Nörvenich

Gemeinde in Nordrhein-Westfalen

Nörvenich ist eine Gemeinde im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen, Deutschland.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Nörvenich
Nörvenich
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Nörvenich hervorgehoben

Koordinaten: 50° 48′ N, 6° 40′ O

Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Düren
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 66,21 km2
Einwohner: 10.667 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 161 Einwohner je km2
Postleitzahl: 52388
Vorwahlen: 02426, 02235, 02421
Kfz-Kennzeichen: DN, JÜL, MON, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 58 052
Gemeindegliederung: 14 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 25
52388 Nörvenich
Website: www.noervenich.de
Bürgermeister: Timo Czech (CDU)
Lage der Gemeinde Nörvenich im Kreis Düren
Kreis DürenNordrhein-WestfalenRhein-Erft-KreisKreis EuskirchenRhein-Kreis NeussKreis HeinsbergStadt AachenStädteregion AachenBelgienHeimbachKreuzauNideggenVettweißDürenJülichLangerweheTitzMerzenichAldenhovenHürtgenwaldNörvenichIndenNiederzierLinnichKarte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

Nörvenich liegt in der Zülpicher Börde und wird von Südwest nach Nordost vom Neffelbach durchflossen.

GeologieBearbeiten

Unter Nörvenich liegt eines der größten Braunkohle-Vorkommen Deutschlands, das Isweiler Feld. Mit 1,396 Milliarden m³ die größte noch unerschlossene Lagerstätte des Rheinischen Reviers.[2][3][4]

NachbargemeindenBearbeiten

Die Gemeinde Nörvenich grenzt an folgende Gemeinden (im Uhrzeigersinn von Norden beginnend): Kerpen, Erftstadt (beide im Rhein-Erft-Kreis), Vettweiß, Kreuzau, Düren und Merzenich.

GemeindegliederungBearbeiten

Nörvenich besteht aus 14 Ortsteilen mit dem Hauptort Nörvenich (3848 Einwohner am 31. Dezember 2020).[5]

Bis 1969 zählte Alt-Oberbolheim zu den Ortsteilen.

 
Das Rathaus

Nach der eigenen Fortschreibung hat die Einwohnerzahl am 31. Juli 2019 die Grenze von 11.000 überschritten (11.020).

GeschichteBearbeiten

OrtsnameBearbeiten

Im Altertum hieß der Ort Norboniacum,[6][7] wie z. B. Jülich = Juliacum oder Zülpich = Tolbiacum. Die Endung -iacum oder -acum tritt in deutschen Ortsnamen fast immer zu nichtgermanischen Personennamen. Sie bezeichnet Besitz oder Eigentum. Der Name Norboniacum (Nörvenich) bedeutet demnach Eigenbesitz oder Zugehörigkeit oder Heim des Noribo oder Norbod. Norbod ist ein keltischer Name. Die Änderung des Namens muss im 9. oder 10. Jahrhunderts erfolgt sein. Urkundlich erscheint der Name Noruenich erstmals im Jahr 1028. Immer wieder gab es andere Schreibweisen. Seit dem 16. Jahrhundert ist Nörvenich die amtliche Schreibweise.

Spuren der Bandkeramischen KulturBearbeiten

Bei Nörvenich wurde eine 31 cm lange Dechselklinge aus Amphibolit bzw. Grünschiefer aus der bandkeramischen Zeit gefunden. Neben einem weiteren Fund aus Miel mit 45 cm, ist die Nörvenicher wahrscheinlich die zweitgrößte Klinge Mitteleuropas. Vieles spricht dafür, dass es sich nicht um ein Werkzeug, sondern um ein Prestigeobjekt handelte.[8]

KeltenBearbeiten

Um 2000 v. Chr. siedelten im Raum Nörvenich Kelten. Urnen aus dieser Zeit wurden im Jahr 2015 bei Erschließung eines Neubaugebietes an der Zülpicher Straße gefunden. Ortsnamen mit der Endung „(n)ich“ gelten als keltischen Ursprungs. Die Kelten legten auch die ersten Wege an, die später von den Römern für ihre Zwecke genutzt werden konnten.

Ubier und RömerBearbeiten

Von etwa 50 v. Chr. bis 450 n. Chr. siedelten im Raum Nörvenich die Ubier. Cäsar hatte 58 bis 51 v. Chr. die Eburonen vernichtet und den Ubiern aus dem rechtsrheinischen Lahn-Taunus-Gebiet hier Siedlungsland angeboten. Sie siedelten sich dann linksrheinisch, auch im hiesigen Raum, an (ca. 38 bis 19 v. Chr.). Angrenzend an den heutigen Ort wurde ein römischer vicus ausgemacht (→ Vicus Nörvenich).

MittelalterBearbeiten

 
Festungsplan Nörvenich

Die mittelalterliche Festungsanlage „Noruenich“, Ersterwähnung 1028, ist vermutlich aus einem römischen Kastell hervorgegangen, welches in den Zeiten der ersten Einfalle germanischer Stämme im 3. oder 4. Jahrhundert angelegt wurde. Derartige mit Wall und Graben umgebene Bollwerke wurden an besonders geeigneten und zweckmäßigen Orten erstellt. Sie sollten auf der linken Rheinseite dem Ansturm der Barbaren entgegengestellt werden, gleichzeitig aber auch der Bevölkerung Schutz bieten. Sie mussten dem Gelände angepasst werden, um ein schnelles Ausrücken der Truppen nicht zu erschweren. (Ammianus Marcellinus). In Nörvenich diente die Anlage dem Schutz des alten Vicus „Norboniacum“, der großen römischen Ansiedlung an der Römerstraße oder Heerweg, sowie der Überwachung der Heer- und Handelsstraßen. Sie befand sich etwa an der heutigen B 477, rechts der Einfahrt zum Fliegerhorst.

