Modum

Kommune in Buskerud in Norwegen

Modum ist eine Kommune im norwegischen Fylke Viken. Die Kommune hat 14.166 Einwohner (Stand: 1. Januar 2021). Verwaltungssitz ist die Ortschaft Vikersund.

Wappen Karte
Wappen der Kommune Modum
Modum (Norwegen)
Modum (59° 55′ 37,56″ N, 9° 57′ 38,16″O)
Modum
Basisdaten
Kommunennummer: 3047
Provinz (fylke): Viken
Verwaltungssitz: Vikersund
Koordinaten: 59° 56′ N, 9° 58′ OKoordinaten: 59° 56′ N, 9° 58′ O
Fläche: 517,24 km²
Einwohner: 14.166 (1. Jan. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Sunni Grøndahl Aamodt (Sp) (2015)
Lage in der Provinz Viken
Lage der Kommune in der Provinz Viken

GeografieBearbeiten

Die Gemeinde grenzt an die Nachbarkommunen Drammen, Ringerike, Hole, Sigdal, Krødsherad, Øvre Eiker und Lier. Im östlichen Gebiet von Modum liegt der südwestliche Abschnitt des Sees Tyrifjord. Von dort aus fließt der Fluss Drammenselva weiter Richtung Süden, entlang dessen mit Åmot und Vikersund die beiden größten Ortschaften liegen.[2] Die höchste Erhebung ist der Lauvkollen mit einer Höhe von 703,5 moh., der östlich der Drammenselva liegt.[3]

BevölkerungBearbeiten

In Modum liegen drei sogenannte Tettsteder, also Ansiedlungen, die für statistische Zwecke als eine Ortschaft gezählt werden. Diese sind Åmot/Geithus mit 6648 Einwohner (Stand: 2020), das Verwaltungszentrum Vikersund mit 3232 Einwohner und Sysle mit 255.[4] Ab 1945 hielt sich die Bevölkerungszahl bis in die 1970er-Jahre stabil, bevor sie begann, leicht anzusteigen. Zwischen 2007 und 2017 wuchs die Zahl um 0,9 Prozent.[5]

Die Einwohner der Gemeinde werden Moding genannt.[6] Offizielle Schriftsprache ist wie in vielen Kommunen in Viken Bokmål, also die weiter verbreitete der beiden norwegischen Sprachformen.[7]

GeschichteBearbeiten

Im 17. Jahrhundert wurde die Hassel Eisenhütte zur Eisenproduktion errichtet. Im Jahr 1773 folgte das Blaufarbenwerk Modum als erster großer Chemiebetrieb Skandinaviens. Das Blaufarbenwerk ist mittlerweile als Museum geöffnet.[8] In der Gemeinde liegen mehrere Kirchen. Die Heggen kirke im Osten Vikersunds wurde um 1200 errichtet, die Holzkirche Nykirke im Westen von Åmot im Jahr 1847.[9][10]

Bis zum 31. Dezember 2019 gehörte Modum der damaligen Provinz Buskerud an. Diese ging im Zuge der Regionalreform in Norwegen in die zum 1. Januar 2020 neu geschaffene Provinz Viken über.[11]

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

Entlang der Drammenselva und entlang des Ufers des Tyrifjords verläuft die Eisenbahnstrecke der Randsfjordbanen und der Krøderbanen, die das Gebiet unter anderem an die Stadt Drammen und an weitere wichtige Bahnlinien anbinden. In Vikersund befindet sich der Bahnhof Vikersund.[12] Ebenfalls parallel zur Drammenselva verläuft der Riksvei 35.

WirtschaftBearbeiten

Modum war lange ein wichtiger Industriestandort, die Zahl der Arbeitsplätze in den Industriebetrieben ging über Jahrzehnte jedoch stark zurück. Die Betriebe siedelten sich unter anderem wegen der günstigen Lage an der Drammenselva und seinen Zuflüssen an, die zur Stromproduktion verwendet werden konnten. Bis heute ist diese von größerer Bedeutung und es befinden sich mehrere große Kraftwerke in Modum. Nun sind neben der Industrie auch der Handel sowie der öffentliche Sektor wichtige Arbeitgeber. Die Landwirtschaft konzentriert sich vor allem auf den Anbau von Getreide und die Rinderhaltung. Auch die Forstwirtschaft spielt in größerem Maße eine Rolle.[5] Im Jahr 2019 arbeiteten von 6925 Arbeitstätigen 4723 in Modum selbst, die restlichen verteilten sich auf Kommunen wie Drammen, Øvre Eiker oder Ringerike.[13]

SportBearbeiten

In Modum befindet sich die größte Skiflugschanze der Welt, der Vikersundbakken. Dieser wurde 1936 erbaut und ist bis heute die einzige Skiflugschanze in Norwegen.[14]

Name und WappenBearbeiten

Das seit 1985 offizielle Wappen der Kommune zeigt drei silberne linksschräge Wellenfäden auf blauem Hintergrund. Diese sollen die drei wichtigsten Flüsse von Modum darstellen.[15]

Der Name leitet sich vom altnordischen Namen Móðheimr ab, welcher sich vermutlich aus den beiden Bestandteilen „móða“ (deutsch: (großer) Fluss) und „heim“ zusammensetzt.[16]

PersönlichkeitenBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Modum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 07459: Alders- og kjønnsfordeling i kommuner, fylker og hele landets befolkning (K) 1986 – 2021 Statistisk sentralbyrå. 23. Februar 2021 (norwegisch)
  2. Modum kommune. In: Norgeskart. Kartverket, abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch).
  3. Høgaste fjelltopp i kvar kommune. Kartverket, 1. September 2015, abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch (Nynorsk)).
  4. Tettsteders befolkning og areal. Statistisk sentralbyrå, 4. Dezember 2019, abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch).
  5. a b Geir Thorsnæs: Modum. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch).
  6. Innbyggjarnamn. Språkrådet, abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch (Nynorsk)).
  7. Forskrift om målvedtak i kommunar og fylkeskommunar (målvedtaksforskrifta). In: Lovdata. 6. Januar 2020, abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch).
  8. Blaafarveværket. In: Visit Norway. Abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch).
  9. Hegge kirke. In: Kirkesøk. Abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch).
  10. Nykirke kirke, Modum. In: Kirkesøk. Abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch).
  11. Kommunal- og moderniseringsdepartementet: Nye kommune- og fylkesnummer fra 2020. In: regjeringen.no. 27. Oktober 2017, abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch).
  12. Vikersund. Bane NOR, abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch).
  13. Pendlingsstrømmer. Statistics Norway, abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch).
  14. Jørn Sundby: Vikersundbakken. In: Store norske leksikon. Abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch).
  15. Godkjenning av våpen og flagg, Modum kommune, Buskerud. In: Lovdata. Abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch).
  16. Modum. In: Norsk stadnamnleksikon. Abgerufen am 3. November 2020 (norwegisch).