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Markenzeichen der MINOL AG ab 1990
Markenzeichen des VEB MINOL bis 1990
IFA G5 als Minol-Tankwagen
Minol-Tankstelle in Leipzig im Dezember 2009

Minol ist seit 1949 ein deutscher Markenname für Mineralölprodukte. Der Name besteht aus den beiden Anfangssilben von Mineralöl und Oleum (lat. Öl).

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Infolge der Zerschlagung der I.G. Farben nach 1945 wurde in Westdeutschland das Tankstellengeschäft unter der Marke Gasolin weitergeführt. Für den Absatz der Produkte, die von den in der Sowjetischen Besatzungszone liegenden Leunawerken hergestellt wurden, wurde ein neues Vertriebsnetz benötigt. Gründungsgesellschaften für dieses Unternehmen waren die am 1. Januar 1949 gegründete Deutsche Kraftstoff- und Mineralölzentrale (DKMZ), die später in Deutsche Handelszentrale (DHZ) umgewandelt wurde, sowie die Deutsch-Russische Naphta-AG (DERUNAPHT, Gründung 1927, Neugründung 1946), aus der der VEB Kraftstoff-Vertrieb hervorging. Beide gründeten am 1. Januar 1956 den VEB Kombinat Minol mit seiner gleichnamigen Handelsmarke. Der VEB war in der DDR für die Versorgung mit Kraft- und Schmierstoffen verantwortlich. Sitz der Firma war das Minolhaus am Berliner Alexanderplatz bis zu seinem Abriss 1968.

Unter dem Markennamen Minol wurden alle Produkte des VEB vertrieben, er hatte zum Zeitpunkt der Maueröffnung in der DDR einen Bekanntheitsgrad von 97 % (Sample Institut: Grundlagenstudie Minol in der BRD, September 1990). In anderen Ländern wurde diese Marke nicht verwendet. Die Markenfarben der alten Minol waren rote Schrift auf gelbem Hintergrund. Das Maskottchen, der Minol-Pirol, war in der DDR sehr bekannt. Zum Ende der DDR existierten 1989 rund 1.250 Minol-Tankstellen. Diese Zahl schließt auch kleine Stationen und Betriebsstationen mit ein.

Der VEB Minol erteilte im Juni 1990 unter Führung des Vorstandsvorsitzenden der am 8. Juni 1990 neu gegründeten Minol Mineralölhandel Aktiengesellschaft, Wolfgang Burkhardt, den Auftrag zur Erstellung eines modernen Markendesigns. Ziel war es, Minol als eigene Marke im vereinigten Deutschland zu etablieren und die bisherigen Farben Rot und Gelb zu ersetzen, da diese international vom Mitbewerber Royal Dutch Shell verwendet wurden. Das neue Minol-Design wurde von Hartmut Ciesla-Andresen und Michael Pfister gestaltet.

Die Minol Mineralölhandel AG betrieb drei Gesellschaften für den Kraftstoffvertrieb:

  • Minol Nordtank GmbH mit Sitz in Rostock
  • Minol Zentraltank GmbH mit Sitz in Potsdam
  • Minol Südtank GmbH mit Sitz in Chemnitz

Im Zuge der Privatisierung der DDR-Wirtschaft wurde zum 18. Januar 1993 die MINOL Mineralölhandel AG zusammen mit der Raffinerie Leunawerke an den französischen Mineralölkonzern Elf Aquitaine (98 Prozent) und die Thyssen Handels Union AG (2 Prozent) verkauft. Die Leuna-Affäre überschattete diesen Handel. Thyssen gab im April 1994 seine Aktien ab. Elf Aquitaine führte die Marke Minol zwei Jahre nach Übernahme des Unternehmens nicht mehr weiter. Die Markenrechte liegen seit 2000 beim französischen Mineralölunternehmen Total, der Nachfolgegesellschaft der Elf Aquitaine. Um sie nicht verfallen zu lassen, eröffnete Total in den Jahren 2003 und 2004 drei Minol-Tankstellen in Berlin, Chemnitz und Leipzig medienwirksam wieder im violetten Design. Aus wirtschaftlichen Gründen wurden die Stationen in Berlin und Chemnitz jedoch schon bald darauf geschlossen.

Heute existieren noch bzw. wieder vier Minol-Tankstellen: In Leipzig-Lindenau, seit Mai 2013 in Zeitz, seit Juni 2013 in Heidenau und seit Januar 2014 in Wesenberg.

KraftstoffangebotBearbeiten

Die Kraftstoffe wurden vorwiegend im VEB Leuna-Werke Walter Ulbricht hergestellt. In technischer Hinsicht richtete sich das Kraftstoffangebot in der DDR nach der TGL 6428. Bis 1945 wurde Kraftstoff auf Braunkohlebasis vertrieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf Schwelteerbasis umgestellt, bald darauf musste zunehmend auf Erdölbasis umgestellt werden. Die damaligen Kraftstoffe hatten eine niedrige Oktanzahl, waren nicht klopffest und verursachten Störungen an den Zündkerzen. Ab 1960 gelang es, Kraftstoff mit 78 Oktan in den Handel zu bringen, dieser wurde seinerzeit als VK "extra" angeboten, weiterhin war VK "normal" mit 72 Oktan im Angebot.[1] In Westdeutschland waren seinerzeit bereits Kraftstoffe mit 82 Oktan ("Regulär") und 88 Oktan ("Premium") erhältlich. Höherverdichtete Importwagen wie der Skoda Felicia wurden in die DDR in einer gedrosselten Ausführung verkauft, weil die Kraftstoffqualität nicht ausreichte. In späteren Jahren konnte die Kraftstoffqualität schrittweise verbessert werden.

In der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre bot Minol folgende Kraftstoffe an:

  • Normalgemisch (88 Oktan)
  • Normal ohne Öl (88 Oktan)
  • Extra (94 Oktan)
  • DK (Dieselkraftstoff)

Die genannten Kraftstoffe gab es auch bei Intertank (insbesondere an den Transitautobahnen). Dort wurden sie an rot-gelben Zapfsäulen gegen Mark der DDR verkauft. An grün-weißen Zapfsäulen wurden gegen bundesdeutsche DM verkauft:

  • Spezial (91 Oktan)
  • Super (98 Oktan)
  • Diesel

ab ca. 1986 zusätzlich:

  • Spezial bleifrei (91 Oktan)
  • Super bleifrei (95 Oktan)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Der Vergaserkraftstoff "Extra". In: Kraftfahrzeugtechnik 11/1962, S. 476–477