Mordserie an Roma in Ungarn 2008–2009

Serie aus zehn rassistisch motivierten Anschlägen auf Roma in Ungarn

Die Mordserie an Roma in Ungarn 2008–2009 war eine Serie aus zehn rassistisch motivierten Anschlägen auf Roma in Ungarn, die sich in den Jahren 2008 bis 2009 ereignete und der sechs Personen zum Opfer fielen, darunter ein vierjähriger Junge. 55 Menschen wurden verletzt, fünf Personen erlitten schwere Verletzungen.

In den Medien wurde die Serie häufig als Roma-Morde bezeichnet, die rechtsextremen Täter als Todesbrigade.[1]

Tatorte und DatenBearbeiten

VorgehensweiseBearbeiten

Nach Darstellung von Medien suchten die Täter für ihre Anschläge Dörfer aus, in denen sie bereits bestehende Spannungen zwischen Roma und der Mehrheitsbevölkerung verstärkten. Sie bewarfen Häuser, in denen Roma wohnten, mit Molotowcocktails, um die Bewohner zum Verlassen zu zwingen. Die flüchtenden Leute beschossen sie mit Feuerwaffen.

Ermittlungen und VerfahrenBearbeiten

Anhand von GSM-Aufenthaltsdaten wurden vier Verdächtige ausgeforscht und im August 2009 gefasst.

Die drei Haupttäter wurden im August 2013 erstinstanzlich durch das Bezirksgericht Budapest wegen gemeinschaftlich begangenen mehrfachen Mordes aus niederen Beweggründen und weiteren Taten zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Urteil erlangte 2016 Bestandskraft. Der vierte Verdächtige, dem vorgeworfen wird, bei den Taten als Fahrer fungiert zu haben, kooperierte mit dem Gericht und wurde wegen Beihilfe zu 13 Jahren Haft verurteilt.

FilmBearbeiten

Im Spielfilm Just the Wind des ungarischen Regisseurs Benedek Fliegauf, der bei der Berlinale 2012 ausgezeichnet wurde, wird ein Teil dieser Serie behandelt. Gezeigt wird der letzte Tag einer Roma-Familie vor deren Ermordung.

Der Film Der Prozess von Budapest[2] (Judgment in Hungary)[3], Regie Eszter Hajdú, aus dem Jahr 2014 dokumentiert die Gerichtsverhandlung gegen drei Haupttäter und einen Komplizen über die gesamte Verfahrensdauer (167 Verhandlungstage) und die Urteilsverkündung. Der Film wurde am 12. April 2016 bei ARTE gesendet.

LiteraturBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

BelegeBearbeiten

  1. [1][2]Beispiele
  2. Der Prozess von Budapest: ARD, ARTE (Memento des Originals vom 12. April 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.arte.tv
  3. Film-Homepage