Moritz Reichelt

deutscher Maler und Musiker

Moritz Reichelt alias Moritz R®. (* 8. Oktober 1955 in Halle/Saale) ist ein deutscher Maler und Musiker. Er ist der Sohn des Malers Tom Reichelt und dessen zweiter Frau Fe Reichelt. Seine gegenständliche und erzählerische Malerei zeigt stilistische Einflüsse von Expressionismus und Kubismus bis zur amerikanischen Illustrationskunst der 1950er Jahre und verbindet Humor mit abgründigem Sarkasmus. Reichelt ist Mitglied von Der Plan und Mitbegründer des deutschen Schallplattenlabels Ata Tak.

Beruflicher WerdegangBearbeiten

Bereits 1968 war Reichelt mit einem Bild auf der Documenta 4 in Kassel vertreten. 1978 gründete er mit Frank Fenstermacher die erste New Wave-Galerie der Welt namens „Art Attack“ in Wuppertal, aus der später das Label Ata Tak hervorging.

Reichelt gehörte zum Umkreis der Gruppe Normal, einer Künstlergruppe um die tschechischen Maler Milan Kunc und Jan Knap, sowie den Nürnberger Peter Angermann.

Reichelt war vertreten in den Ausstellungen Treibhaus (Kunstmuseum Düsseldorf 1982), Kunstkongress (Kunstverein Hamburg 1988), Malerei 2000 (Hamburg 1993), Zurück zum Beton (Kunsthalle Düsseldorf 2002), Pop am Rhein (Stadtmuseum Köln 2007), Embedded Art (Akademie der Künste, Berlin 2009)[1] und Geniale Dilletanten (Haus der Kunst, München 2015)[2]. Einzelausstellungen hatte er außer in Deutschland u. a. in Tokio, Wien, Rotterdam und Los Angeles (La Luz De Jesus).

Reichelt gestaltete neben diversen Ata Tak-Platten, Videos und Bühnendekorationen auch die Cover einiger früher Depeche Mode-Singles, zahlreiche Bühnenbilder und Cover von Andreas Dorau, Sun Ra, Bugge Wesseltoft, Merricks u. a., sowie Filmplakate, z. B. für Manta – Der Film.

Außerdem war er als Ausstatter für Film und Fernsehen tätig, u. a. für Die letzte Rache, Haus Vaterland von Horst Königstein und das VOX-Medienmagazin Canale Grande. Unter dem Pseudonym „Marie-Claire de St.Rocaille“ illustrierte er sechs Jahre für das Magazin Tempo.

Seit den späten 1980er Jahren wandte sich Reichelt der exotischen Kunst vor allem der Südsee zu. Er war einer der Begründer des Tiki-Revivals in Deutschland und international der erste Maler dieses Genres.

Von 2006 bis 2008 gestaltete Moritz Reichelt als 3D-Computergrafiker unter den Pseudonymen „Mo Eriksen“ und „Moni Duettmann“ die virtuelle Präsenz von Universal Music Deutschland in Second Life.

Parallel zu seiner Tätigkeit als bildender Künstler war Moritz Reichelt stets gleichermaßen als Musiker tätig. Er kam 1978 zur Musik als Mitglied der Gruppe „Weltende“ des Gelsenkirchner Fluxus-Künstlers Jürgen Kramer. Danach gründete er eigene Bands, die „Karmann Ghias“, „Weltaufstandsplan“ und schließlich „Der Plan“. Mit dieser Band produzierte er neun Studioalben, fünf Singles und Filmmusiken (u. a. für Die letzte Rache). Die Band hatte im In- und Ausland eine Vielzahl von Bühnenauftritten, die Reichelt mit üppig gestalteten Bühnenbildern und gemalten Masken ausstattete. Der Plan gilt als einer der Wegbereiter der Neuen Deutschen Welle.

Darüber hinaus war Reichelt als Autor (Popkatalog Vol.1 - Postpsychedelische Malerei, Der Plan - Glanz und Elend der Neuen Deutschen Welle) und Filmemacher (K.u.K Revisited, JaPlan) tätig. Er schrieb u. a. für Titanic, Telepolis und junge Welt und Rolling Stone.

2005 kandidierte er für Die P.A.R.T.E.I. im Wahlkreis Berlin-Tempelhof—Schöneberg[3].

LiteraturBearbeiten

  • Moritz Reichelt: Der Plan. Glanz und Elend der Neuen Deutschen Welle. Die Geschichte einer deutschen Band. Verlag Martin Schmitz, Kassel, 1993, ISBN 3-927795-08-9.
  • Moritz Reichelt: Pop Katalog 1. Postpsychedelische Malerei, Verlag Werner Pieper & The Grüne Kraft, Löhrbach, 1998, ISBN 3925817972.
  • Jürgen Teipel: Verschwende Deine Jugend. Ein Doku-Roman über den deutschen Punk und New Wave. Suhrkamp, Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-518-39771-0.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Moritz Reichelt in CNN über "Embedded Art" (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dailymotion.com
  2. [1]
  3. Moritz Reichelt bei abgeordnetenwatch.de

WeblinksBearbeiten