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Museum Bellerive

Museum in Zürich (Schweiz)
Museum Bellerive

Das Museum Bellerive ist im September 2018 zum Zentrum Architektur Zürich (ZAZ) geworden und soll vorerst drei Jahre als Pilotprojekt betrieben werden. Das Museum in der Villa Bellerive befindet sich an der Höschgasse in Riesbach und an der rechten Zürichseepromenade, dem Seefeldquai.[1]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Das um 1700 von der Familie des Statthalters Mathias Landolt erbaute Sommerhaus "Solitüde" stand bis 1924 auf dem Grundstück der heutigen Villa Bellerive. Die Haupthandlung des Jugendbuches Die Turnachkinder im Sommer von Ida Bindschedler spielt in der «Seeweid», wie im Buch die "Solitüde" genannt wird.

Die heute denkmalgeschützte Villa am See wurde 1931 für den Seidenkaufmann Julius Bloch-Sulzberger von Gustav Gulls Sohn Erhard (1895–1970) nach den Entwürfen des Berliner Villen-Architekten Alfred Breslauer gebaut. Breslauer und seine Tochter Marianne waren in den 1930er Jahren in die Schweiz emigriert. Die Familie Bloch wohnte zehn Jahre in der Villa bevor sie in die Vereinigten Staaten auswanderte und diese noch als Sommerresidenz behielt. Julius Bloch war einer der Unterstützer der Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland.[2]

Im 1968 eingerichteten Museum Bellerive am Zürichsee brachte das Museum für Gestaltung Zürich seine Sammlung kunsthandwerklicher Objekte unter und thematisierte in Wechselausstellungen die Schnittstelle zwischen Kunst, Kunsthandwerk und Design. Im Februar 2017 erfolgte die Rückgabe des Hauses an die Stadt Zürich.

AusstellungenBearbeiten

 
Museum Bellerive: 111 Bunker

Das Architekturzentrum wird neben architektonischen Themen auch Debatten über Städtebau, Stadtentwicklung, Raumplanung oder Umwelt anregen. Die Ausstellungen werden mit einem Rahmenprogramm (Vortragsabende, Führungen usw.) begleitet:

Die Eröffnungsausstellung erzählte die Geschichte der Villa Bellerive mit ihrer grossbürgerlichen Wohnkultur der 1930er Jahre. Je ein Raum war der Architektur Vater Breslauers und den Fotografien seiner Tochter gewidmet, deren Werk sich in der Fotostiftung Schweiz befindet.[3][4]

111 Bunker: Entdecke das verborgene Zürich! vom 17. November 2018 bis 28. Februar 2019: Die bauliche Ausgestaltung der sogenannten Limmatstellung wurde thematisiert. Die Stadt Zürich war 1939 als «obstacle absolu» in die erste Armeestellung einbezogen, dem Stadtkommando unterstellt und mit der Festung Uetliberg links der Limmat befestigt worden. Gleichzeitig fand rund um das Seebecken die Schweizerische Landesausstellung 1939 statt, die von der Geistigen Landesverteidigung geprägt war.[5][6] Von den während des Zweiten Weltkriegs gebauten Bunkern, Unterständen, Kavernen, Panzersperren, Sprengobjekten und Zivilschutzbunker sind noch 111 Bunker erhalten geblieben. Um diese kennen zu lernen, veranstaltet das Museum Bunkerführungen, Filmabende und Podiumsgespräche, die die Ausstellungsinstallation ergänzen sollen. Auf der speziell erstellten Bunkerwanderkarte sind fünf Bunker-Wanderrouten der folgenden Sperrstellen aufgeführt: Wollishofer Sperre, Seebecken und Limmatufer, Weihermatt und Buechhoger mit den Festungswerken Uetliberg der Militärhistorischen Gesellschaft des Kantons Zürich.[7]

Nach Zürich: Kontroversen zur Stadt - ein Anarchiv vom 4. April bis 25. August 2019: Die Ausstellung zeigt Meilensteine der Stadtentwicklung: Parkanlagen am See von Arnold Bürkli, genossenschaftlicher Wohnungsbau des Roten Zürich, Modernisierung der Nachkriegszeit mit Metropolenträumen und gescheiterten Verkehrsprojekten, Bau der S-Bahn und grossflächige Urbanisierung zum Metropolitanraum sowie Gentrifizierung und innere Verdichtung der letzten zwei Jahrzehnte.[8]

LiteraturBearbeiten

  • Noël Fäh, Domenic Schmid: Obstacle Absolu. Masterarbeit ETH, Zürich 2018.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten