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Miniaturen ist der Titel einer Sammlung von drei Einaktern (Die Rache, Herbst und Die Kommode) aus der Endphase des Schaffens von Curt Goetz, die er unter dem Eindruck einer schweren Krankheit verfasste. Ihre Uraufführung fand am 12. Mai 1958 im Akademietheater, Wien, unter dem Titel Alte Möbel statt, die deutsche Erstaufführung bereits unter dem Namen Miniaturen am 17. November desselben Jahres im Rahmen einer Gala-Vorstellung zum 70. Geburtstag von Curt Goetz im Renaissance-Theater, Berlin.

Zwei der drei Einakter sind Originalstoffe von Curt Goetz, nämlich Die Rache und Herbst, der dritte Die Kommode ist eine freie Bearbeitung einer Vorlage von Guy de Maupassant.

BuchausgabeBearbeiten

Ebenfalls unter dem Namen Miniaturen erscheinen die drei kurzen Theaterstücke 1958 auch als Buchausgabe bei Herbig. Sie sind – so ist dort zu lesen – Dr. Herman Werder gewidmet, ohne dessen „chirurgische Kunst“ sie laut Autor „nicht mehr entstanden wären“. „Möge die Literatur ihm verzeihen“, setzt Goetz der Widmung mit dem ihm eigenen Understatement hinzu.

InhaltBearbeiten

Die RacheBearbeiten

Ein Mann sucht den Staatsanwalt auf, der ihn ins Gefängnis brachte, der aber auch der Ehemann seiner Geliebten, die sich nach der Entdeckung des Verhältnisses selbst getötet hat, war, um den Selbstmord zu rächen, an dem er dem Ehemann die Schuld gibt. Nach einem Wortgefecht, an dessen Ende eigentlich die Tötung seines Gegenübers stehen soll, muss der Mann erkennen, dass der Ehemann, der seine Frau über alles liebte, an dem Selbstmord ganz und gar unschuldig und seine verstorbene Geliebte Nymphomanin war.

HerbstBearbeiten

Cyprienne und ihre Tochter Florence befinden sich auf einem Kuraufenthalt. Auf einer Waldhöhe des Kurortes trifft Cyprienne Graf Dingelstädt, der sich zu ihr setzt und mit ihr über seine einzige wahre Liebe spricht, die er vor vielen Jahren verlor. Dingelstädts Gesprächspartnerin erkennt nach und nach, dass von ihr selbst die Rede ist, gibt sich allerdings – alt und blind geworden – nicht zu erkennen.

Die Biographie der Figur Graf Dingelstädts trägt offensichtliche Parallelen der Lebensgeschichte des Theatermannes Freiherr Franz von Dingelstedt.

Die KommodeBearbeiten

Ein Verwandtschaftsstreit um die Kommode der anscheinend verstorbenen Großmutter stellt sich, nachdem klar wird, dass die Großmutter noch lebt, zwar als müßig heraus, bewirkt aber doch Wichtiges.

SchallplattenausgabeBearbeiten

Curt Goetz und Valerie von Martens in „Miniaturen“
Studioalbum von Heiter & besinnlich. Aus der Literatur

Veröffent-
lichung(en)

1959

Label(s) Electrola

Format(e)

LP

Genre(s)

Sprechplatte

Titel (Anzahl)

2

Besetzung
  • Dr. von Alten – Curt Goetz
  • Frau Krause – Valerie von Martens
  • Cyprienne – Valerie von Martens
  • Graf Dingelstädt – Curt Goetz

In der Sprechplattenreihe Heiter & besinnlich. Aus der Literatur der Plattenfirma Electrola erscheint als neunte Folge 1959 das Album Curt Goetz und Valerie von Martens in „Miniaturen“, welches Schallplattenfassungen der beiden Goetz'schen Originalstücke aus Miniaturen in sich vereint. Curt Goetz selbst wirkte an diesen Produktionen als Sprecher der Rollen Dr. von Alten und Graf Dingelstädt, die er auch auf dem Theater verkörperte, mit. Den Cover-Text für das Album verfasste der Theaterkritiker Friedrich Luft. „Eine kleine Hohe Schule der Komödiendialektik“ nennt er darin das erste Stück, das zweite charakterisiert er als einfallsreiche Kurzkomödie „unversehens mit etwas Tragik garniert“.

Das Farbfoto auf der Titelseite zeigt den Autor und seine Frau Valerie in „Herbst“.

Seite 1Bearbeiten

Die Rache

Dr. von Alten – Curt Goetz

Frau Krause – Valerie von Martens

Der BesucherKlaus Kammer

Ort der Handlung: Das Anwaltsbüro des Herrn Dr. von Alten

Seite 2Bearbeiten

Herbst

Cyprienne – Valerie von Martens

Florence, ihre TochterHerta Staal

Graf Dingelstädt – Curt Goetz

SprecherKlaus Miedel

Ort der Handlung: Eine Bank auf der Waldhöhe eines Kurortes

Im HandelBearbeiten

Die zu den Miniaturen gehörigen Einakter von Curt Goetz sind heute einzeln über den Internetauftritt des Verlags Felix Bloch Erben erhältlich.