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Monika Schoeller (* 15. September 1939 als Monika von Holtzbrinck) ist eine deutsche Verlegerin und Mäzenin. Sie ist gemeinsam mit ihrem Halbbruder Stefan von Holtzbrinck Teilhaberin der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, Mitglied des Aufsichtsrats und seit 1974 Leiterin der S. Fischer Verlage in Frankfurt am Main.

LebenBearbeiten

Monika Schoeller ist die Tochter des Verlegers Georg von Holtzbrinck und seiner Ehefrau Addy, geborene Griesenbeck. Ihre Geschwister sind Georg-Dieter und Karin, ihr Halbbruder Stefan. Monika von Holtzbrinck studierte Sprachen, Literatur und Kunstgeschichte. Sie heiratete den Literaturwissenschaftler Bernd Schoeller. 1968 gebar sie eine Tochter.[1]

Monika Schoeller und Stefan von Holtzbrinck halten seit dem vollständigen Rückzug ihres Bruders Georg-Dieter von Holtzbrinck Mitte 2006 jeweils 50 % der Anteile der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck.

Laut der Liste der reichsten Deutschen wird das Vermögen von Monika Schoeller auf 1,1 Milliarden Euro geschätzt. Damit steht sie auf Platz 54 der Rangliste.

VerlegerinBearbeiten

1974 übernahm Monika Schoeller die Verlagsleitung der S. Fischer Verlage. Im Oktober 2002 zog sie sich aus der operativen Leitung der S. Fischer Verlage zurück, blieb aber ohne Ressort Vorsitzende der Geschäftsleitung.

Unter ihrer Ägide wurde 1977 im Fischer Verlag unter anderem die sogenannte „Schwarze Reihe“ ins Leben gerufen und veröffentlicht, die sich um die Aufarbeitung der „Zeit des Nationalsozialismus“, so der offizielle Titel der Reihe, verdient gemacht hat.[2] Eine weitere einflussreiche Reihe, die in Schoellers Anfangsjahren für Aufsehen sorgte, ist „Die Frau in der Gesellschaft“, die 1975 mit Alice Schwarzers Der kleine Unterschied und seine großen Folgen startete.[3]

Ihr Verdienst ist die historisch-kritische Gesamtausgabe der Werke Hugo von Hofmannsthals und die große kommentierte Frankfurter Ausgabe Thomas Manns

Durch ihre Entscheidung erhält das Deutsche Literaturarchiv in Marbach nach und nach das als hochkarätig beurteilte Archiv des S. Fischer Verlags, soweit es trotz Verlusten durch Emigration und während des Zweiten Weltkriegs vorhanden ist; zudem werden Erschließung und Erforschung auf verschiedenen Wegen zusätzlich finanziert.[4][5]

Monika Schoeller wird besonders für ihren dezenten und taktvollen Umgang und ihr starkes Bewusstsein für das literarische Erbe des Fischerverlags gelobt. Sie setzt daher besonders auf Kontinuität und die Fortführung der Fischer Traditionen.[6]

Bis 2002 betrieb Schoeller den bereits seit den Siebzigerjahren zur Holtzbrinck-Gruppe gehörigen[7] Coron-Verlag in Zürich[8], der für umstrittene Verkäufe von Nachdrucken historischer Bibeln von der Württembergischen Landesbibliothek kritisiert wurde.[9]

Soziales EngagementBearbeiten

Monika Schoeller rief 2002 die S. Fischer Stiftung ins Leben, heute eine der wichtigsten kulturellen Stiftungen in Deutschland. Stiftungszweck ist die Förderung kultureller und wissenschaftlicher Projekte von nationaler und internationaler Bedeutung, dabei setzt man sich besonders für die Übersetzungsförderung ein. Ein Beispiel hierfür ist das Projekt Traduki, das in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und dem Auswärtigen Amt entstand und sich mittels Literatur- und Übersetzerförderung für einen kulturellen Austausch mit und in Südosteuropa engagiert.[10]

Schoeller war Mitglied des Kuratoriums des Literaturhauses Frankfurt sowie der Kurt-Wolff-Stiftung.

AuszeichnungenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Monika Schoeller (70), BuchMarkt.de, 15. September 2009
  2. http://www.fischerverlage.de/ftv/historie/html/1977.html
  3. http://www.fischerverlage.de/ftv/historie/html/1975.html
  4. Anne Bohnenkamp: Vom Glück der Begegnung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. September 2019, S. 11.
  5. Erschließung des S.-Fischer-Verlagsarchivs. dla-marbach.de, abgerufen am 16. September 2019.
  6. Silvia Bovenschen: Monika Schoeller zum Siebzigsten - Ehre durch Ruhmvermeidung in FAZ.net, 15. September 2009.
  7. Schön, edel, echt. In: Der Spiegel 43/1970 vom 19. Oktober 1970, S. 242.
  8. monetas.ch, abgerufen am 16. September 2019.
  9. Merian-Bibel 1630. Das Stuttgarter Exemplar. wlb-stuttgart.de, abgerufen am 16. September 2019.
  10. http://www.hessen.de/irj/HMdJ_Internet?rid=HMdJ/HMdJ_Internet/nav/eab/eab50ad9-d54d-b701-be59-263b5005ae75,80d2d28a-06a1-121b-30bc-d44e9169fccd,,,11111111-2222-3333-4444-100000005004%26_ic_uCon_zentral=80d2d28a-06a1-121b-30bc-d44e9169fccd%26overview=true.htm&uid=eab50ad9-d54d-b701-be59-263b5005ae75@1@2Vorlage:Toter Link/www.hessen.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  11. Feier einer Mäzenin

WeblinksBearbeiten