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GeographieBearbeiten

Miellin liegt auf einer Höhe von 579 m über dem Meeresspiegel, vier Kilometer östlich von Servance und etwa 22 Kilometer nordnordwestlich der Stadt Belfort (Luftlinie). Das Dorf erstreckt sich im äußersten Osten des Departements, in den südwestlichen Vogesen, westlich des Ballon de Servance, im Tal der Doue de l'Eau.

Die Fläche der 13,36 km² großen Commune déléguée umfasst einen Abschnitt der südwestlichen Vogesen. Der Hauptteil des Gebietes wird vom Tal der Doue de l'Eau eingenommen, die am Ballon de Servance entspringt und für die Entwässerung nach Westen zum Ognon sorgt. Auf dem Gemeindegebiet nimmt sie von Süden den Ruisseau des Landres auf. Die Talmulde ist tief in die umgebenden Höhen eingeschnitten. Sie ist überwiegend bewaldet, landwirtschaftliche Flächen gibt es nur wenige.

Flankiert wird das Tal der Doue de l'Eau im Norden vom Kamm des Mont Cornu und des Bois le Sapois (bis 890 m), im Osten von dem nach Süden ausgreifenden Berggrat des Ballon de Servance (bis 1150 m) und im Süden von den Höhen des Plateau de Bravouse (mit 1180 m die höchste Erhebung von Miellin) und des Ballon (1050 m). In geologisch-tektonischer Hinsicht bestehen die Höhen zur Hauptsache aus kristallinem Grundgestein. Die Täler sind gefüllt mit Sediment- und Schotterablagerungen des Quartärs. Das gesamte Gemeindegebiet gehört zum Regionalen Naturpark Ballons des Vosges.

Zur Commune déléguée Miellin gehören neben dem Hauptort Miellin folgende Siedlungen:

  • La Forge (498 m) an der Doue de l'Eau
  • Les Frechins (588 m) an der Mündung des Ruisseau des Landres in die Doue de l'Eau
  • Landres du Dessus (780 m) am südlichen Talhang der Doue de l'Eau

Nachbarorte von Miellin sind Haut-du-Them-Château-Lambert im Norden, Plancher-les-Mines im Osten, Belfahy im Süden sowie Servance im Westen.

GeschichteBearbeiten

Im Mittelalter gehörte Miellin zur Freigrafschaft Burgund und darin zum Gebiet des Bailliage d’Amont. Die Hoheit über das Gebiet hatten zunächst die Herren von Faucogney inne. Später war Miellin von der Herrschaft Servance abhängig, die 1532 durch Kauf an das Kloster Lure überging. Zusammen mit der Franche-Comté gelangte Miellin mit dem Frieden von Nimwegen 1678 definitiv an Frankreich. Erst im Jahr 1821 wurde Miellin von Servance abgetrennt und zur eigenständigen Gemeinde erhoben. Bereits 1695 wurde hier eine Glashütte gegründet, die bis 1837 in Betrieb war. Im Lauf des 19. Jahrhunderts ließ sich im Tal von Miellin eisen- und holzverarbeitende Industrie nieder. Die Gemeinde Miellin war Mitglied des 12 Gemeinden umfassenden Gemeindeverbandes Communauté de communes de la Haute Vallée de l’Ognon.

Die Gemeinde Miellin wurde am 1. Januar 2017 mit Servance zur Commune nouvelle Servance-Miellin zusammengeschlossen. Sie hat seither den Status einer Commune déléguée.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Kirche St. Blasius Miellin

Die dreischiffige Dorfkirche St. Blasius von Miellin wurde von 1849 bis 1854 an der Stelle einer früheren Kapelle im neugotischen Stil errichtet, bei einer Bombardierung 1944 beschädigt und ab 1946 restauriert. Zur Innenausstattung gehören Statuen aus dem 18. Jahrhundert und Kronleuchter mit Glas aus der Verrerie von Miellin. Aus dem 18. Jahrhundert stammt ein Calvaire. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählen ein Haus des Templerordens und ein Brunnen aus Granit (1886). Am Hang hoch über der Ortschaft steht die Kapelle Saint-Blaise.

BevölkerungBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1962 182
1968 159
1975 133
1982 99
1990 82
1999 82
2006 91

Mit zuletzt 74 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) gehörte Miellin zu den kleinsten Gemeinden des Département Haute-Saône. Nachdem die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts deutlich abgenommen hatte (1886 wurden noch 581 Personen gezählt), wurden seit Beginn der 1980er Jahre nur noch geringe Schwankungen verzeichnet.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Das wirtschaftliche Leben von Miellin war schon früh durch die Glashütte, die Schmiede und die Sägereien geprägt. Heute gibt es einige Betriebe des lokalen Kleingewerbes, vor allem in den Branchen Holzverarbeitung und Feinmechanik. Viele Erwerbstätige sind auch Wegpendler, die in den größeren Ortschaften der Umgebung ihrer Arbeit nachgehen.

Die Ortschaft liegt weit abseits der größeren Durchgangsachsen. Die Hauptzufahrt erfolgt von Servance an der Departementsstraße, die von Lure via Mélisey nach Le Thillot führt. Eine weitere Straßenverbindung besteht über Belfahy mit Plancher-Bas.

WeblinksBearbeiten