Museum für Energiegeschichte(n)

Technikmuseum in Hannover

Das Museum für Energiegeschichte(n) ist ein Technikmuseum in Hannover, das vom Energieversorgungsunternehmen Avacon betrieben wird.

Museum für Energiegeschichte(n)
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Daten
Ort Hannover Welt-IconKoordinaten: 52° 22′ 8,6″ N, 9° 43′ 21,8″ O
Art
Industriekultur, Technik
Eröffnung 25. April 1979
Betreiber
Avacon Netz GmbH
Website
ISIL DE-MUS-284713
Sitz des Museums für Energiegeschichte(n) in Hannover

GeschichteBearbeiten

Der Grundstein für das Museum in seiner heutigen Form wurde im Jahr 1979 aus Anlass des 50. Firmenjubiläums der Hannover-Braunschweigischen Stromversorgungs AG (HASTRA), eines der fünf Vorläuferunternehmen von Avacon, gelegt. Das Museum trug anfangs den Charakter einer elektrotechnischen Sammlung und war auf dem Gelände der HASTRA in der Calenberger Neustadt untergebracht. Im Jahr 1987 zog das Museum an seinen heutigen Standort in der Humboldtstraße 32. Während der ersten beiden Dekaden des Bestehens des Museums, welches anfänglich den Namen „Elektrotechnisches Museum der HASTRA“ trug, wurde eine facettenreiche Sammlung an historischen und jüngeren Exponaten der Elektrizitätsgeschichte aufgebaut. Seit den späten 1990er-Jahren gingen die Bestrebungen dahin, das Museum für breite Besucherkreise zu öffnen und es als feste Institution in der hannoverschen Museumslandschaft sowie in der Kulturszene der Niedersächsischen Landeshauptstadt zu verankern.

Dauerausstellung, Exponate und SammlungBearbeiten

Die rund 600 m² große Dauerausstellung des Museums zeigt Exponate aus rund 300 Jahren Elektrizitätsanwendung. Ein Museumsrundgang beginnt an einer Elektrisiermaschine als Nachbildung eines Geräts aus den 1780er-Jahren. Daran werden historische Experimente, mit denen sich Forscher und Wissenschaftler im 18. Jahrhundert den Phänomenen der Elektrizität im Experiment annäherten, für Besucher authentisch nachgestellt. Neben den Anfängen der modernen Energietechnik zeigt das Museum für Energiegeschichte(n) die Geschichte der Elektrifizierung, der Stromversorgung und den Anwendungsfeldern der Elektrizität. Rund 1.000 historische Exponate gewähren einen Einblick in die verschiedensten Einsatzfelder der Elektrizität. Thematische Schwerpunkte der Sammlung sind Beleuchtung, Telekommunikation, Funk und Fernsehen, Medizintechnik, Körperpflege und Hygiene, Heizen, Kühlen, Waschen sowie elektrisch betriebene Spielzeuge. Besondere Exponate sind der Nachbau der Dynamomaschine von Werner von Siemens aus dem Jahr 1866, ein 15-Kilovolt-Strommast aus dem Jahr 1914, ein Quecksilberdampf-Gleichrichter der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG) aus dem Jahr 1928 sowie eine umfangreiche Sammlung von Detektorapparaten und Rundfunkempfängern aus den 1920er- und 1930er-Jahren.

Die Bibliothek des Museums umfasst rund 3.000 Monografien, Sammelbände und Periodika aus den Bereichen der Nachrichten-, Energie- und Elektrotechnik. Sie deckt den Zeitraum vom 17.–21. Jahrhundert ab, wobei der zeitliche Schwerpunkt im 20. Jahrhundert liegt. Das Museum beherbergt zudem die historische Sammlung der 1898 durch Emil Berliner und Joseph Berliner in Hannover gegründeten Deutschen Grammophon GmbH. Diese umfasst historische Schriftdokumente, Tonträger, Abspielgeräte und Literatur.