Die Größe des Nörvenicher Bollwerks betrug 616 m in der Länge und 308 m in der Breite (Vegetius), die den klassischen Maßen derartiger römischer Anlagen von 1000 × 2000 griechischer Fuß entsprach. Als Größenvergleich mag das im Jahre 9 n. Chr. angelegte Bopparder Castell dienen, das eine Länge von 308 m und eine Breite von 154 m hatte. Die römische Form der Nörvenicher Anlage ist heute noch erkennbar. Die ausgeworfenen Spitzgräben maßen noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an einigen Stellen 4 m in der Tiefe und 16 m in der Breite, die Wallhöhe je nach Lage 5 bis 7 m.

Bei dieser Anlage muss besonders auf die mittelalterlichen Wehr- und Brandgassen hingewiesen werden. Diese Gassen führten vom Marktplatz und den Durchgangsstraßen zu den Wällen. Die Gassen sind z. T. heute noch vorhanden. Zum Ostwall führte die Gasse „An der Vikarie“, in welche um 1830 die alte Schule (An der Vikarie 1) quer eingebaut wurde. Die zweite Gasse zum Ostwall ist die heutige „Vogelgasse“. Die dritte Gasse führte vom Marktplatz zum Ostwall, dort, wo heute die Neffeltalapotheke Marktplatz 7 befindet. Diese Gasse war die „Hölzjesgasse“, da sie kurz vor dem Wall durch ein Gehölz führte. 1982 wurde beim Aushub des Kellers beim Hausbau Am Wallgraben 20 Stegpflöcke, Muschelschalen und Scherben in 2–3 m Tiefe gefunden. Die Bodenformation ergab, dass das Haus genau im alten Wassergraben gebaut wurde.

Von der Zülpicher Straße führte eine Wehr- und Brandgasse gegenüber der Kirchgasse, nach dem Haus Zülpicher Straße 20, zum Westwall. Eine zweite Gasse führte vom Marktplatz ausgehend zwischen dem Haus Marktplatz 2 (altes Kloster) und dem Haus Marktplatz 4 zum Westwall (heutiger Kindergarten „St. Medardus“).

Die dritte Gasse verlief von der Bahnhofstraße zwischen den Häusern Bahnhofstraße 7 und 9 ebenfalls zum Westwall. Noch in den kriegerischen Ereignissen des 16. Jahrhunderts war die gesamte Befestigungsanlage voll funktionsfähig.[9]

Im Burgpark liegen zwischen dem Ehrenmal und der Grundschule ein mit alten Bäumen bewachsener Hügelzug, der in Richtung Neffeltal im „Kockelsberg“ seine höchste Erhebung hat. Dieser Hügel ist der letzte noch erhaltene Teil der alten Umwallung. Er wurde im Jahre 1904 von dem damaligen Burgbesitzer durchschnitten, um eine Ausfahrt zu der Straße nach Düren (Bahnhofstraße) zu gewinnen. Bei der Öffnung der Durchfahrt wurde eine Tonvase zutage gefördert, die in Formgebung, Profil und Verzierung in die Zeit der Bandkeramiker verwies, in der Zeit um 3000 v. Chr. Ob das Alter der Vase mit dem Alter des Hügels in Einklang gebracht werden kann, ist ungewiss. Im Jahr 1967 wurde diese Durchfahrt auf Veranlassung des Landeskonservators Jung wieder aufgefüllt.

Um das Jahr 1300 ließ der neue Landesherr, der Graf von Jülich Gerhard V. (1241–1328), von Reinhard von Vlatten, Amtmann zu Düren und Nörvenich, und Wilhelm Etges, Rentmeister zu Nörvenich, zwei Festungstore in den Wall- und Grabenring einbauen.[10] Diese Tore, auf der Höhe der Gymnicher Burg / Einmündung Straße Am Wallgraben/Burgstraße und "Am Köppchen" in der heutigen Zülpicher Straße Toreinfahrt Haus 38/alte Schule Hirtstraße 28, mit Innenmaßen von 10 × 10 m und einer Mauerstärke von 2 m reichten mit ihren Fundamenten tief in den Schwemmsand. Die Fundamente wurden im Jahr 1967 gefunden, ausgemessen und fotografiert.

Über einen Knüppeldamm, der den Toren vorgelagert war, war das Vorfeld Nörvenichs zu erreichen. Hier bot sich einem Angreifer der stärkste Widerstand. Die Tore sind vermutlich bei der Belagerung Nörvenichs und der anschließenden Einnahme und Brandschatzung durch die Truppen des französischen Generals, des Marschalls von Luxemburg François-Henri de Montmorency-Luxembourg (1628–1695) im Jahre 1678 zerstört und als Steinbruch genutzt worden. Auf der gesamten Strecke zwischen dem Festungstor in Höhe der Gymnicher Burg (heute Schloss Nörvenich), also Burgstraße und dem Marktplatz, wurden unter der heutigen Burgstraße sehr viele Hufeisen aus dem Schwemmsand zutage gefördert.

Die Funde bestätigen eine frühere Vermutung, wonach die Burgstraße im Hochmittelalter von starken Reiterverbänden viel benutzt worden ist. Alle Hufeisen stammten aus der Zeit um 1000–1400 n. Chr. (Oberingenieur Haubrock, Randerath) Die Westseite Nörvenichs war durch vorgelagerte übergreifende Wälle und Gräben und die auf dem Kockelsberg unterhaltene ständige Wache gesichert, die den Schlagbaum, den „Grindel“ unter Aufsicht hatte.[11] In Zeiten der Gefahr wurde hier die Zufahrtsstraße (heute Bahnhofstraße) abgegraben, so dass das Wasser des vor dem Walle liegenden Kappusweihers die Abgrabung der Straße auffüllte. Die übergreifenden Wälle waren noch im Anfang dieses Jahrhunderts auf der Wiese neben dem Gut Gymnichshof, Bahnhofstraße 13, und der gegenüberliegenden Grundschule erkennbar. Der Wall wurde bis auf den erhaltenen Rest in den 1830er Jahren abgetragen. Dem Damm war an der Außenseite des Dorfes ein ca. 7 m tiefer und 12 m breiter Graben vorgelagert. Dieser Graben umschloss wie der Wall das ganze Dorf. Seine Form als Spitzgraben wies auf den römischen Ursprung hin. Er zog sich vom Kockelsberg ausgehend, den Ostteil schützend, (sichtbarer Rest im Garten der Pfarrei) in südlicher Richtung an der Harff’schen Burg vorbei bis kurz vor den heutigen Annahof bzw. Obere Mühle, wo er im Wiesengelände des Gutes Trompeterhof, Leunissen, noch deutlich erkennbar ist (mittlerweile aufgefüllt). Bis zu dieser Stelle war der Graben mit Wasser gefüllt. Als tiefer und breiter Trockengraben verlief er an der südlichen und westlichen Seite des Dorfes, wo er im Garten des Gymnichshof, von Laufenberg in seiner ganzen Breite noch erhalten ist, leider heute überbaut. An der südwestlichen Ecke, heute Josef-Pütz-Straße/Jakob-Breidkopff-Straße, stand ein Wachturm, nur durch spezielle Luftbilder erkennbar.

