Mynkiwzi (Dunajiwzi)

Dorf in der Ukraine
Mynkiwzi
Миньківці
Wappen fehlt
Mynkiwzi (Ukraine)
Mynkiwzi (48° 51′ 14″ N, 27° 6′ 27″O)
Mynkiwzi
Basisdaten
Oblast: Oblast Chmelnyzkyj
Rajon: Rajon Dunajiwzi
Höhe: 177 m
Fläche: 4,184 km²
Einwohner: 1.092 (2014)
Bevölkerungsdichte: 261 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 32463
Vorwahl: +380 3858
Geographische Lage: 48° 51′ N, 27° 6′ OKoordinaten: 48° 51′ 14″ N, 27° 6′ 27″ O
KOATUU: 6821885901
Verwaltungsgliederung: 1 Dorf
Adresse: вул. Радянська 20
32463 с. Миньківці
Website: Ortswebseite
Statistische Informationen
Mynkiwzi (Oblast Chmelnyzkyj)
Mynkiwzi (48° 51′ 14″ N, 27° 6′ 27″O)
Mynkiwzi
i1

Mynkiwzi (ukrainisch Миньківці; russisch Миньковцы Minkowzy, polnisch Mińkowce) ist ein Dorf im Süden der ukrainischen Oblast Chmelnyzkyj mit etwa 1100 Einwohnern (2014)[1]

Blick ins Dorf

GeografieBearbeiten

Mynkiwzi die einzige Ortschaft der gleichnamigen Landratsgemeinde in der historischen Region Podolien im Osten des Rajon Dunajiwzi.

Das Dorf liegt am Ufer der Uschyzja (Ушиця), einem 122 km langen, linken Nebenfluss des Dnister und an der Territorialstraße T–23–08, über die das Rajonzentrum Dunajiwzi nach 21 km in westliche Richtung und Nowa Uschyzja nach 14 km in östliche Richtung zu erreichen ist. Das Oblasthauptstadt Chmelnyzkyj befindet sich etwa 85 km nördlich der Ortschaft.

 
Hölzerne Synagoge in den 1920er Jahren

GeschichteBearbeiten

Das Dorf wurde 1404 erstmals schriftlich erwähnt.[2]

Dem polnischen Adeligen Ignacy Ścibor Marchocki (1755–1827), der hier Ende des 18. Jahrhunderts einen eigenen "Staat" gründete in dem es als ersten Staat in Osteuropa keine Leibeigenschaft mehr gab,[3] ist heute ein Museum im Ort gewidmet.

Die 1776 erbaute hölzerne Synagoge wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.[4]

1939 betrug der Anteil der jüdischen Bevölkerung des Dorfes 46,5 Prozent, was 1635 Menschen entsprach. Im gesamten Gebiet waren es 2412 Juden, von denen es nur wenigen gelang, die Region vor der Besetzung des Ortes durch die Wehrmacht am 12. Juli 1941 zu verlassen. Unmittelbar nach der Besetzung wurden den Juden befohlen sich registrieren zu lassen und Anfang August 1941 wurde im Dorf ein Ghetto eingerichtet.[5] Laut einer Meldung vom 31. August 1941, die der Höheren SS- und Polizeiführer Russland-Süd Friedrich Jeckeln per Funkspruch an den Reichsführer SS Heinrich Himmler machte, unternahm das Polizei-Bataillon 320 in Minkowzy eine Aktion, bei der 2200 Juden erschossen wurden. Bei dieser Aktion löste das Polizei-Bataillon das Ghetto in Mynkiwzi wieder auf, indem es unter Beteiligung der lokalen Polizei die jüdischen Einwohner auf der Hauptstraße sammelte und sie zu drei bereits ausgehobenen Massengräbern führte, wo man sie, ebenfalls unter Beteiligung der ukrainischen Polizei, in Gruppen zu 10 bis 15 Personen erschoss.[6] Diese Aktion wurde in späteren Ermittlungsverfahren möglicherweise zum Massaker von Kamenez-Podolsk gezählt. Am 28. März 1944 wurde Mynkiwzi von der Roten Armee befreit.[5]

LiteraturBearbeiten

  • Eintrag Minkovtsy, in: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust, Yad Vashem, Jerusalem 2009 ISBN 978-965-308-345-5, S. 474

WeblinksBearbeiten

Commons: Mynkiwzi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Ortswebseite auf mynkivtsi.ucoz.ua; abgerufen am 2. Juli 2017 (ukrainisch)
  2. Ortsgeschichte auf mynkivtsi.ucoz.ua; abgerufen am 2. Juli 2017 (ukrainisch)
  3. Seite zu Ignacy Ścibor Marchocki auf der Ortswebseite von Mynkiwzi unter mynkivtsi.ucoz.ua; abgerufen am 2. Juli 2017 (ukrainisch)
  4. https://kehilalinks.jewishgen.org/minkovtsy/ Abgerufen am 13. Juni 2018.
  5. a b The Untold Stories. The Murder Sites of the Jews in the Occupied Territories of the Former USSR - Minkovtsy; abgerufen am 2. Juli 2017 (englisch)
  6. Alexander Kruglov und Martin Dean: Min'Kovtsy. In: Geoffrey P. Megargee u. Martin Dean (Hrsg.). The United States Holocaust Memorial Museum encyclopedia of camps and ghettos, 1933–1945. Vol. 2, Ghettos in German-Occupied Eastern Europe. Indiana University Press; In association with the United States Holocaust Memorial Museum, Bloomington, [Washington, D.C.] 2012, ISBN 9780253355997, S. 1426.