KonzeptBearbeiten

Das Museum bietet regelmäßig Führungen für Kinder, Schüler und Erwachsene an. Zudem nimmt das Museum am Internationalen Museumstag, an der Nacht der Museen sowie am Entdeckertag der Region Hannover teil. Darüber hinaus widmet sich das Museum im Rahmen von Vorträgen und Podiumsdiskussionen aktuellen Fragestellungen rund um die Themenbereiche der Energiewende und der Energiezukunft. Zum Konzept des Hauses gehört darüber hinaus die Präsentation thematisch sehr breit gelagerter Sonderausstellungen aus den Bereichen der Energie-, Technik- und Kulturgeschichte.[1] Das Museum ist zudem mit den Wanderausstellungen „Energiegeschichte(n)“ und "Energiewende(n)" in verschiedenen Städten und Gemeinden Niedersachsens und Sachsen-Anhalts auf Tour.

SonderausstellungenBearbeiten

  • 2002: „Die leuchtende Welt der 50er Jahre“
  • 2005: „Heiße Luft und scharfe Klingen. Viel Werkzeug für Frisuren“
  • 2007: „Flotte Mixer, heiße Öfen. Die Küche wird elektrisch“
  • 2008/2009: „Ganz Dame und doch Hausfrau. Mode in der Werbung für Staubsauger, Radio & Co.“
  • 2009: „Solarwochen“
  • 2009/2010: „Elektrische Spielzeuge“
  • 2010/2011: „Bernstein, Blitz und Batterie. Die Entdeckung der Elektrizität“
  • 2011 „elektrisierend. Werbung für Strom 1890–2010“[2]
  • 2012/2013: „Licht an! Wie das Licht elektrisch wurde.“[3]
  • 2013/2014/2015: „Energiewende(n) – Geschichte. Hintergründe. Visionen“
  • 2015/2016: „78, 45, 33 – Vom sanften Ton zum starken Sound. Die Schallplatte begeistert die Welt“
  • 2016: „Ein Reich, welches ich gegründet habe – Werner von Siemens und die Elektrotechnik“
  • 2018: „Energieversorgung heute – vernetzt. intelligent. digital.“
  • 2020: „Auf Empfang – 100 Jahre Radio“

PublikationenBearbeiten

  • Seit 2000: Sammelblatt / Museum für Energiegeschichte(n); avacon, unregelmäßig erscheinende Zeitschrift, Hannover : Museum für Energiegeschichte(n), 2000ff.
  • Frauke Engel, Kathrin Symens: Ganz Dame und doch Hausfrau. Mode in der Werbung für Staubsauger, Radio & Co. Hannover 2008 (hgg. vom Museum für Energiegeschichte(n), Hannover).
  • Dietrich zur Nedden et al., Silvia Schmitz (Bearb.): Energiegeschichten. Hrsg.: Museum für Energiegeschichte(n), Lamspringe/Hildesheim: Quensen, 2007, ISBN 978-3-922805-92-2; Inhaltsverzeichnis
  • Lutz Pape, Hans-Jürgen Weinert: Bottichwaschmaschine & Haustelegraph. Anfänge der Elektrotechnik im Haushalt. Braunschweig 1993, ISBN 3-07-509513-3

WeblinksBearbeiten

Commons: Museum für Energiegeschichte(n) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tim S. Müller: Das Museum für Energiegeschichte(n) – Technikgeschichte im Zentrum Hannovers. In: Netzwerk Industriekultur im mittleren Niedersachsen e.V. (Hrsg.): Energie Geschichte. (Netzwerk Industriekultur, Heft 4). ecrivir, Hannover 2015, S. 46–48.
  2. Hannoversche Allgemeine (haz.de) vom 21. Juli 2011: Museum für Energiegeschichte(n)
  3. Hannoversche Allgemeine (haz.de) vom 7. November 2013: Schwefelkugeln und Sonnenschein