Mikulov v Krušných horách

Gemeinde im Ústecký kraj in Tschechien

Mikulov (deutsch Niklasberg) ist eine Gemeinde im Ústecký kraj in Tschechien.

Mikulov
Wappen von Mikulov
Mikulov v Krušných horách (Tschechien)
(50° 41′ 15″ N, 13° 43′ 17″O)
Basisdaten
Staat: TschechienTschechien Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Teplice
Fläche: 319,0603[1] ha
Geographische Lage: 50° 41′ N, 13° 43′ OKoordinaten: 50° 41′ 15″ N, 13° 43′ 17″ O
Höhe: 595 m n.m.
Einwohner: 249 (1. Jan. 2019)[2]
Postleitzahl: 419 01
Kfz-Kennzeichen: U
Verkehr
Straße: HrobMoldava
Bahnanschluss: Most–Moldava
Struktur
Status: Gemeinde
Ortsteile: 1
Verwaltung
Bürgermeister: Ota Stehno (Stand: 2013)
Adresse: Tržní náměstí 27
419 01 Mikulov
Gemeindenummer: 567701
Website: www.obecmikulov.cz
Lage von Mikulov im Bezirk Teplice
Karte

GeographieBearbeiten

 
Ortschaft und Umgebung vom Stürmer aus gesehen

LageBearbeiten

Die Ortschaft liegt in Nordböhmen in 595 m n.m. Höhe an der Südabdachung des Erzgebirges, etwa 14 km nordwestlich von Teplice (Teplitz) an der Alten Freiberg-Teplitzer Poststraße zwischen Moldava (Moldau) auf dem Kamm und Hrob (Klostergrab) am Fuß des Erzgebirges. Im Nordosten erhebt sich mit 909 m der zweithöchste Berg des Osterzgebirges, der Pramenáč (Bornhauberg) und im Westen der 869 m hohe Bouřňák (Stürmer).

GemeindegliederungBearbeiten

Für die Gemeinde Mikulov sind keine Ortsteile ausgewiesen. Zu Mikulov gehört die Einschicht Vitiška (Wittichbaude).

NachbarorteBearbeiten

Altenberg
Moldava (Moldau)   Košťany (Kosten)
Hrob (Klostergrab)

GeschichteBearbeiten

 
Die Bergstadt in ihrer Umgebung
 
Straßenzug in Ortsmitte
 
Umgebindehaus bei der Ortschaft

Gegründet wurde der Ort 1540 unter dem Namen Neuschellenberg als Ansiedlung sächsischer Bergleute durch den Grafen Lobkowitz. Die älteste Urkunde des Orts betrifft ein von Kaiser Ferdinand I. am 7. Mai 1543 den drei Gebrüdern Johann Litwin, Christoph und Wenzel von Lobkowitz auf Bilin, Tein und Dux erteiltes Privileg.[3][4][5] Am 11. Februar 1554 gaben die Gebrüder Lobkowitz der Gemeinde eine gedruckte Bergordnung und vollzogen damit den ersten Schritt einer Entwicklung des Orts zur Bergstadt.[6] Im Jahr 1596 verlieh Kaiser Rudolf II. der Ortschaft ein Stadtwappen und erhob sie zu einer Bergstadt. Die Privilegien des Städtchens wurden von den Landesfürsten bis ins 19. Jahrhundert regelmäßig bestätigt.[7] Nach dem Erliegen des Bergbaus ernährte sich die Bevölkerung mühsam durch Feldwirtschaft. Seit Eröffnung der Bahnstrecke Most–Moldava, die früher auch als „Teplitzer Semmeringbahn“ bekannt war, entwickelte sich langsam der Tourismus, erst als Sommerfrische, später auch zum Wintersport.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Niklasberg 1919 an die neu geschaffene Tschechoslowakei angegliedert. Aufgrund des Münchner Abkommens gehörte die Stadt von 1938 bis 1945 zum Landkreis Teplitz-Schönau, Regierungsbezirk Aussig, im deutschen Reichsgau Sudetenland. Die deutschen Einwohner wurden 1945 enteignet und vertrieben. Das Stadtrecht wurde entzogen.

DemographieBearbeiten

Bis 1945 war Niklasberg überwiegend von Deutschböhmen besiedelt, die vertrieben wurden.

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1830 571 in 96 Häusern[7][8]
1844 637 in 110 Häusern[9]
1857 620 [10]
1869 531
1880 564
1890 576
1900 606
1910 664
1921 612 davon 595 Deutsche[11]
1930 739 [12]
1939 561 [12]
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs[13]
Jahr 1950 1961 1970 1980 1991 2001 2011
Einwohner 271 220 186 136 143 150 218

WappenBearbeiten

Das von Kaiser Rudolf II. 1596 verliehene Stadtwappen zeigt auf einem Schild eine Stadtmauer mit Stadttor. Oberhalb des Stadttors ist der hl. Nikolaus mit Zepter dargestellt, unterhalb das Emblem des Bergbaus.

GalerieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Mikulov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.uir.cz/obec/567701/Mikulov
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2019 (PDF; 7,4 MiB)
  3. Johann Thaddäus Anton Peithner von Lichtenfels: Versuch über die natürliche und politische Geschichte der böhmischen und mährischen Bergwerke. Wien 1780, S. 87–88, § 89.
  4. Jaroslaus Schaller: Topographie des Königreichs Böhmen. Band 5: Leutmeritzer Kreis, Wien 1787, S. 125–126, Ziffer 20.
  5. Kaspar Maria von Sternberg: Umrisse einer Geschichte der böhmischen Bergwerke. Prag 1836, S. 458.
  6. Kaspar Maria von Sternberg: Umrisse einer Geschichte der böhmischen Bergwerke. Prag 1836, S. 454.
  7. a b Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 1: Leitmeritzer Kreis, Prag 1833, S. 122–123, Ziffer 33.
  8. Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 198, Ziffer 29.
  9. Friedrich Carl Watterich von Watterichsburg: Handbuch der Landeskunde des Königreichs Böhmen. Prag 1845, S. 932.
  10. Pierer's Universal-Lexikon. Band 11, Altenburg 1860, S. 953.
  11. Genealogie Sudetenland
  12. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Teplitz-Schönau. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  13. Historický lexikon obcí České republiky - 1869-2015. Český statistický úřad, 18. Dezember 2015, abgerufen am 25. Januar 2016 (tschechisch).