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Montefalco ist eine italienische Gemeinde mit 5577 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2017) in der Provinz Perugia in der Region Umbrien und ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia[2] (Die schönsten Orte Italiens).

Montefalco
Wappen
Montefalco (Italien)
Montefalco
Staat Italien
Region Umbrien
Provinz Perugia (PG)
Koordinaten 42° 54′ N, 12° 39′ OKoordinaten: 42° 53′ 33″ N, 12° 39′ 1″ O
Höhe 473 m s.l.m.
Fläche 69 km²
Einwohner 5.577 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte 81 Einw./km²
Postleitzahl 06036
Vorwahl 0742
ISTAT-Nummer 054030
Volksbezeichnung Montefalchesi
Website Montefalco
Montefalco
Montefalco

Lage und DatenBearbeiten

Auf einem Hügel oberhalb der Flüsse Topino und Clitunno in 431 Meter Höhe gelegen, bietet sich von diesem „Balkon Umbriens“ ein weiter Blick über die Ebene nach Perugia und Assisi, Foligno und Spello, Trevi und Spoleto.

Den Namen Falkenberg erhielt der Ort, welcher zuvor Coccorone hieß, in der Mitte des 13. Jahrhunderts, wahrscheinlich zu Ehren von Kaiser Friedrich II., der hier oft zur Falkenjagd weilte. Noch heute ziert der Falke das Stadtwappen und eines der Stadttore.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die Altstadt ist von einer gut erhaltenen Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert mit vier Toren umgeben. Sehenswert sind:[3]

  • Palazzo Comunale, das Rathaus an der Piazza del Comune (erbaut 1270)
  • Patrizierhäuser: Palazzo Bontadosi (16. Jh.), Palazzo de Cuppis (wiedererbaut 1480/9), Palazzo Santi Gentili (spätes 16. Jh.), Palazzi Senili (16. Jh., Corso Goffredo Mameli/Piazza del Comune), Palazzi Tempestivi (16. Jh., Piazzetta Mustafà/Via Tempestivi)
  • Kirchen:
    • Sant’Agostino (Augustinerkirche, erbaut 1279–85, vorher San Giovanni Battista)
    • Kollegiatkirche San Bartolomeo, romanische Kirche (11. Jh.)
    • Santa Chiara da Montefalco (1615–70) mit dem Grab der heiligen Klara von Montefalco, Fresken, und dem Augustinerinnenkloster St. Klara [zum Heiligen Kreuz und St. Katharina von Alexandrien] (Santuario di Montefalco, Santuario di Santa Chiara della Croce)[4]
    • San Leonardo (13. Jh., ehem. Santa Maria del Paradiso) mit Kloster (Augustinerinnen, ehem. Mutterkloster von S. Chiara)
    • San Filippo Neri (Oratorianer, erbaut 1705, profaniert 1860)
    • San Fortunato (erbaut 1442, Observanten)
    • San Francesco (erbaut 1336/40, Franziskaner, profaniert 1863): Hier befindet sich die Pinakothek mit Werken von Perugino und Benozzo Gozzoli
    • Sant’Illuminata (1491/1500, Augustiner, dann der Collegiata di San Bartolomeo unterstellt)
    • Santa Maria della Consolazione (erbaut 1588): Fresken
    • Santa Maria di Piazza (16. Jh.)
    • Santa Maria della Selvetta, heute San Rocco (13. Jh., Kleine Franziskaner/Trertianer bis 1526, Klarissen 1536–1577, 1947 rekonstruiert)
    • Santa Maria di Turrita (12. Jh.)
    • sowie: Santa Maria delle Grazie (bis 1769, San Lorenzo, 12. Jh.), Santa Elisabetta di Vecciano (17. Jh.), Santa Maria dei Laici (17. Jh.), Chiesa dell’Addolorata (ca. 1269, ehem. Tertianerinnenkloster), San Clemente (erbaut 1577, ehem. Tertianerinnenkloster, baufällig)

In der Nähe der Stadt liegen die Kirchen San Fortunato (15. Jh.) mit Fresken von Benozzo Gozzoli, Santa Illuminata (16. Jh.), Madonna della Stella und San Rocco (erste Franziskanerkirche).

WeinBearbeiten

Unter dem Namen Montefalco DOC werden Weiß- und Rotweine aus Montefalco und Umgebung angebaut und vertrieben. Sie besitzen seit 1979 eine „kontrollierte Herkunftsbezeichnung“ (Denominazione di origine controllata – DOC), die zuletzt am 7. März 2014 aktualisiert wurde.[5] Im Jahr 2017 wurden von 435 ha 14.881 Hektoliter DOC-Wein erzeugt.<[6]

  • Der Montefalco Bianco muss zu mindestens 50 % aus der Rebsorte Grechetto und zu 20–35 % aus Trebbiano Toscano bestehen. Höchstens 30 % andere weiße Rebsorten, die für den Anbau in der Region Umbrien zugelassen sind, dürfen zugesetzt werden.
  • Der Montefalco Rosso muss zu mindestens 60–70 % aus der Rebsorte Sangiovese und zu 10–15 % aus Sagrantino bestehen. Höchstens 30 % andere rote Rebsorten, die für den Anbau in der Region Umbrien zugelassen sind, dürfen zugesetzt werden.

Als Besonderheit wird rund um Montefalco die seltene Rebe Sagrantino angebaut, aus der auch der rote DOCG-Wein Montefalco Sagrantino gekeltert wird. Im Jahr 2017 waren es 7402 Hektoliter.[6]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Montefalco – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • umbriatourism.it: Montefalco, Bilder und Wissenswertes (deutsch)

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2017.
  2. I borghi più belli d’Italia. (offizielle Webseite), abgerufen am 13. August 2017 (italienisch).
  3. Monuments of Montefalco, keytoumbria.com (englisch, ausführliche Unterseiten)
  4. Chiara da Montefalco, Homepage (italienisch).
  5. Disciplinare di Produzione della Denominazione di Origine Controllata (Produktionsvorschriften und Beschreibung). (PDF) In: ismeamercati.it. 27. November 2017, abgerufen am 16. Juli 2018 (italienisch).
  6. a b Weinbau in Zahlen 2018. (PDF) In: V.Q.P.R.D. d’Italia 2018. federdoc.com, abgerufen am 4. Juni 2019 (italienisch).