An der Südwestseite befand sich als weiterer Schutz noch der wilde Hag. Bei der Wall- und Grabenanlage, dem Jobberath und sumpfigen Neffeltal wird auf das Bild von Renier Roidkin Bezug genommen, etwa 1730. Alte Urkunden geben über Wall und Graben noch Auskunft.[12] Den Hag, im Volksmund „die Haag“ als Schutzwehr der West- und Südseite des Dorfes dem Trockengraben vorgelagert, befand sich zwischen der heutigen Jakob-Breidkopff-Straße/Rathausstraße und den rückwärts liegenden Häusern der Bahnhof- und Zülpicher Straße in einer Breite von ca. 40 m. Das Wort Hag kommt aus dem althochdeutschen Hiac und bedeutet Dornengestrüpp, Gebüsch, Einfriedung, besonders aber das Finstere, Düstere und Unheimliche bezeichnend. Um beutemachende Gegner abwehren zu können, wurden junge Bäume angeschnitten und umgebogen. Zwischen die in großer Anzahl herauswachsenden jungen Triebe wurden Brombeer- und Dornsträucher gepflanzt. So bildeten diese Hecken Befestigungen, durch die man nicht gehen und sehen konnte. (Cäsar 11,17,4). Bis zum Jahr 1800 war niemals gerodet worden. Im Jahr 1857 wurde der Hag vom Grundeigentümer, der Gemeinde Nörvenich, an die Anlieger in der Bahnhof- und Zülpicher Straße verkauft. Der Hag hatte als Wehr- bzw. Festungsschutz-Anlage somit ausgedient.

Das Unglück: Einer der Holzfäller wurde von einem der niederstürzenden Bäumen erschlagen. Bei dem Erschlagenen handelte es sich um den letzten Gerber von Nörvenich, der in der Nähe seinen Gewerbebetrieb hatte. (Überlieferung von Josef Mohr, Nörvenich). In Verkennung der historischen Bedeutung für Nörvenich wurde der Rest des Alten Grabens, parallel westlich zu heutigen Straße: Am Wallgraben, der „Füllsweiher“ (Docksee und Juppsee) im Jahre 1964 zugeschüttet. Über den Alten Wall wird in einem alten Grundbuch berichtet, welches sich im Kölner Mauritiuskloster befindet.

Auch Wilhelm Kaspers vertritt in seinem anerkannten Werk Die Ortsnamen der Dürener Gegend diese These.[13]

Entwicklung bis 1968Bearbeiten

Der Gemeindebezirk ist uraltes Siedlungsgebiet. Aus Bodenfunden der Jungsteinzeit, den Metallzeiten, aus vier Jahrhunderten römischer Besatzung und deren Vertreibung durch die Franken lässt sich kontinuierliche Besiedlung ablesen. Siedlungsorte waren:

  • westlich gegenüber der „Alten Burg“ links des Neffelbaches
  • in der Gemarkung „Am Golzheimer Pfädchen“, also westlich der Zufahrt zum Fliegerhorst bei Alt-Oberbolheim
  • in der östlichen Ecke des Heidefeldes
  • „An Johannes Junker“-Zülpicher Straße, östlich der B 477

Schon um die Jahrtausendwende tauchen die ersten schriftlichen Erwähnungen der Dörfer, die heute zu Nörvenich gehören, auf. Hochkirchen, Eschweiler über Feld und Frauwüllesheim werden schon ab dem 9., 10. und 11. Jahrhundert erwähnt. Wissersheim feierte 1985 sein 1150-jähriges Bestehen.

Sehr früh haben die Grafen von Nörvenich an der rheinischen Geschichte maßgeblich mitgewirkt. Sie dürften ihren Sitz auf der „Alten Burg“ im Nörvenicher Wald gehabt haben. Die frühmittelalterliche Wehr- und Wohnanlage hat ihren Ursprung wohl im 9. Jahrhundert. Dem nach dem Aussterben der Jülicher Grafen zum „Amt Nörvenich“ gewordenen Gebiet, das mehr als 30 Dörfer umfasste, standen jetzt Ministeriale (Dienstadlige) vor. Wohl um 1400 erbaute der Amtmann von Vlatten-Merode den wehrhaften Palas des ehemals wasserumwehrten heutigen „Schloss Nörvenich“ (früher „Gymnicher Burg“) in der Ortsmitte.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gingen die in einem Jahrtausend gewachsenen Ordnungen und das seit Jahrhunderten gleich gebliebene dörflich Leben fast schlagartig zu Ende. Am 4. Oktober 1794 marschierten während des Ersten Koalitionskrieges französische Revolutionstruppen in das Gebiet um Nörvenich ein. Nach ersten wirren Monaten folgten geordnete Verhältnisse. Aus den früheren Untertanen wurden freie Bürger, die es zu einem bis dahin nicht gekannten Wohlstand brachten und zu Beginn des 19. Jahrhunderts französische Bürger wurden.

Die von den Franzosen in dieser Zeit eingeführten kommunalen Verhältnisse (Bildung der Mairie Binsfeld und der Mairie Nörvenich) wurden von den Preußen weitgehend übernommen. Insbesondere die um 1800 festgelegten kommunalen Grenzen haben sich mit wenigen Ausnahmen bis in die 1970er Jahre erhalten. 1906 entstand das „Bürgermeisteramt“. Erst im Jahr 1940 wurden die bis dahin selbständigen Bürgermeistereien Binsfeld und Nörvenich zur „Amtsbürgermeisterei Nörvenich“ zusammengeschlossen.

