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Ein Porträt von Yoshinaka

Minamoto no Yoshinaka (jap. 源 義仲; 1154–1184)[1] war ein japanischer Aristokrat und Mitglied des Klans der Minamoto zur Zeit des Gempei-Krieges.

Inhaltsverzeichnis

Familie und frühe JahreBearbeiten

Yoshinaka war der Cousin des späteren Shoguns Minamoto no Yoritomo und dessen Bruders Minamoto no Yoshitsune. Er wuchs wahrscheinlich im Kiso-Gebirge auf.[2]

Rolle im Gempei-KriegBearbeiten

Als der militärische Konflikt zwischen den Taira und den Minamoto 1180 ausbrach, der später als Gempei-Krieg bekannt werden sollte, hob Minamoto no Yoshinaka noch im selben Jahr eine Armee aus und stellte sich auf der Seite der Minamoto gegen die Taira. 1183 war er der Oberbefehlshaber seines Klans in der Schlacht von Kurikara. Als er den Feind erblickte, befahl er seinen Kriegern, weiße Flaggen (das Symbol seines Klans) auf den Hügeln im Umland zu schwenken, um ein größeres Heer vorzutäuschen. Die eigentlich zahlenmäßig überlegenen Taira wagten es nicht, ihren Weg fortzusetzen und schlugen ihr Lager vorm Pass auf. Bei Sonnenuntergang griffen die Minamoto ihre Gegner von drei Seiten an und nahmen sie unter anderem auch mit einem Pfeilregen unter Beschuss. Yoshinaka ließ eine Herde von Ochsen den Pass hinunter in die feindliche Armee treiben. Hierdurch gerieten die Taira in Unordnung. Viele ihrer Kämpfer wurden zu Tode getrampelt oder stürzten in die Tiefe. Ein Großteil ihrer Truppen wurde von den Minamoto in einem Hinterhalt getötet. Nur wenige konnten entkommen. Die Verluste der Taira waren wohl enorm hoch. Die Schlacht von Kurikara gilt daher als eine entscheidende Schlacht und ein Wendepunkt im Gempei-Krieg.[3]

Ernennung zum Shogun und SturzBearbeiten

Im Laufe des Krieges gelang es Minamoto no Yoshinaka 1182 den ehemaligen japanischen Kaiser Go-Shirakawa gefangen zu nehmen. Dieser ernannte ihn wenig später zum Shogun (sei-i teishogun). Yoshinaka war nun nach diesem Schachzug, verbunden mit seinem Sieg in der Schlacht von Kurikara 1183, auf dem Höhepunkt seiner Macht. Es dauerte jedoch nicht lange bis er mit seinem eigenen Klan, den Minamoto, in Konflikte geriet, die militärisch ausgetragen wurden. 1184 wurde er von Minamoto no Yoshitsune getötet.[4]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Louis Frederic: Japan Encyclopedia, Cambridge/London 2002, S. 635.
  2. Yuriko Iwakiri: Japense Warriors Prints, 1646–1904, Michigan 2007, S. 164.
  3. Harald Pöcher: Kriege und Schlachten in Japan, Wien 2009, S. 62.
  4. Frederic 2002, S. 635f.