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Moriz von Gemmingen

Jurist und Landgerichtspräsident
Moriz von Gemmingen (1817–1883)
Grabstellen von Moriz und Helene von Gemmingen auf dem Friedhof in Bonfeld

Moriz von Gemmingen (* 8. April 1817 in Heilbronn; † 17. April 1883 in Ulm) war Landgerichtspräsident in Ulm und Mitglied der I. und II. Kammer der Württembergischen Landstände.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Er entstammt dem 2. Ast (Bonfeld) der II. Linie (Gemmingen und Guttenberg) der Freiherren von Gemmingen und war der erste Sohn des württembergischen Gestütsdirektors Philipp Albrecht von Gemmingen (1782–1852) aus dessen erster Ehe mit der Heilbronner Industriellentochter Emilie von Rauch (1795–1821). Er studierte von 1835 bis 1839 Rechtswissenschaften in Tübingen, wo er dem Corps Suevia beitrat, und in Berlin. 1842 wurde er Gerichtsaktuar in Heilbronn, 1847 Oberjustizassessor in Tübingen, 1852 Oberjustizrat in Ulm. 1857 bat er um seine Entlassung und widmete sich anschließend der Bewirtschaftung seiner Güter in Bonfeld, wo er den Breitlochwald roden und den Eichhäuser Hof anlegen ließ. 1869 kehrte er in den Staatsdienst zurück und wurde Kreisgerichtsrat beim neu errichteten Kreisgericht in Heilbronn, wo er 1870 zum Kreistribunalrat aufstieg. 1878 wurde er Direktor des Ulmer Kreisgerichtshofs, 1879 Präsident des Ulmer Landgerichts. Er war nach 1870 ständisches Mitglied des württembergischen Staatsgerichtshofes.

In den Württembergischen Landständen gehörte er zunächst von 1856 bis 1861 als Vertreter der Ritterschaft des Donaukreises der II. Kammer an. Ab 19. November 1878 war er ernanntes lebenslanges Mitglied der I. Kammer. Er starb 1883 an einer Lungenentzündung und ist gemeinsam mit seiner Frau im Baronenviertel des Bonfelder Friedhofs begraben.

FamilieBearbeiten

Er heiratete 1859 seine Cousine Helene von Rauch (1834–1908), Tochter des Heilbronner Papierfabrikanten Moriz von Rauch. Die Töchter Charlotte und Rosa heirateten mit Ernst Bunge und Georg Born zwei Unternehmer, die in Buenos Aires mit Bunge, Born & Co. eine der größten deutschen Firmen in Argentinien eröffneten.[1]

Nachkommen:

  • Charlotte (1860–1948) ⚭ Ernst Bunge (1846–1933)
  • Ernst Karl Friedrich (1863–1939) ⚭ Anna Maria Zöbisch (1873–1958)
  • Mathilde (1864–1940) ⚭ Gustav Freiherr von Starkloff († 1918)
  • Rosa (1867–1958) ⚭ Georg Born (1848–1920)

AuszeichnungenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Carl Wilhelm Friedrich Ludwig Stocker: Familien-Chronik der Freiherren von Gemmingen, Heidelberg 1895, S. 122f.
  • Walter von Hueck (Hrsg.): Stammfolge des Geschlechts der Freiherren von Gemmingen, Sonderdruck aus dem Genealogischen Handbuchs des Adels Band 37 (Freiherrliche Häuser A, Band VI), C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1966.
  • Rudolf Petzold: Bonfeld und die Freiherren von Gemmingen von 1476 bis 1806, dem Übergang zu Württemberg, in: Heimatbuch Bonfeld, hrsg. von der Stadt Bad Rappenau 2000, S. 87.
  • Frank Raberg: Biographisches Handbuch der württembergischen Landtagsabgeordneten 1815–1933. Im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Kohlhammer, Stuttgart 2001, ISBN 3-17-016604-2, S. 253–254.
  • Frank Raberg: Biografisches Lexikon für Ulm und Neu-Ulm 1802–2009. Süddeutsche Verlagsgesellschaft im Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern 2010, ISBN 978-3-7995-8040-3, S. 116 f.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rudolf Martin: Handbuch der Millionäre in Württemberg mit Hohenzollern, Berlin 1914, S. 104/105.