Im Ersten Weltkrieg wurde in Nörvenich ein Malteserkreuz benagelt.

 
Das genagelte Malteserkreuz

Zwischen den beiden Weltkriegen begann der Wandel der Dörfer von einer rein landwirtschaftlichen Struktur zu Wohngemeinden für Pendler. Dieser Prozess setzte verstärkt Mitte der 1950er Jahre ein. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg waren zahlreiche Einwohner der östlichen Dörfer bei der Rheinbraun in den Braunkohlenwerken der Tagebaubetriebe beschäftigt. Mit zunehmender Verbesserung der Verkehrsverhältnisse drängten viele Bewohner vermehrt in die Industriebetriebe der nahen Städte, nicht zuletzt aufgrund der umwälzenden Umstrukturierungen in der Landwirtschaft.

Zu Beginn der 1950er-Jahre begannen die britischen Besatzungsstreitkräfte mit ihrer Luftstreitkraft Royal Air Force im Nörvenicher Wald mit dem Bau eines Militärflugplatzes. Auf dem heutigen Luftwaffen-Fliegerhorst arbeiten über 250 Zivilbedienstete aus den umliegenden Gemeinden sowie rund 950 Soldaten. Siehe Fliegerhorst Nörvenich.

EingemeindungenBearbeiten

Bis zum 31. Dezember 1860 existierte noch das Amt Ollesheim und bis zum 31. Dezember 1938 das Amt Binsfeld.

Am 1. Januar 1969 schlossen sich die Gemeinden Binsfeld (mit dem Ortsteil Rommelsheim), Eggersheim, Eschweiler über Feld, Frauwüllesheim, Hochkirchen, Irresheim, Nörvenich, Oberbolheim, Poll und Rath bei Nörvenich zu einer neuen Gesamtgemeinde Nörvenich zusammen.[14] Wissersheim wurde zum 1. Juli 1969 an die neugebildete Kommune Erftstadt abgegeben und kam 1975 nach Nörvenich zurück. In diese Gemeinde wurden mit Wirkung vom 1. Januar 1975 die Orte Dorweiler, Pingsheim und Wissersheim aus der benachbarten Erftstadt eingegliedert.[15] Das Gemeindegebiet bedeckt eine Fläche von 66,04 km², hiervon sind 12,5 km² Waldfläche. Die früheren Bauerndörfer haben sich in den letzten zwei Jahrzehnten zu Wohngebieten entwickelt, in denen fruchtbarer Ackerboden nur noch von wenigen Landwirten intensiv bearbeitet und genutzt wird.

Am 14. und 15. September 2019 wurde mit einem großen Bürgerfest rund um den Schlosspark die Eingemeindung vor 50 Jahren gefeiert.[16]

PostleitzahlenBearbeiten

Von 1941 bis 1962 gab es für das Rheinland, also auch für Nörvenich, die Postleitzahl 22c. Von 1962 bis 1972 galt für den gesamten Kreis Düren, außer der Stadt Düren, die 5161. Von 1972 bis 1993 hatte Nörvenich die Postleitzahl 5164. Am 1. Juli 1993 kamen dann die 5-stelligen Zahlen. Für die Gemeinde Nörvenich gilt seitdem die 52388 und für Postfachinhaber die 52386.

Einwohnerentwicklung des Ortsteiles NörvenichBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl
1885 612 1955 0.970 1995 3715
1905 558 1965 1530 2005 4002
1925 610 1975 2684 2010 3821
1945 742 1985 2650 2015 3943
Kommunalwahl 2020[17]
Wahlbeteiligung: 58,6 % (2014: 52,3 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
57,79 %
18,77 %
6,0 %
11,83 %
5,61 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2014
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+3,14 %p
−11,59 %p
−0,27 %p
+11,83 %p
+0,36 %p

Siehe auchBearbeiten

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

Die 26 Sitze des Gemeinderates verteilen sich auf:

(Stand: Kommunalwahl am 13. September 2020)

Bürgermeister, Gemeindedirektor etc.Bearbeiten

Bürgermeister ist seit 2015 Timo Czech (CDU).[18] Er wurde am 13. September 2020 mit 81,65 % der Stimmen wiedergewählt.

Die Bürgermeister in Nörvenich ab 1798:

Beginn Ende Name Bemerkung
1798 1800 Peter Joseph Commer
1800 1808 Matthias Michels
1808 1822 Hilarius Zimmermann
1822 1826 Hieronymus Marx kommissarischer Bürgermeister
1826 1859 Winand Heuser
1859 1874 Joseph Finger
1875 1889 Joseph Kratz
19.06.1890 01.11.1901 Arthur Kratz
01.04.1903 31.03.1933 Jakob Breidkopff Nach ihm wurde eine Straße benannt. Er war Mitglied der NSDAP und wurde später Ehrenbürger.[19]
01.04.1933 12.04.1933 Josef Thelen
12.04.1933 ??.10.1933 Reiner Badenheuer Gemeindeschulze
??.10.1933 26.02.1945 Jakob Breidkopff zweite Amtszeit
26.02.1945 14.08.1946 Josef Mohr
15.08.1946 16.10.1948 Heinrich Richartz
17.10.1948 16.12.1949 Johann Schütz
17.12.1948 04.11.1956 Kaspar Müllenmeister
05.11.1956 03.04.1969 Heinrich Kuß Nach ihm wurde eine Straße benannt

Die Bürgermeister der Großgemeinde:

Beginn Ende Name Bemerkung
03.04.1969 21.09.1983 Heinrich Kuß wurde zum Ehrenbürger ernannt
22.09.1983 17.10.1989 Wilhelm Lennartz
18.10.1989 16.10.1994 Jakob Mevis
16.10.1994 12.09.1999 Josef Steffens
12.09.1999 20.10.2015 Hans Jürgen Schüller hauptamtlicher Bürgermeister und Verwaltungsleiter
21.10.2015 Timo Czech hauptamtlicher Bürgermeister und Verwaltungsleiter

