Milo Yiannopoulos

Milo Yiannopoulos (2014)

Milo Yiannopoulos (griechisch Μίλο Γιαννόπουλος; * 18. Oktober 1984[1]) ist ein britischer Journalist und Unternehmer.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Yiannopoulos wuchs im Süden Englands, in der Grafschaft Kent, als Sohn eines Griechen und einer Britin auf.[2][3][4] Er studierte an der University of Manchester, verließ die Universität jedoch ohne Abschluss. Anschließend studierte er zwei Jahre Englische Literatur am Wolfson College in Cambridge. Er verließ auch Cambridge ohne Abschluss.[5]

Yiannopoulos ist katholisch und homosexuell.[6]

Yiannopoulos gründete 2011 das Online-Technologiemagazin The Kernel und fungierte als dessen Chefredakteur.[7][8][9] Er verkaufte das Unternehmen 2014 an die The Daily Dot Media.[10] Er ist leitender Redakteur der Nachrichtenwebseite Breitbart News.[11]

Die Monatszeitschrift Wired UK nahm ihn 2012 in ihre Liste der hundert einflussreichsten Menschen der britischen digitalen Wirtschaft auf.[9]

The Dangerous Faggot TourBearbeiten

Ende 2015 begann Yiannopoulos eine Serie von Vorträgen an britischen und US-amerikanischen Universitäten unter dem Titel The Dangerous Faggot Tour, deutsch ‚Die Tour der gefährlichen Schwuchtel‘, die große mediale Beachtung fand. Die Vorträge an den Universitäten Rutgers, University of Minnesota, DePaul und University of California Los Angeles wurden von Protesten begleitet.[12][13][14][15] Einige seiner geplanten Vorträge wurden abgesagt.[16][17] Nach den Protesten in Minnesota setzten sich dortige Professoren für die Verteidigung der Redefreiheit ein.[18] Der Präsident von DePaul entschuldigte sich nach dem Vortrag in Chicago bei Yiannopoulos, kritisierte die protestierenden Studenten und verteidigte das Recht auf freie Meinungsäußerung in den Räumen der Universität.[19][20]

Am 1. Februar 2017 kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen im Vorfeld einer angekündigten Rede von Yiannopoulos auf dem Campus der Universität von Berkeley. Zum Teil vermummte Personen, die gegen die Rede protestierten, legten Feuer und warfen Steine sowie Molotowcocktails gegen anwesende Polizisten, die den Auftritt sichern sollten.[21] Dabei wurden mehrere Personen verletzt und vier Bankfilialen beschädigt.[22] Es entstand ein Schaden von insgesamt 100.000 US-Dollar. Der Auftritt wurde schließlich aus Sicherheitsgründen abgesagt.[23]

PositionenBearbeiten

Yiannopoulos wurde einer breiteren Öffentlichkeit bekannt durch seine Kommentierung der „Gamergate“-Kontroverse.[24][25] Er bezeichnet sich selbst als einen kulturellen Libertären (cultural libertarian) und Verteidiger der Redefreiheit.[26] Er ist ein Kritiker des Feminismus, des Islams, der politischen Korrektheit, einer nach seiner Sicht falschen sozialen Gerechtigkeit, die von einigen Linken propagiert werde, und anderer Bewegungen und Ideologien, welche er als autoritär und linksreaktionär bezeichnet.[27][28]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Incorporation documents – Sentinel Media Ltd, abgerufen am 13. November 2016.
  2. Tobias Rapp: Donald Trump und sein Posterboy Milo Yiannopoulos: Schwul, schick, rechts. In: Der Spiegel 4/2017. 22. Januar 2017, abgerufen am 24. Januar 2017.
  3. Joel Stein: Milo Yiannopoulos Represents a New Force in Electoral Politics. In: Bloomberg News. 15. September 2016, abgerufen am 13. November 2016.
  4. David Ng: Gamergate advocate Milo Yiannopoulos blames feminists for SXSW debacle. In: Los Angeles Times. 29. Oktober 2015, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  5. Milo Yiannopoulos: I dropped out of Manchester and Cambridge but it’s honestly fine. In: thetab.com. 13. Februar 2015, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  6. Milo Yiannopoulos: Sorry Papa, but Daddy Trump is the one defending catholics from invaders. In: Breitbart News. 22. Februar 2016, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  7. Charles Arthur: The Kernel sued by former contributors for non-payment. In: The Guardian. 11. August 2016, abgerufen am 13. November 2016.
  8. Charles Arthur: The Kernel to close as debts stay unpaid. In: The Guardian. 11. August 2016, abgerufen am 13. November 2016.
  9. a b Jennifer Hicks: Digital Media's Citizen Kane. In: Forbes. 19. Dezember 2012, abgerufen am 13. November 2016.
  10. Robin Wauters: The Kernel acquired by The Daily Dot Media; founder moves on. In: tech.eu. 10. August 2015, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  11. chwa: Das ist Milo Yiannopoulos, Posterboy der amerikanischen Rechten. In: jetzt.de. 22. November 2016, abgerufen am 6. Januar 2017.
  12. Jessica Chasmar: Rutgers students smear fake blood on themselves to protest Breitbart’s Milo Yiannopoulos. In: The Washington Times. 10. Februar 2016, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  13. Maura Lerner: Conservative pundit draws protesters at University of Minnesota. In: Star Tribune. 17. Februar 2016, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  14. Eugene Volokh: Speech by conservative speaker Milo Yiannopoulos shut down by protesters at DePaul — police and security don’t intervene. In: The Washington Post. 25. Mai 2016, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  15. Eric Zorn: Milo Yiannopoulos protesters at DePaul only make Trump's message stronger. In: Chicago Tribune. 31. Mai 2016, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  16. Zolan Kanno-Youngs: Some students frustrated after NYU cancels Milo Yiannopoulos speech. In: The Wall Street Journal. 21. Oktober 2016, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  17. Susan Svrluga: Milo speech at U-Md. canceled because security fee was too high; supporters call it censorship. In: Washington Post. 25. Oktober 2016, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  18. Dale Carpenter: Top Minnesota faculty committee backs free speech resolution. In: Washington Post. 11. März 2016, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  19. Stefano Eposito: DePaul Republicans in spotlight after controversial speaker visit. In: Chicago Sun-Times. 12. Juni 2016, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  20. Dodge, John: DePaul president apologizes after conservative forum disrupted by protesters. CBS. 25. Mai 2016. Archiviert vom Original am 26. Mai 2016.
  21. "Speech by Breitbart Editor Canceled as Berkeley Protesters Start Fires, Break Windows ", abgerufen am 3. Februar 2017.
  22. "Riot Forces Cancellation Of Yiannopoulos Talk At UC Berkeley", abgerufen am 3. Februar 2017.
  23. "Berkeley protests of Yiannopoulos caused $100,000 in damage", abgerufen am 3. Februar 2017.
  24. Brandon Griggs": Behind the furor over #Gamergate. In: CNN. 16. Oktober 2014, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  25. Kristen Brown: The ultimate troll: the terrifying allure of gamergate icon Milo Yiannopoulos. In: fusion.net. 27. Oktober 2015, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  26. Greer, Scott: Milo Yiannopoulos challenges Mark Zuckerberg to debate Facebook censorship, The Daily Caller, abgerufen am 13. November 2016
  27. Ann Marie Cox: Milo Yiannopoulos doesn’t have feelings. In: The New York Times. 4. Mai 2016, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  28. James Kirchick: The sad story of Milo Yiannopoulos: the Trump troll with daddy Issues. In: Tablet. 2. Juni 2016, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).