Missão do Sagrado Coração de Jesus (Soibada)

Die Mission in Soibada

Die Missão do Sagrado Coração de Jesus (deutsch Mission des Heiligsten Herz Jesu) in Soibada ist ursprünglich eine christliche Mission im Landesinneren der osttimoresischen Gemeinde Manatuto. Sie beherbergt die älteste, bestehende Missionsschule des Landes, die auch das Coimbra Osttimors genannt wird.[1] In der katholischen Schule im Suco Manlala (638 m Meereshöhe) werden 600 Schüler von 6 bis 16 Jahren unterrichtet, davon leben 78 im Konvent mit den drei Nonnen, die als Lehrkräfte in der Schule arbeiten.[2]

GeschichteBearbeiten

 
Die Mission in Soibada
 
Der Turm der Mission

Anfang des 18. Jahrhunderts missionierte der Dominikaner Manuel de Santo António in Samoro und bekehrte den hiesigen Liurai, der traditionellen Herrscher Timors, zum Christentum. Zu Samoro gehörte auch Soibada.[3] 1856 registrierte die Portugiesen im Hochland von Manatuto allerdings keine Christen mehr.[4]

1899[5] gründeten Jesuiten und Schwestern der Canossianer, in Auftrag von Generalvikar António Joaquim de Medeiros, die Mission in Soibada, die damals aus einfachen Hütten bestand. Der Generalvikar, der für den Süden der Kolonie zuständig war, nahm hier im Jahr 1900 seinen Sitz. Im selben Jahr begann der Bau des Wohnhauses der Missionare, der Herz-Jesu-Kirche und zweier Colégios. Das Colégio Nuno Álvares Pereira für die Jungen wurde 1904 eröffnet. Das Colégio da Imaculada Conceição für Mädchen begann mit seinem Betrieb um 1910. Soibada war in dieser Zeit das religiöse und Bildungszentrum auf Timor.[1][6]

Am 23. Dezember 1910 wurden die Jesuiten aber auf Befehl der neuen, republikanischen Verwaltung aus Soibada vertrieben. Erst mit der neuen portugiesischen Verfassung von 1933 und den Gesetzen von 1935 wurde das Dekret von 1910 wieder aufgehoben,[1] Am 13. Oktober 1936 wurde in Soibada das Priesterseminar Nossa Senhora da Fatima gegründet. Außerdem gab es mit der Escola São Francisco Xavier eine Schule zur Ausbildung von Katecheten.[6]

Die Gebäude der Mission entkamen der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg durch die Japaner, da der lokale Herrscher Raimundo Doutel Sarmento sich für sie einsetzte. Doch nach dem Krieg begann der Abstieg von Soibada. 1951 wurde das Priesterseminar und die Katechetenschule nach Dare verlegt und in Barique eine Diözese gegründet.[6]

In der Schule wurden erstmals die Kinder der Liurais europäisch erzogen und ausgebildet. Diese neue Generation bildete später eine neue, christliche Elite in der Kolonie, auf die sich die portugiesische Herrschaft stützen konnte. Auch der Freiheitskämpfer und Dichter der Nationalhymne Osttimors Francisco Borja da Costa, der spätere Bischof Alberto Ricardo da Silva und die ehemaligen Staatspräsidenten Nicolau dos Reis Lobato und José Ramos-Horta gingen hier auf das Colégio Nuno Álvares Pereira.

Seit der Unabhängigkeit Osttimors unterstützt die Hilfsorganisation Pittwater Friends of Soibada den Ort Soibada auch beim Erhalt der Gebäude.[7]

BauwerkBearbeiten

 
Eingang zum Colégio

Die Gebäude bestehen aus weiß getünchten Stein und sind auf einem Hügel errichtet worden. Das Hauptgebäude verfügt über ein Erd- und ein Obergeschoss und einen Dachboden. Die anderen Häuser verfügen über die gesamte Länge über eine Galerie, die als Veranda dient. Es gibt eine kleine Klausur und eine große, äußere Steintreppe, die in Form eines Freiluft-Auditoriums angelegt ist. Der Komplex bildet in der Art ein Benediktinerkloster nach. Auffällig sind die klaren geometrischen Formen und die mit doppelten, dunkelbraunen Holzfensterläden geschlossenen Galeriebögen, die dem lokalen Klima geschuldet sind. Die Türen und Fenster der unteren Etage haben gerade Stürze, während diejenigen der oberen Etage halbrund sind. Ein Portikus mit dreieckigen Giebel und zwei Säulen bildet den Haupteingang zu beiden Etagen des Gebäudes. Die Säulen bilden ein Paar mit zwei weiteren Säulen, die an die Fassade grenzen, so dass eine vom Giebel überdachte Veranda entsteht.[6]

GalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Colégio in Soibada – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Geoffrey C. Gunn: History of Timor. (Memento des Originals vom 24. März 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/pascal.iseg.utl.pt Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
  2. Pittwater Friends of Soibada: Soibada (Memento vom 16. Februar 2014 im Internet Archive), abgerufen am 27. September 2013
  3. Artur Teodoro de Matos: D. Frei Manuel de Santo António: missionário e primeiro bispo residente em Timor. Elementos para a sua biografia (1660-1733) (Memento des Originals vom 25. Mai 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cvc.instituto-camoes.pt (portugiesisch)
  4. Judith Bovensiepen, Frederico Delgado Rosa: Transformations of the sacred in East Timor, abgerufen am 27. Dezember 2017.
  5. Frédéric B. Durand: History of Timor-Leste, S. 68, ISBN 978-616215124-8.
  6. a b c d Património de Influência Portuguesa: Mission of the Sacred Heart of Jesus, abgerufen am 15. November 2016.
  7. Pittwater Friends of Soibada

Koordinaten: 8° 51′ 35,7″ S, 125° 56′ 33,4″ O