Die Amtsbürgermeister der Gemeinde Nörvenich:

Beginn Ende Name Bemerkung
20.07.1935 01.05.1945 Jakob Breidkopff
25.04.1945 31.03.1946 Bernhard Haas
31.03.1946 22.10.1946 Fritz Rey
12.11.1946 ? Karl Wallraff 2 Amtszeiten
19.11.1948 1949 Leo Bauth
17.12.1949 24.10.1966 Michael Held
25.10.1966 03.04.1969 Heinrich Kuß

Die Amts- bzw. Gemeindedirektoren der Gemeinde Nörvenich:

Beginn Ende Name Bemerkung
01.04.1946 30.09.1952 Bernhard Haas
01.10.1952 02.04.1972 Josef Pütz Nach ihm wurde eine Straße benannt
01.10.1972 30.09.1992 Gerd Bandilla
01.10.1992 12.09.1999 Hans Jürgen Schüller danach hauptamtlicher Bürgermeister

PartnerschaftenBearbeiten

BaudenkmälerBearbeiten

 
Schloss Nörvenich (2012)
 
Das Kriegerdenkmal in Nörvenich
 
Das Mahnmal

BurgenBearbeiten

Im Ortsteil Nörvenich befinden sich drei Burgen:

Weitere Burgen im Gemeindegebiet sind Burg Binsfeld und Burg Bubenheim.

Das Kriegerdenkmal im BurgparkBearbeiten

Am 10. Juni 1964 beschloss die Gemeindevertretung, als Ersatz für ein Kriegerdenkmal, das Straßenplänen hatte weichen müssen, Pläne für ein neues zeitgemäßes Kriegerdenkmal ausarbeiten zu lassen. Die Ausschreibung gewann der damals ortsansässige Bildhauer Ulrich Rückriem, der dort eines seiner frühesten Kunstwerke schuf. Am 13. November 1983 wurde neben dem Denkmal eine Tafel mit einer hebräischen Inschrift angebracht. Sie dient dem Gedenken an die in den Konzentrationslagern getöteten jüdischen Mitbürger.

Mahnmal im BurgparkBearbeiten

Das Mahnmal Nörvenich steht im Burgpark. In der Gemeinde Nörvenich gab es nur zwei Orte, in denen Juden wohnten, nämlich im Zentralort selbst und in Hochkirchen. Die nächstgelegene Synagoge war in Lüxheim (siehe Synagoge Lüxheim), wo noch ein jüdischer Friedhof existiert. Die Familien Schwarz/Treu und Hermanns wurden bis 1942 alle deportiert, und zwar zuerst in die Dürener Sammelunterkünfte und von da aus in die Konzentrationslager. Am Kriegerdenkmal im Burgpark befindet sich seit 1983 eine Tafel in hebräischer Schrift zum Gedenken an die getöteten Juden.

Das Mahnmal wurde am 17. Juni 2020 wegen des Straßenausbaus der Burgstraße an die Umfassungsmauer des Burggrabens versetzt.

Der Heimat- und Geschichtsverein der Gemeinde Nörvenich e. V. hatte am 16. November 2008 in einer Veranstaltung in Schloss Nörvenich eines jüdischen Mädchens namens Marianne Hermanns gedacht. Anschließend wurde im Burgpark ein vom Heimat- und Geschichtsverein gestaltetes Mahnmal eingeweiht. In eine schwarze Metalltafel sind die Namen der jüdischen Mitbürger und Mitbürgerinnen ausgebrannt. Diese Tafel hängt zwischen zwei Eisenbahnschienen, die den Transport mit der Bahn in die Lager symbolisiert. Der Standort des Mahnmals ist symbolträchtig gewählt, denn gegenüber dem Mahnmal unter der Adresse Burgstraße 14 stand früher das Wohn- und Geschäftshaus der Familie Hermanns.[20]

MühlenBearbeiten

Längs des Neffelbachs bestanden zahlreiche Mühlen. Von den ehemals zwei Nörvenicher Mühlen ist die verbliebene Untere Mühle im Jahr 2017 abgerissen worden.

PfarrkircheBearbeiten

Weitere BaudenkmälerBearbeiten

BodendenkmälerBearbeiten

Wappen und BannerBearbeiten

Der Gemeinde ist durch Erlass des Innenministers des Landes Nordrhein-Westfalen vom 26. Juni 1969 das Recht zur Führung eines Wappens und eines Banners verliehen worden.

  • Blasonierung: Es zeigt in Gold (gelb) über grün geteiltem Schild oben einen wachsenden rot bewehrten Löwen, unten einen schreitenden rot gekrönten und bewehrten, goldenen (gelben) Löwen.
  • Erklärung: Das Wappen zeigt oben den Jülicher Löwen und unten einen schreitenden Löwen (eventuell den geldrischen Löwen) und ist dem Nörvenicher Schöffensiegel des Jahres 1556 nachgebildet, das die Umschrift trägt: SIGeL DER SCHEFFEN ZV NORVENICH.

Beschreibung des Banners: „Das Banner der Gemeinde Nörvenich ist gelb-grün-gelb-grün im Verhältnis zu 1:1:1:1 längsgestreift mit dem Inhalt des Gemeindewappens im quadratischen Bannerhaupt.“[21]

InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Römerstraße Neuss-Trier

Nörvenich ist über drei Autobahnanschlüsse zu erreichen: über die Anschlussstellen Merzenich und Elsdorf der Bundesautobahn 4, die Anschlussstelle Gymnich der Bundesautobahn 61 und die Abfahrt Hürth-Knapsack der Bundesautobahn 1.

Durch Nörvenich-Hochkirchen verlaufen die Radfernwege Kaiser-Route, die von Aachen bis Paderborn führt, und die Tälerroute.

Quer durch die Gemeinde verläuft von Nord nach Süd die B 477, die von Neuss nach Tondorf verläuft und im Wesentlichen der Route einer alten römischen Heerstraße folgt. Diese Militärstraße beziehungsweise Handelsstraße verlief von Neuss über Zülpich nach Trier (Römerstraße Trier–Neuss). Sie wurde 22 bis 19 v. Chr. von Marcus Vipsanius Agrippa gebaut.

