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Taucher fotografieren einen Mantarochen während eines Nachttauchgangs
Halogen-Taucherlampe (Tanklampe)

Unter Nachttauchen oder Nachttauchgang (kurz NTG) versteht man das Gerätetauchen bei Nacht. In der Nacht sind meist andere oder mehr Lebewesen unter Wasser aktiv. Im Schein der Taucherlampe offenbaren Korallen sind bei Nacht die Farben besser erkennbar, weil die Beleuchtung nicht durch blaues Restlicht von der Oberfläche dominiert wird. Wegen der Dunkelheit sind andere Verhaltensregeln notwendig als bei Tageslicht. So ist die Kommunikation, die beim Tauchen vor allem über Gesten und standardisierte Tauchzeichen erfolgt, durch die Dunkelheit weiter erschwert. Meistens werden die Zeichen mit einer Hand gegeben, während diese von der Tauchlampe der anderen Hand angeleuchtet wird. Wichtige Zeichen können direkt mit der Lampe gegeben werden. Auch die Orientierung, das Bedienen der Ausrüstung sowie das Ablesen der Instrumente gestaltet sich bei Dunkelheit oft schwieriger, sodass höhere Ansprüche an den Taucher gestellt werden. In Gewässern mit sehr schlechter Sicht ist man oft auch am Tag drauf angewiesen, die Techniken des Nachttauchens anzuwenden, da das Tageslicht oft nur in geringe Tiefen vordringt. Ähnliche Bedingungen finden sich in Wracks oder Höhlen.

Inhaltsverzeichnis

AusrüstungBearbeiten

Der wichtigste Ausrüstungsgegenstand für das Nachttauchen ist die Taucherlampe. Es handelt sich um eine wasserdichte und druckfeste Taschenlampe. Meist kommt eine LED- oder Halogenlampe zum Einsatz. LED-Lampen sind im Verhältnis zu ihrer Größe sehr lichtstark und weisen eine längere Leuchtzeit auf als Halogenlampen. LED-Lampen sind aber gewöhnungsbedürftig, da sie ein sehr weißes Licht abgeben. Halogenlampen haben dagegen einen angenehmen leicht gelblichen Schein, in dem die Farben unter Wasser sehr gut zur Geltung kommen.

Um die Ein- und Ausstiegsstelle zu kennzeichnen, ist es sinnvoll, eine weitere wasserdichte Lampe möglichst nahe an der Wasseroberfläche am Ufer oder am Tauchboot anzubringen. Dazu kann auch ein Leuchtstab oder ein UV-Blitz verwendet werden.

VerhaltensregelnBearbeiten

Folgende Regeln werden für einen Nachttauchgang empfohlen:[1]

Planung des NachttauchgangsBearbeiten

  • Nur Stellen auswählen, die von bei Tag durchgeführten Tauchgängen gut bekannt sind.
  • Nicht als Dekompressions- oder Tieftauchgänge planen.
  • Nur bei gutem Wetter tauchen.
  • Nicht bei hohem Wellengang tauchen.
  • Kein Strömungstauchen.
  • Keine Anfänger mitnehmen.

VorbesprechungBearbeiten

  • Keine Gruppen mit mehr als drei Tauchern bilden, sonst wird das Zusammenbleiben erschwert.
  • Nachttauchneulinge immer mit einem Nachttaucherfahrenen in die Buddy-Gruppen einteilen.
  • Vor dem Tauchgang werden mit der Tauchlampe signalisierte Unterwasserzeichen vereinbart.
  • Jede Gruppe besitzt eine eigene Reserve-Lampe.

Durchführung des NachttauchgangsBearbeiten

  • Eine gefahrlose Ein- und Ausstiegsstelle wählen.
  • Ein- und Ausstiegsstelle mit einem Licht markieren.
  • Die Leuchtzeit der Lampe begrenzt die Tauchzeit.
  • Darauf achten, dass man niemand mit der eigenen Lampe blendet.
  • Lebewesen unter Wasser nicht direkt anstrahlen, um sie nicht unnötig zu stören.
  • An der Wasseroberfläche nicht mit der Lampe winken oder umherleuchten, da dies als Notrufsignal interpretiert werden kann.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Thomas Kromp, Hans J. Roggenbach, Peter Bredebusch: Praxis des Tauchens. 3. Auflage. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2008, ISBN 978-37688-1816-2, S. 263–264.