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Der Mitropapokal ist ein jährlich ausgetragener Mannschaftswettbewerb im Schach, an dem nationale Auswahlmannschaften der Länder Mitteleuropas teilnehmen.

Inhaltsverzeichnis

Überblick und GeschichteBearbeiten

Mitropapokal 1953Bearbeiten

Im Jahre 1953 fand in Wien ein Turnier für Städtemannschaften unter der gleichen Bezeichnung statt. Es wird jedoch nicht als regulärer Vorläufer des heutigen Mitropapokals betrachtet. Bei diesem Wettkampf siegte Belgrad vor Wien, Zürich, München, Salzburg und Antwerpen.

GründungBearbeiten

Der Mitropapokal wurde erstmals 1976 ausgetragen. Wesentliche Initiatoren der Gründung waren die österreichische Schachmeisterin Gertrude Wagner, ihr Ehemann Karl Wagner und der Präsident des Österreichischen Schachbundes Kurt Jungwirth.

AustragungenBearbeiten

Seit 1976 wird der Wettbewerb jährlich ausgetragen, fand allerdings in den Jahren 1986, 1989, 1992, 1994, 1996 und 2001 nicht statt. Die Ausrichtung wird jeweils von einem der teilnehmenden Länder übernommen.

Teilnehmende LänderBearbeiten

Das "klassische" Starterfeld bestand zunächst aus den Mannschaften von Deutschland, Frankreich, Italien, Jugoslawien, Luxemburg, Österreich und der Schweiz. Luxemburg nahm 1990 zum letzten Mal am Turnier teil. Im gleichen Jahr debütierte die Mannschaft aus Ungarn, ein Jahr später die Tschechoslowakei. In den Jahren 1993 und 1995 gaben die Niederlande ein "Gastspiel" im Mitropapokal.

Nach den politischen Umwälzungen zu Beginn der 1990er-Jahre starten nunmehr regelmäßig die Mannschaften aus Deutschland, Frankreich, Italien, Kroatien, Österreich, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn. Polen hält sich jeweils in Reserve, wenn ein anderes Land verzichtet. Dies geschah bei den Frauen erstmals 2013, im offenen Turnier erstmals 2014.

Verzichten einzelne Länder auf die Teilnahme, so werden die frei bleibenden Plätze oft von zusätzlichen Mannschaften des Gastgebers besetzt.

Üblicherweise entsenden die teilnehmenden Länder nicht ihre A-Nationalmannschaft, sondern geben starken Nachwuchsspielern eine anspruchsvolle Wettkampfgelegenheit.

TurnierformBearbeiten

Mit Ausnahme des ersten Turniers 1976 (KO-System) wird jeweils ein Rundenturnier ("Jeder gegen Jeden") absolviert. Jede Mannschaft besteht aus vier Spielern (plus Ersatzmann). Erstes Wertungskriterium sind seit 2008 die Mannschaftspunkte, zuvor waren es die Brettpunkte. 2018 wurden wieder die Brettpunkte als erstes Kriterium gewertet.

Mitropapokal der DamenBearbeiten

Seit 2002 gibt es zusätzlich einen Wettbewerb der Damen. Nach der ersten Austragung wurde er 2005 wieder aufgenommen und findet seither zeitgleich und am gleichen Ort mit dem offenen Turnier statt. Bis 2016 wurde im Turnier der Damen nur an zwei Brettern gespielt. 2008 und 2011 absolvierte man mit nur je sechs Mannschaften ein doppelrundiges Turnier.