Der Heinzelmännchenweg aus römischer Zeit führte von Oberbolheim über Girbelsrath und Distelrath oberhalb von Mariaweiler über die Rur.[22] Dort soll um 200 n. Chr. oberhalb des tektonischen Sprungs am Neffelbach ein römischer Burgus gestanden haben.

Der Römerstraßen-Kreuzungspunkt am Neffelbach bzw. Vicus „Norboniacum“ ist nach Angaben des Historikers und Archäologen August Schoop das größte römische Trümmerfeld im Altkreis Düren.

Ein übergeordneter Weg war der Höhenweg über die Eifel westlich der Kyll. Er verlief von Trier über Bitburg, Prüm und Blankenheim nach Zülpich und Neuss (heute B 51 und B 477) mit Abzweigen nach Bonn, Wesseling und Köln. Dies war die erste Römerstraße im nördlichen Rheinland.

Bei Nörvenich kreuzte die regionale Römerstraße Aachen – Mariaweiler – Nörvenich – Neffelbachübergang – Gymnich – Erftübergang „Germiniacum der Legio“ – Köln bzw. Erftstadt – Wesseling und Bonn. Von Bonn kommend benutzte Cäsar diese römische Straße auf dem Weg ins Lager Aduatuca.

SchienenverkehrBearbeiten

 
Bahnhof Nörvenich im Jahr 2004

Der Hauptort hat seit 1968 keinen Bahnhof mehr. Das Empfangsgebäude existiert noch und befindet sich als Wohnhaus in Privatbesitz. Im Bereich der Gleisanlagen befindet sich die heutige Dresdener Straße.

Am 6. Oktober 1908 wurde durch die Dürener Kreisbahn der Betrieb auf der normalspurigen Kleinbahnstrecke von Düren über Distelrath und Nörvenich nach Zülpich aufgenommen. Damals hatte Nörvenich nur 558 Einwohner. Zunächst wurden Zuckerrüben zur Dürener Zuckerfabrik transportiert, am 1. Mai 1909 wurde auch der Personenverkehr aufgenommen. 1928 wurde die Strecke zwischen Düren und Nörvenich elektrifiziert. Ab 1928 fuhren auf der weiterhin als Kleinbahn konzessionierten Strecke Straßenbahn-Triebwagen, der Güterverkehr wurde weiterhin mit Dampfloks bedient. Fahrgäste nach Zülpich und Embken mussten in Nörvenich umsteigen, da die Strecke dorthin nicht elektrifiziert war.

Bereits 1905 hatte die Bergheimer Kreisbahn die Bahnstrecke Benzelrath–Nörvenich in Betrieb genommen. Die Bergheimer Kreisbahn ging einschließlich der Oberbolheimer Strecke 1913 in den Besitz der Preußischen Staatseisenbahnen über. Die fehlende Lücke von lediglich 1,7 Kilometern zwischen Oberbolheim und Nörvenich wurde durch die Dürener Kreisbahn schließlich am 14. Juli 1924 geschlossen. Gleichzeitig wurde die Anzahl der Bahnhofsgleise von drei auf fünf erhöht. Der Betrieb wurde auf dem kurzen Neubauabschnitt allerdings pachtweise durch die Deutsche Reichsbahn durchgeführt, in der die Preußischen Staatseisenbahnen nach dem Ersten Weltkrieg aufgegangen waren.

Auslöser der Neubaustrecke war der Regiebetrieb der französischen Besatzungsmacht im Zuge der Besetzung von Rheinland und Ruhrgebiet. Die durch die Regie betriebene Bahnstrecke Köln–Aachen wurde im Rahmen des durch die Reichsregierung ausgerufenen passiven Widerstands von der Bevölkerung so weit wie möglich gemieden. Fahrgäste von Aachen nach Köln nutzten das Netz von Aachener Straßenbahn und Dürener Eisenbahn bis Düren, von dort weiter mit der DKB bis Nörvenich. Die fehlenden Kilometer bis Oberbolheim wurden zu Fuß oder mit Pferdekarren zurückgelegt.

Nach 1945 wurde die landwirtschaftliche Genossenschaft mit einem Anschlussgleis angeschlossen und auf der westlichen Seite der Bundesstraße 477 kam ein Rübenladegleis mit Seitenrampe hinzu. Es ist heute noch gegenüber der Zufahrt zum Fliegerhorst Nörvenich unter Büschen zu sehen.

Zwischen 1955 und 1958 wurde die Kleinbahnstrecke zwischen Nörvenich und Bessenich bei Zülpich elektrifiziert. Der Personenverkehr zwischen Nörvenich und Zülpich endete dennoch ohne Vorankündigung am 31. Januar 1960. Am 19. Mai 1960 wurde auch der Verkehr auf der Strecke Nörvenich–Kerpen eingestellt. Am 30. April 1963 wurde schließlich der verbliebene Personenverkehr der DKB nach Düren eingestellt. Am 30. Juni 1968 fuhr der letzte Güterzug nach Düren, anschließend erfolgten die Stilllegung und der Abbau der Gleisanlagen.

 
Ehemaliges Empfangsgebäude in Bubenheim

An den Ortsteilen Binsfeld und Rommelsheim vorbei verläuft die sogenannte Bördebahn, die ehemalige Bundesbahn-Strecke Düren – Zülpich (– Euskirchen), deren Personenverkehr 1983 stillgelegt wurde. 2002 hat die damalige Dürener Kreisbahn (DKB) die Strecke von Düren bis Zülpich (ausschließlich) für den Güter- und Personennahverkehr von der Deutschen Bahn gekauft. Die Strecke wird von der Rurtalbahn GmbH betrieben, und seit 2006 wird die Strecke saisonal vom Bördeexpress befahren. Verbundfahrscheine von VRS, AVV und das EuRegio-Ticket werden anerkannt, Fahrräder und Hunde werden kostenlos befördert.[23] Zur Landesgartenschau 2014 wurde an Sonn- und Feiertagen ein Dreistundentakt zwischen Düren und Zülpich angeboten.[24][25]

Seit dem 13. Dezember 2019, dem Beginn des Startbetriebs auf der Bördebahn, hat die Gemeinde Nörvenich mit Binsfeld und Rommelsheim wieder reguläre Haltepunkte mit täglichem Schienenpersonennahverkehr.

