Mintraching

Gemeinde in Deutschland

Mintraching ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Regensburg in Bayern. Der gleichnamige Hauptort ist Sitz der Gemeindeverwaltung.

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Mintraching
Mintraching
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Mintraching hervorgehoben

Koordinaten: 48° 57′ N, 12° 15′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Regensburg
Höhe: 335 m ü. NHN
Fläche: 53,88 km2
Einwohner: 4867 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 90 Einwohner je km2
Postleitzahl: 93098
Vorwahl: 09406
Kfz-Kennzeichen: R
Gemeindeschlüssel: 09 3 75 170
Gemeindegliederung: 26 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Friedenstraße 2
93098 Mintraching
Website: www.mintraching.de
Erste Bürgermeisterin: Angelika Ritt-Frank (SPD)
Lage der Gemeinde Mintraching im Landkreis Regensburg
Landkreis Amberg-SulzbachLandkreis ChamLandkreis Dingolfing-LandauLandkreis EichstättLandkreis KelheimLandkreis LandshutLandkreis Neumarkt in der OberpfalzLandkreis Pfaffenhofen an der IlmLandkreis SchwandorfStraubingLandkreis Straubing-BogenRegensburgForstmühler ForstKreuther ForstBrunn (Oberpfalz)AlteglofsheimAltenthannAufhausenBach an der DonauBarbingBeratzhausenBernhardswaldBernhardswaldBrennbergBrunn (Oberpfalz)DeuerlingDonaustaufDuggendorfHagelstadtHemauHolzheim am ForstKallmünzKöferingLaaberLappersdorfMintrachingMötzingNeutraublingNittendorfObertraublingPentlingPettendorfPfakofenPfatterPielenhofenRiekofenRegenstaufSchierling (Oberpfalz)SinzingSünchingTegernheimThalmassingWenzenbachWiesent (Gemeinde)Wörth an der DonauWolfsegg (Oberpfalz)ZeitlarnKarte
Über dieses Bild

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Der Ort Mintraching liegt etwa 17 km südöstlich von Regensburg.

 
Ortsansicht von Mintraching

NachbargemeindenBearbeiten

An Mintraching grenzen (von Norden im Uhrzeigersinn): Barbing, Pfatter, Riekofen, Aufhausen, Hagelstadt, Alteglofsheim, Köfering, Obertraubling und Neutraubling.

GemeindegliederungBearbeiten

Es gibt 26 Ortsteile[2]:

 
Figur des hl. Georg auf dem Rathausplatz in Mintraching

GeschichteBearbeiten

MintrachingBearbeiten

Der Ort Mintraching wurde 768 als Muntrihhinga erstmals erwähnt. Es wurden jedoch hier auch Siedlungsspuren der ältesten Bauernkultur Mitteleuropas entdeckt. Bei der Herzogmühle wurden Spuren einer römischen Villa rustica gefunden. Es wurde von Bajuwaren besiedelt (die Endung -ing bedeutet, dass sich dort germanische Stämme dauerhaft niederließen). Gemäß Urkunden aus dem Jahre 1148 gehörte der Ort damals zum Kloster Niederaltaich. Das Kloster blieb bis zur Säkularisation 1803 wichtiger Grundherr im Ort.

MangoldingBearbeiten

EingemeindungenBearbeiten

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Mangolding, Moosham (mit dem im Jahr 1946 eingemeindeten Ort Tiefbrunn[3]) und Sengkofen sowie Gebietsteile der Gemeinden Köfering (Scheuer, Scheuermühl) und Rosenhof eingegliedert.[4][5]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3.591 auf 4.823 um 1.232 Einwohner bzw. um 34,3 %.

