Montauriol (Pyrénées-Orientales)

Gemeinde im Département Pyrénées-Orientales, Frankreich

Montauriol (katalanisch Montoriol) ist ein südfranzösischer Ort und eine Gemeinde mit 247 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Département Pyrénées-Orientales der Region Okzitanien in der historischen Provinz des Roussillon.

Montauriol
Montoriol
Montauriol (Frankreich)
Montauriol
Region Okzitanien
Département Pyrénées-Orientales
Arrondissement Céret
Kanton Les Aspres
Gemeindeverband Aspres
Koordinaten 42° 35′ N, 2° 43′ OKoordinaten: 42° 35′ N, 2° 43′ O
Höhe 149–463 m
Fläche 11,10 km2
Einwohner 247 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 22 Einw./km2
Postleitzahl 66300
INSEE-Code

Montauriol Kirche Sant Sadurní

Lage und KlimaBearbeiten

Das Dorf Montauriol selbst ist keine homogene Einheit, eher eine Ansammlung von Gehöften (mas) am Ostrand der französischen Pyrenäen in einer Höhe von ca. 200 m. Montauriol liegt zwischen der ca. 20 km (Luftlinie) entfernten spanischen Grenze und der etwa 24 km (Fahrtstrecke) in nordöstlicher Richtung entfernten Großstadt Perpignan. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 680 mm/Jahr) fällt überwiegend im Winterhalbjahr.

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2016
Einwohner 99 166 203 85 188 236
Quelle: Cassini und INSEE

WirtschaftBearbeiten

Die hier ansässige und noch stark geprägt von der katalanischen Kultur lebte jahrhundertelang als Selbstversorger von den Gärten und kleinen Feldern. Die Viehzucht und die Herstellung von Schafs- und Ziegenkäse sowie von Würsten und einfachen, aber wetterfesten Textilien waren die einzigen Erwerbsmöglichkeiten. Der vormals der sehr waldreiche Bestand an Steineichen, Korkeichen und Kastanien wird zunehmend durch Rodung zugunsten des EG-subventionierten Weinbaus bedroht. Dank neuer Mischverfahren und Marketingstrategien gewinnt der regionale Rot- und Roséwein immer mehr Abnehmer. Das Gebiet ist in Frankreich noch bekannt für seinen Kirschenanbau, der aber durch den aufkommenden Pfirsichanbau stark bedrängt wird. Mittlerweile spielt auch die Vermietung von Ferienwohnungen (gîtes) eine wichtige Rolle im Wirtschaftsleben der Gemeinde.

GeschichteBearbeiten

Montauriol ist als Ortsname in Katalonien und im Languedoc sehr verbreitet, stammt doch seine Herkunft aus dem Lateinischen und bedeutet profan „Goldener Berg“ (lat. mons aureolus).

Die Geschichte des Dorfes begann mit der Eroberung der Region durch die Karolinger um 800 n. Chr. Im 9. und 10. Jahrhundert entstanden – trotz oder wegen der Grenzlage zu Al-Andalus in diesem Raum einflussreiche Abteien wie die Abtei Saint-André, die Abtei Sainte-Marie (Arles-sur-Tech) und die Abtei Saint-Michel-de-Cuxa, die fast in jedem der, wenn auch spärlich besiedelten Täler Tochterkirchen gründeten. So wie hier in Montauriol das Kirchlein Saint-Saturnin.

Im Gebiet der heutigen Gemeinde bestanden früher zwei kleine Weiler. Montauriol d’Amont lag auf dem Höhenzug über der Schlucht von Hostalets (nach einem in der Nähe liegenden Mas Les Hostalets) und ist heute verschwunden. Früher soll hier eine Burg (château) gestanden haben, wovon noch einige Steinhaufen und ein viereckiger Turm zeugen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Eglise Sant-Saturní
 
Kapelle Saint-Amans
  • Vor dem Rathaus (mairie) steht die lebensgroße Statue La Vendangeuse („die Weinleserin“), die vom deutschen Bildhauer Peter Weiss (1924–1981) geschaffen wurde, der von 1963 bis zu seinem Tod in Montauriol lebte und arbeitete[3].
Umgebung
  • Die ebenfalls aus Bruchsteinen erbaute Kapelle Saint-Amans (katalanisch Sant Amanç de la Ribera) befindet sich etwa 2 km westlich des Ortes in einem Wald. Sie wird noch dem 12. Jahrhundert zugeordnet, aber auch hier wurde der Glockengiebel später erneuert oder hinzugefügt.
  • Etwa 4 km südwestlich steht die im Äußeren ähnlich schmucklose, aber etwas jüngere Kapelle Sainte-Marie.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Montauriol – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Montauriol – Kirche
  2. Montauriol – Altarretabel
  3. Michael Marx: Das Fest geht weiter; Über das Leben des Bildhauers Peter Weiss. Worms: 1990, ISBN 3-88325-440-1