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GeographieBearbeiten

Geographische LageBearbeiten

Muggensturm liegt in der Rheinebene am Fuße des Schwarzwaldes. Durch den Ort fließt der über 27 km lange Federbach, in dessen Einzugsbereich der Federbachbruch, ein 43 ha großes Naturschutzgebiet (hiervon 22,8 ha Niedermoor[2]) liegt.

Zu den benachbarten Orten zählen Bietigheim, Malsch, Oberweier, Kuppenheim, Waldprechtsweier und Bischweier (Rastatt).

GemeindegliederungBearbeiten

Zur Gemeinde Muggensturm gehören das Dorf Muggensturm und das Haus Ziegelhütte in der Steinhardt. Im Gemeindegebiet liegen die Wüstungen Eichelbach und Frierlinde.[3]

GeschichteBearbeiten

 
Kapelle St. Margarethe aus dem 13. Jahrhundert

Muggensturm wurde 1193 in einer Urkunde Papst Coelestins III. erstmals als Mugetstrum erwähnt. Der Wandel der Schreibung des Ortsnamens hin zu Muggensturm ist noch nicht eindeutig geklärt.

PolitikBearbeiten

GemeinderatBearbeiten

 
Rathaus mit Brunnen

Die Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 53,4 % (−0,7) zu folgendem Ergebnis:

  1. MBV 39,1 % (+0,3) – 5 Sitze (=)
  2. SPD 33,7 % (+0,5) – 5 Sitze (=)
  3. CDU 27,2 % (−0,7) – 4 Sitze (=)

Der Bürgermeister ist 15. Mitglied des Gemeinderats.

BürgermeisterBearbeiten

Der Diplom-Verwaltungswirt Dietmar Späth (* 1963) wurde im Jahr 1993 als Nachfolger von Christoph Müller zum Bürgermeister gewählt. 2001 wurde er mit über 96 % Zustimmung im Amt bestätigt, 2009 mit 98,5 %. Er kandidierte 2005 als Landrat des Landkreises Rastatt und 2007 als Oberbürgermeister von Achern, unterlag aber in beiden Wahlen.

GemeindeverbandBearbeiten

Die Gemeinde Muggensturm ist Mitglied des Gemeindeverbandes MÖBS.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

Mit der italienischen Gemeinde Gradara in der Provinz Pesaro und Urbino wurde im Juni 2002 offiziell eine Städtepartnerschaft besiegelt.

Im Jahr 2011 kam die deutsch-deutsche Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Schönwalde-Glien (Brandenburg) hinzu.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

KunstBearbeiten

Im Rathaus wurde im Jahre 2005 das Muggensturmer Bürgerband installiert, ein weltweit einzigartiges kommunales Fotoalbum. Ein Kommunikationskunstwerk, für das der Journalist Anton Jany 2316 Muggensturmer Bürger fotografierte. Die Porträts der Bürger sind auf Keramikkacheln „verewigt“, die, aneinandergereiht, wie ein Band durch die Gänge des Rathauses führen.

DenkmälerBearbeiten

Ein Denkmal bei Muggensturm erinnert an die am 29. Juni 1849 beim Gefecht am Federbach gefallenen preußischen Soldaten. Die Revolutionstruppen schlugen sich zwar tapfer gegen die preußische Übermacht, errangen aber nur Teilerfolge.

Regelmäßige VeranstaltungenBearbeiten

Das jährlich stattfindende Volksfest ist der Höhepunkt des Veranstaltungskalenders. Das Fest verläuft über vier Tage (Freitag bis Montag). Der ehemalige Blumenkorso fand immer am Sonntag und Montag statt. Die örtlichen Vereine bauten Wagen, bei denen sie über 200.000 Dahlien verarbeiten. Da es aber aufgrund von Trockenheit zu Lieferengpässen der Dahlien kam, entfällt der Blumenkorso seit 2011.

AuszeichnungenBearbeiten

Bundeswettbewerb „Entente Florale - Unsere Stadt blüht auf“Bearbeiten

Nach drei Bronzemedaillen gelang Muggensturm im Jahr 2010 endlich der große Wurf: Die Gemeinde wurde mit einer Goldmedaille für die Ortsentwicklung ausgezeichnet.

Ortsverschönerungswettbewerb des Landkreises Rastatt „Unser Dorf hat Zukunft“Bearbeiten

Beim Ortsverschönerungswettbewerb des Landkreises Rastatt belegte Muggensturm 2011 bereits zum fünften Mal in Folge den 1. Platz.