BusverkehrBearbeiten

Den öffentlichen Personennahverkehr stellt der Rurtalbus im Aachener Verkehrsverbund sicher. Alle regulären Buslinien bedienen die Haltestelle „Alter Bahnhof“. Zusätzlich verkehrt am Wochenende ein Nachtbus. Bis zum 31. Dezember 2019 wurde der Busverkehr von der Dürener Kreisbahn betrieben.

Linie Verlauf
208 Düren Kaiserplatz – Distelrath – (Merzenich Rathaus –) Schöne Aussicht – Girbelsrath – Eschweiler über Feld – Nörvenich Alter Bf – Nörvenich Hommelsh. Weg – Hochkirchen – (Irresheim –) Eggersheim – Lüxheim – Gladbach – Müddersheim – Disternich – Sievernich – Bessenich – Zülpich Frankengraben – Adenauerpl./Schulzentr.
212 Nörvenich Alter Bf – Nörvenich Schlosspark – Oberbolheim – Rath – Wissersheim – Pingsheim – Herrig – Lechenich
228 Binsfeld – Rommelsheim – Frauwüllesheim – Irresheim – Hochkirchen – Nörvenich Alter Bf
SB8 Schnellbus:
Düren Bf/ZOB – StadtCenter – Düren Kaiserplatz – Distelrath – Golzheim – Eschweiler über Feld – Nörvenich Alter Bf – Nörvenich Hommelsh. Weg – Hochkirchen – Eggersheim – Lüxheim – Gladbach – Sievernich – Bessenich – Zülpich Frankengraben – Adenauerpl./Schulzentrum
SB15 Schnellbus:
Froitzheim – Vettweiß – Gladbach – Lüxheim – Eggersheim – Hochkirchen – Nörvenich Hommelsh. Weg – Nörvenich Alter Bf – Eschweiler über Feld – Golzheim – Buir
RufBus 208 Rufbus: Nörvenich Hommelsh. Weg – Irresheim – Eggersheim – Lüxheim – Gladbach – Müddersheim – Disternich – Sievernich – Bessenich – Zülpich Adenauerpl./Schulzentr. (Sa nachmittags/abends)
N2 Nachtbus: nur in den Nächten Fr/Sa und Sa/So
Düren Bf/ZOB → Kaiserplatz → Merzenich → Nörvenich → Vettweiß → Stockheim → Binsfeld

LuftfahrtBearbeiten

PolizeiBearbeiten

Am 8. März 2006 wurde nach vielen Jahren wieder ein mit drei Polizisten besetzter Polizeiposten im Zentralort eingerichtet, der aber 2014 wieder auf einen Bezirksbeamten reduziert wurde. Er hat sein Büro im Rathaus.

FeuerwehrBearbeiten

In der Gemeinde gibt es in allen Orten, außer Eggersheim (aufgelöst um 1980), Hochkirchen (aufgelöst am 1. März 2005), Poll (aufgelöst etwa 1965) und Dorweiler (aufgelöst 2012), eine Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Nörvenich. In Binsfeld, Eschweiler über Feld, Oberbolheim, Pingsheim und Rath gibt es Jugendfeuerwehren.

RettungsdienstBearbeiten

Nörvenich hat eine hauptamtliche Rettungswache, die 24 Stunden mit zwei Rettungsassistenten und einem Rettungswagen vom Malteser Hilfsdienst (MHD) besetzt ist. Sie wird vom Kreis Düren als Träger des Rettungsdienstes betrieben. Die Rettungswache betreut Teile der Gemeinden Vettweiß und Nörvenich. Nachdem sie früher im Bauhof der Gemeinde im Gewerbegebiet zur Miete untergebracht war, wurde am 9. Dezember 2009 an der Ecke Kapellenstraße/B477 in Eggersheim die neue Rettungswache eingeweiht.

Dazu gibt es noch eine ehrenamtliche MHD-Station, die einen Krankenwagen besitzt.

Technisches HilfswerkBearbeiten

In Nörvenich ist ein ehrenamtlich besetzter Ortsverband (OV) des Technischen Hilfswerkes ansässig. Die Unterkunft ist direkt neben dem ehemaligen Bahnhof in Nörvenich. Der OV verfügt über einen technischen Zug und eine Fachgruppe Räumen. Die Zuständigkeit des technischen Zuges beschränkt sich auf die Gemeinden Nörvenich, Vettweiß und Merzenich. Die Fachgruppe ist auch über die Gemeindegrenzen hinweg einsetzbar. Der technische Zug kann auf Anforderung des jeweils zuständigen Ortsverbandes auch außerhalb des Zuständigkeitsbereiches eingesetzt werden.

Museum Europäische KunstBearbeiten

Im Jahr 1980 kaufte die Familie Bodenstein die damalige Gymnicher Burg, renovierte sie in jahrelanger Arbeit vollständig, änderte den Namen in Schloss Nörvenich und präsentiert dort unter dem Namen Museum Europäische Kunst die weltweit größte Sammlung von Kunstwerken des Bildhauers Arno Breker.

BildungBearbeiten

In Nörvenich gibt es zwei Grundschulen (Nörvenich für 215 Schüler und Eschweiler ü.F. für 125 Schüler). Weiterführende Schulen werden in Düren, Erftstadt und Zülpich besucht.

Auf dem Gebiet der Erwachsenenbildung sind neben der Volkshochschule auch private, kirchliche, kommunale und vereinsgebundene Initiativen aktiv.

Als Versammlungsstätten stehen mehrere Bürgerhallen sowie die Neffeltalhalle (erbaut 1988) mit über 400 Sitzplätzen im Zentralort Nörvenich zur Verfügung.