PolitikBearbeiten

Gemeinderatswahl 2020[6]
(in %)
 %
30
20
10
0
29,22
27,25
18,78
13,77
10,99
WV M/S/T
FWG M/R
FWG M/S
aktuelle Sitzverteilung im Gemeinderat Mintraching (15. März 2020)
     
Insgesamt 16 Sitze
  • CSU: 5
  • SPD: 4
  • WV M/S/T: 3
  • FWG M/R: 2
  • FWG M/S: 2

GemeinderatBearbeiten

Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 haben von den 3.904 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Mintraching, 2.640 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 67,62 % lag.[7]

BürgermeisterBearbeiten

Erste Bürgermeisterin ist seit 1. Mai 2014 Angelika Ritt-Frank (SPD).[8] Bei den Kommunalwahlen vom 15. März 2020 wurde diese mit 69,43 % der Stimmen wiedergewählt.[9]

Zeitraum Name Partei/Wählergruppierung
2008 bis 2014 Kurt Senft Freie Wähler
ab 1. Mai 2014 Angelika Ritt-Frank SPD

WappenBearbeiten

Blasonierung: „Schild gespalten von Gold und Rot, vorn ein grüner Dreiberg im Schildfuß, hinten ein silberner Schrägbalken.“[10]

Das Wappen wird seit 1953 geführt.

Wappenbegründung: Das Wappen setzt sich aus den zwei Wappen der ehemaligen Grundherren von Mintraching zusammen. Das Hochstiftswappen, ein silberner Schrägbalken im roten Feld, leitet sich vom Bischof Sigirich von Regensburg ab und der grüne Dreiberg im goldenen Feld der Benediktiner von der Abtei Niederalteich.

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
St. Mauritius in Mintraching

KirchenBearbeiten

  • Die Ortsmitte Mintraching wird durch die Pfarrkirche St. Mauritius (erbaut Ende des 17. Jahrhunderts) und die Kapelle St. Leonhard (erbaut im Pestjahr 1713) geprägt. Die Pfarrkirche aus dem 18. Jahrhundert besitzt eine klassizistische Ausstattung (Seitenaltäre von 1730) und eine Spiegeldecke. Neben dem Hochaltar jüngeren Datums stehen die Figuren des Heiligen Johannes Nepomuk und des Heiligen Franz Xaver aus der Barockzeit. Bemerkenswert sind auch die Holzfiguren aus dem 18. Jahrhundert. 1922 schuf der Maler Josef Wittmann einen Freskenzyklus.
  • Im Pfingstwinkel nahe dem Ort befindet sich ein Pestgrab mit 43 Toten aus dem Pestjahr 1713.
  • Die Wallfahrtskirche St. Maria in Scheuer aus der Zeit der Gotik besitzt eine Ausstattung aus Barock- und Rokokozeit.

Weitere BauwerkeBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Bahnlinie bei Mangolding

Der Bahnhof Mangolding liegt an der Bahnstrecke Regensburg–Passau. Er ist reiner Betriebsbahnhof: Die Züge halten nicht zum Ein- und Ausstieg.

PersonenBearbeiten

Söhne und Töchter der GemeindeBearbeiten

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt habenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Herbert Folger: Mintraching. Dorf- und Pfarrgeschichte 768–1968 (= Festschrift zur 1200-Jahrfeier der Gemeinde Mintraching 768–1968). Kallmünz 1968
  • Monika Seidel: Mintraching. Heimatgeschichte in Wort und Bild. Horb am Neckar 1998

WeblinksBearbeiten

Commons: Mintraching – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tabellenblatt "Daten 2", Statistischer Bericht A1200C 202041 Einwohnerzahlen der Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke 1. Vierteljahr 2020 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Mintraching in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 28. November 2017.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 555.
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 658 und 659.
  5. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 81–82, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnoten 17,19 und 14).
  6. https://wahlen.landkreis-regensburg.de/kommunal2020/20200315/09375170/html5/Gemeinderatswahl_Bayern_66_Gemeinde_Gemeinde_Mintraching.html
  7. https://wahlen.landkreis-regensburg.de/kommunal2020/20200315/09375170/html5/Gemeinderatswahl_Bayern_66_Gemeinde_Gemeinde_Mintraching.html
  8. Begrüßung. Gemeinde Mintraching, abgerufen am 25. September 2020.
  9. https://wahlen.landkreis-regensburg.de/kommunal2020/20200315/09375170/html5/index.html
  10. Eintrag zum Wappen von Mintraching in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 6. August 2020.