Artus-PreisBearbeiten

Die Gemeinde Muggensturm erreichte im Jahr 2006 Platz 4 beim Wettbewerb „Die besten Behörden Deutschlands“. Bei der Preisverleihung des Artus-Preises für Entbürokratisierung in Berlin wurde von Preis-Stifter Friedrich Ganz und dem damaligen thüringischen Ministerpräsidenten Dieter Althaus, dem Vorsitzenden der Jury, Muggensturm mit einem Sonderlob für „vorbildlich effektive und unbürokratische Aktivitäten im Bereich der Unternehmensansiedlung sowie Unterstützung durch unternehmensausgerichtete Bauleitplanung“ bedacht.

VereineBearbeiten

  • Der Tennisclub Rot-Weiss Muggensturm wurde am 20. Februar 1974 gegründet. Die Tennisanlage befindet sich am südöstlichen Rand von Muggensturm. Außerdem gibt es ein bewirtschaftetes Clubhaus und eine Minigolf-Anlage. Der Verein hat rund 320 Mitglieder.
  • Der Fußballverein 1918 Muggensturm ist der einzige Fußballverein in Muggensturm. Das Clubgelände mit bewirtetem Clubhaus, zwei Rasenplätzen und einem Hartplatz befindet sich in der Wilhelmstraße 36. Der Fußballverein hat ca. 550 Mitglieder. Er veranstaltet ein jährliches Sportfest mit Spielen der Jugend- / Senioren- und Frauenmannschaften des Vereins. Das Sportfest dauert von Freitag bis Montag. Weiterhin ist eine Mannschaft der Offenen Lebenshilfe Rastatt/Murgtal als eigene Abteilung dem Verein angeschlossen.[4]
  • Bei dem örtlichen Turnverein handelt es sich um den TV Muggensturm 1892 Neben dem Turnen gibt es im TV Muggensturm außerdem eine Abteilung Handball, Faustball und Radsport.
  • Der Schützenverein Muggensturm wurde 1919 gegründet und hat etwa 150 Mitglieder.
  • Der Tischtennisclub Muggensturm wurde 1975 gegründet. Er hat 178 Mitglieder mit fünf Herren-, einer Damen- und sechs Jugendmannschaften. Training und Punktspiele werden in der Turnhalle der Albert-Schweitzer-Schule ausgetragen.
  • Der Arbeitergesangverein Harmonie von 1900 wurde 1938 aufgrund seiner Nähe zur Sozialdemokratie und den Gewerkschaften von den Nationalsozialisten verboten. 1951 wurde er neu gegründet. Der Chor ist heute als gemischter Chor aktiv und pflegt sowohl die klassische Chorliteratur als auch moderne Sätze.
  • Der Modellflugverein MFC-Zaunkönig wurde 1990 gegründet und betreibt einen eigenen Modellflugplatz.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Muggensturm liegt an der B 3 sowie östlich der Rheintalbahn (MannheimBasel) und hat dort die zwei Haltepunkte Muggensturm, der halbstündig und Muggensturm Badesee, der stündlich von der S71 und S81 (Rastatt–Odenheim) bedient wird.

EnergieversorgungBearbeiten

Auf den Flachdächern des Logistikunternehmens Hartmann AG in Muggensturm wird eine der größten Dach-Photovoltaikanlagen betrieben. Auf etwa 80.000 Quadratmetern sind über 20.900 Solarmodule von Sharp installiert. Der Systemausstatter war die Conergy AG, die Peak-Leistung der Anlage beträgt 3,84 Megawatt. Die Inbetriebnahme fand im Juni und Dezember 2006 statt. Nach Schätzung der Betreiber erzeugt die Anlage jährlich ca. 3,5 Mio. Kilowattstunden elektrische Energie. Das entspricht dem Bedarf von über 3600 Personen oder 900 Vier-Personen-Haushalten. Die mit Modulen belegte Fläche ist so groß wie 16 Fußballfelder. Acht Wechselrichter der Firma SMA sind in einer doppelstöckigen Betonstation mit 6,8 m Höhe und einem Gewicht von über 50 Tonnen neben den Gebäuden untergebracht und wandeln den solaren Gleichstrom in Wechselstrom um, so dass er netzfähig wird. Die Kosten dieses großen Solarkraftwerkes beliefen sich auf knapp 17 Mio. EUR.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

BildungseinrichtungenBearbeiten

  • Albert-Schweitzer-Schule (Grundschule)
  • Kindergarten Edith-Stein
  • Kindergarten Oase
  • Kinderhaus „Spielwiese“

FeuerwehrBearbeiten

  • Freiwillige Feuerwehr
  • Jugendfeuerwehr
  • Kinderfeuerwehr
 
Kirche Maria Königin der Engel

Kirchen/PfarrämterBearbeiten

  • Evangelisches Pfarramt Bietigheim-Muggensturm
  • Katholisches Pfarramt „Maria Königin der Engel“

WeblinksBearbeiten

  Commons: Muggensturm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2018 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Themenpark Umwelt
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2, S. 180–181.
  4. Vereinshomepage des FV Muggensturm