verbrannt. Ein Kraftwerk versorgt die Stadt mit Strom. Vom westlich verlaufenden Fluss Kuunnguaq wird Wasser in den See Tasersuaq geleitet, von wo aus es zum Wasserwerk gelangt, wo es zu Trinkwasser wird.[5]

BebauungBearbeiten

In Nanortalik gibt es unter anderem eine Fischfabrik, eine Werkstatt, ein Krankenhaus, ein Hotel, eine Kirche, eine Sporthalle, ein Fußballplatz, eine Pilersuisoq- und eine Brugseni-Filiale.[5]

Söhne und TöchterBearbeiten

  • Henrik Lund (1875–1948), Dichter, Pastor, Katechet, Missionar, Maler und Landesrat
  • Josva Kleist (1879–1938), Katechet, Dichter und Landesrat
  • Jørgen Poulsen (1920–1973), Landesrat, Katechet, Lehrer und Schafzüchter
  • Carl Egede (1924–1959), Landesrat
  • Marius Abelsen (1929–1972), Landesrat und Lehrer
  • Simon Simonsen (* 1961), Politiker (Siumut), Lehrer und ehemaliger Fußballspieler, -trainer und Skilangläufer
  • Jens B. Frederiksen (* 1967), Politiker (Demokraatit), Polizist und Unternehmer
  • Frederik Elsner (* 1986), Badmintonspieler und Musiker

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Die Bevölkerungszahl von Nanortalik bewegte sich lange zwischen 1400 und 1600 Einwohnern. Seit kurz nach der Jahrtausendwende geht die Einwohnerzahl aber zurück. Zwischen 2003 und 2018 verlor Nanortalik etwa ein Fünftel seiner Bevölkerung.[6]

 

PanoramaBearbeiten

 
Nanortalik (2008)

WeblinksBearbeiten

  Commons: Nanortalik – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Karte mit allen offiziellen Ortsnamen bestätigt vom Oqaasileriffik, bereitgestellt von Asiaq
  2. Nanortalik bei groenlandkreuzfahrt.de
  3. Jens Christian Madsen: Udsteder og bopladser i Grønland 1901–2000. Atuagkat, 2009, ISBN 978-87-90133-76-4, S. 50.
  4. Sabine Barth: Grönland. 4. Auflage. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2017, ISBN 978-3-7701-7307-5, S. 150 f.
  5. a b c Nanortalik bei kujalleq2017.odeum.com
  6. Einwohnerzahl Nanortalik 1977–2019 bei bank.stat.gl