ErgebnisseBearbeiten

Offenes TurnierBearbeiten

Jahr Gastgeber Platz 1 Platz 2 Platz 3
1 1976 Innsbruck Deutschland  Deutschland Schweiz  Schweiz Jugoslawien  Jugoslawien
2 1977 Bad Kohlgrub Osterreich  Österreich Schweiz  Schweiz Frankreich  Frankreich
3 1978 Castelvecchio Pascoli Jugoslawien  Jugoslawien Italien  Italien Deutschland  Deutschland
4 1978 Bern Jugoslawien  Jugoslawien Schweiz  Schweiz Deutschland  Deutschland
5 1980 Rovinj Deutschland  Deutschland Jugoslawien  Jugoslawien Frankreich  Frankreich
6 1981 Luxemburg Jugoslawien  Jugoslawien Italien  Italien Schweiz  Schweiz
7 1982 Bourgoin Frankreich  Frankreich Jugoslawien  Jugoslawien Osterreich  Österreich
8 1983 Lienz Jugoslawien  Jugoslawien Deutschland  Deutschland Schweiz  Schweiz
9 1984 Bad Lauterberg Deutschland  Deutschland Jugoslawien  Jugoslawien Osterreich  Österreich
10 1985 Aranđelovac Jugoslawien  Jugoslawien Schweiz  Schweiz Osterreich  Österreich
11 1987 Mürren Deutschland  Deutschland Frankreich  Frankreich Jugoslawien  Jugoslawien
12 1988 Aosta Jugoslawien  Jugoslawien Deutschland  Deutschland Schweiz  Schweiz
13 1990 Leibnitz Deutschland  Deutschland Ungarn  Ungarn Italien  Italien
14 1991 Brünn Jugoslawien  Jugoslawien Tschechoslowakei  Tschechoslowakei Deutschland  Deutschland
15 1993 Bad Wörishofen Ungarn  Ungarn Deutschland  Deutschland Schweiz  Schweiz
16 1995 Bükfürdő Ungarn  Ungarn Niederlande  Niederlande Slowenien  Slowenien
17 1997 Montecatini Terme Slowenien  Slowenien Kroatien  Kroatien Ungarn  Ungarn
18 1998 Portorož Kroatien  Kroatien Tschechien  Tschechien Slowenien  Slowenien
19 1999 Baden Ungarn  Ungarn Schweiz  Schweiz Kroatien  Kroatien
20 2000 Charleville-Mézières Frankreich  Frankreich Ungarn  Ungarn Kroatien  Kroatien
21 2002 Leipzig Slowenien  Slowenien Deutschland  Deutschland Ungarn  Ungarn
22 2003 Pula Deutschland  Deutschland Tschechien  Tschechien Slowenien  Slowenien
23 2004 Zemplínska šírava Kroatien  Kroatien Slowakei  Slowakei Slowenien  Slowenien
24 2005 Steinbrunn Slowenien  Slowenien Kroatien  Kroatien Slowakei  Slowakei
25 2006 Brünn Ungarn  Ungarn Tschechien  Tschechien Kroatien  Kroatien
26 2007 Szeged Frankreich  Frankreich Italien  Italien Deutschland  Deutschland
27 2008 Olbia Kroatien  Kroatien Ungarn  Ungarn Tschechien  Tschechien
28 2009 Rogaška Slatina Kroatien  Kroatien Italien  Italien Ungarn  Ungarn
29 2010 Chur Italien  Italien Ungarn  Ungarn Schweiz  Schweiz
30 2011 Merlimont Deutschland  Deutschland Italien  Italien Osterreich  Österreich
31 2012 Šibenik Ungarn  Ungarn Slowenien  Slowenien Kroatien  Kroatien
32 2013 Meißen Kroatien  Kroatien Deutschland  Deutschland Tschechien  Tschechien
33 2014 Ružomberok Ungarn  Ungarn Deutschland  Deutschland Slowakei  Slowakei
34 2015 Mayrhofen Osterreich  Österreich Slowakei  Slowakei Deutschland  Deutschland
35 2016 Prag Tschechien  Tschechien Deutschland  Deutschland Italien  Italien
36 2017 Balatonszárszó Kroatien  Kroatien Tschechien  Tschechien Frankreich  Frankreich
37 2018 Isola di Capo Rizzuto Italien  Italien Ungarn  Ungarn Deutschland  Deutschland
38 2019 Radenci

Turnier der DamenBearbeiten

Jahr Gastgeber Platz 1 Platz 2 Platz 3
1 2002 Saint-Vincent Slowenien  Slowenien Frankreich  Frankreich Deutschland  Deutschland
2 2005 Steinbrunn Slowenien  Slowenien Tschechien  Tschechien Slowakei  Slowakei
3 2006 Brünn Slowenien  Slowenien Deutschland  Deutschland Kroatien  Kroatien
4 2007 Szeged Ungarn  Ungarn Slowenien  Slowenien Slowakei  Slowakei
5 2008 Olbia Italien  Italien Deutschland  Deutschland Ungarn  Ungarn
6 2009 Rogaška Slatina Slowenien  Slowenien Slowenien   Slowenien "B" Italien  Italien
7 2010 Chur Italien  Italien Slowenien  Slowenien Ungarn  Ungarn
8 2011 Merlimont Italien  Italien Deutschland  Deutschland Ungarn  Ungarn
9 2012 Šibenik Deutschland  Deutschland Slowenien  Slowenien Italien  Italien
10 2013 Meißen Slowakei  Slowakei Deutschland  Deutschland Italien  Italien
11 2014 Ružomberok Italien  Italien Deutschland  Deutschland Osterreich  Österreich
12 2015 Mayrhofen Ungarn  Ungarn Italien  Italien Slowakei  Slowakei
13 2016 Prag Deutschland  Deutschland Italien  Italien Ungarn  Ungarn
14 2017 Balatonszárszó Ungarn  Ungarn Frankreich  Frankreich Kroatien  Kroatien
15 2018 Isola di Capo Rizzuto Deutschland  Deutschland Osterreich  Österreich Italien  Italien
16 2019 Radenci

MedaillenspiegelBearbeiten

Offenes TurnierBearbeiten

Platz Land Gold Silber Bronze
01 Deutschland  Deutschland 7 7 6
02 Jugoslawien Sozialistische Föderative Republik  Jugoslawien 7 3 2
03 Ungarn  Ungarn 6 5 3
04 Kroatien  Kroatien 6 2 4
05 Slowenien  Slowenien 3 1 4
06 Frankreich  Frankreich 3 1 3
07 Italien  Italien 2 5 2
08 Osterreich  Österreich 2 4
09 Tschechien  Tschechien 1 4 2
10 Schweiz  Schweiz 5 5
11 Slowakei  Slowakei 2 2
12 Tschechoslowakei  Tschechoslowakei 1
Niederlande  Niederlande 1

FrauenBearbeiten

Platz Land Gold Silber Bronze
1 Slowenien  Slowenien 4 4
2 Italien  Italien 4 2 4
3 Deutschland  Deutschland 3 5 1
4 Ungarn  Ungarn 3 4
5 Slowakei  Slowakei 1 3
6 Frankreich  Frankreich 2
7 Osterreich  Österreich 1 1
8 Tschechien  Tschechien 1
9 Kroatien  Kroatien 2

Weblinks und QuellenBearbeiten