VereineBearbeiten

Mit rund 70 Vereinen bieten sich in Nörvenich Möglichkeiten zu sportlichen, kulturellen und geselligen Aktivitäten. Schützenbruderschaften sowie Bürgervereine und Dorfgemeinschaften sorgen für die Pflege alten Brauchtums.

Kindergärten/-tagesstättenBearbeiten

Es gibt fünf Kindertagesstätten und drei Kindergärten.

MusikBearbeiten

In Schloss Nörvenich betreibt der berühmte Gitarrenvirtuose Lajos Tar die private Musikschule „Musica Humana“.

Die Rockgruppe Can hatte im Schloss 1968 bis 1969 ihr Studio eingerichtet. Teile ihres ersten Albums Monster Movie wurden hier aufgenommen.

Die Geschwister Kalscheuer bauten im 19. Jahrhundert Orgeln.

UnternehmenBearbeiten

Nörvenich ist der Stammsitz der Buir-Bliesheimer Agrargenossenschaft. In Nörvenich war der Sitz der inzwischen nicht mehr existierenden Brauerei Nörvenich.

In Nörvenich gibt es je eine Bankfiliale der

Das 1933 gegründete Kloster Mariahilf wird heute von der Caritas als Seniorenheim betrieben. Bis 2017 war der Betreiber die kath. Kirchengemeinde St. Medardus.

PersönlichkeitenBearbeiten

Weitere Persönlichkeiten siehe bei den jeweiligen Ortsteilen.

SonstigesBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Heinrich Heesel: Die Grafen von Nörvenich, Saffenberg und Mülbach in ihrem Umland. Geschichts- und Heimatverein Nörvenich, Hrsg. 1986.
  • Karl Heinz Türk: Burg Binsfeld in der Gemeinde Nörvenich bei Düren. ISBN 3-88094-649-3.
  • Karl Heinz Türk: Zwolf Ortschroniken für die Ortsteile der Gemeinde. Selbstverlag mit der Gemeindeverwaltung.
  • Karl Heinz Türk: Straßennamen in der Gemeinde Nörvenich. Heft 1–4.

WeblinksBearbeiten

Commons: Nörvenich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2020 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 21. Juni 2021. (Hilfe dazu)
  2. @1@2Vorlage:Toter Link/www.bi-bigben.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) Die Zukunft der Braunkohle in ausgewählten Revieren, Neue Tagebaue: …, Erp-Irresheim. Forschungsstelle Umweltpolitik der Freien Universität Berlin, April 2008, S. 1. (PDF; 147 kB; abgerufen am 26. März 2010)
  3. Flugblatt der Bürgerinitiative „Bürger gegen Isweiler Feld“@1@2Vorlage:Toter Link/www.gruene-dueren.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. Karte der Braunkohle-Lagerstätten und Tabelle der möglichen Tagebaue mit Angabe der Kohlevorräte aus einer Untersuchung von Rheinbraun und der Landesregierung auf der die Entscheidung für den Tagebau Garzweiler II (= Frimmersdorf West-West) in den 1980er Jahren basiert (Memento vom 19. Juni 2010 auf WebCite) PDF; 145 kB; 2 S.
  5. https://www.noervenich.de/Startseiten-Artikel/20190809-Einwohnerzahlen.php
  6. Norboniacum – Die Geschichte Nörvenichs. Mathieu Mausbach, Nörvenich 1975, herausgegeben von der Gemeinde Nörvenich und dem Geschichts- und Heimatverein
  7. Franz Cramer: Rhein. Ortsnamen aus römischer und vorrömischer Zeit. 1970, ISBN 3-253-02165-3.
  8. P. Lauster: Statussymbole. München 1977.
  9. Engels: Landwehren im Herzogtum Jülich.
  10. M. Mausbach: Norboniacum – Die Geschichte Nörvenichs. Nörvenich 1975.
  11. Rumpel-Fischbach: Materialien. S. 622.
  12. Altes Urbar im Mauritiuskloster zu Köln
  13. Wilhelm Kaspers: Die Ortsnamen der Dürener Gegend. Düren 1949.
  14. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 77.
  15. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 307.
  16. https://noervenich50.wordpress.com
  17. Kommunalwahlen am 13.09.2020 – Wahlergebnisse Nörvenich. Abgerufen am 20. September 2020.
  18. Timo Czech wird Chef im Nörvenicher Rathaus. auf: aachener-zeitung.de, 13. September 2015.
  19. Horst Wallraff: Nationalismus in den Kreisen Düren und Jülich. 2000, ISBN 3-927312-30-4, S. 150.
  20. Herbert Pelzer: Eine neue Gedenktafel im Nörvenicher Schlosspark. In: Jahrbuch Kreis Düren 2011. ISBN 978-3-942513-00-5, S. 13–15.
  21. Hauptsatzung der Gemeinde Nörvenich, § 2 Absatz 1 und 2. (PDF; 717 kB) (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 10. Februar 2016; abgerufen am 21. Dezember 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.noervenich.de
  22. Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz. Band 9: Die Kunstdenkmäler des Kreises Düren. Herausgegeben von Paul Clemen, Düsseldorf 1910, S. 1.
  23. Neue Tarifbestimmungen für den Bördeexpress 2010. IG Rurtalbahn e.V., Bürgerbahn e.V., archiviert vom Original am 11. Juni 2009; abgerufen am 7. September 2010: „Verbundfahrscheine des VRS und des AVV werden anerkannt“
  24. @1@2Vorlage:Toter Link/www.boerdeexpress.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven) Stichworte zur Reaktivierung der Eifel-Bördebahn bis 2014. (PDF; 966 kB). IG Rurtalbahn e.V., Bürgerbahn e.V. Leuchtturmprojekt kann die Landesgartenschau 2014 in Zülpich sein.
  25. Arbeitskreis Eifelbahnen (Hrsg.): 150 Jahre Eifel-Bördebahn Düren–Zülpich–Euskirchen. Jubiläumsfestschrift. Bad Münstereifel 2014.
  26. https://www.aachener-zeitung.de/lokales/dueren/mit-dem-wasserstoff-auto-durch-noervenich_aid-52974811