Hauptmenü öffnen

Michelle Phillips

US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin
Michelle Phillips im Jahr 2002

Holly Michelle Gilliam Phillips (* 4. Juni 1944 in Long Beach, Kalifornien) ist eine US-amerikanische Schauspielerin und Sängerin. Sie ist das letzte noch lebende Gründungsmitglied der Musikgruppe The Mamas and the Papas.

Inhaltsverzeichnis

Musik und SchauspielereiBearbeiten

 
Michelle Phillips 1967

Michelle Phillips wurde als Holly Michelle Gilliam in Long Beach geboren. Sie wuchs in Mexiko-Stadt auf, kehrte aber bald nach Kalifornien zurück. Im Alter von 17 Jahren lernte sie John Phillips kennen, der zu diesem Zeitpunkt noch verheiratet war, und begann mit ihm eine Affäre. Nach dessen Scheidung heirateten die beiden Ende 1962. Sie trat Phillips’ 1964 gegründeter Folk-Rock-Gruppe The New Journeymen bei, die sich 1965 in The Mamas and the Papas umbenannte. Als Sängerin der Gruppe ging ihre Karriere steil nach oben. Bereits die erste LP, If You Can Believe Your Eyes and Ears (1966), enthielt die Welthits Monday, Monday und California Dreamin’. Weitere Erfolge schlossen sich durch die Stücke I Saw Her Again Last Night, Dream a Little Dream of Me oder Dedicated to the One I Love an. Bei letzterem übernahm Michelle Phillips den Part als Leadsängerin.[1] 1966 entließ John Phillips Michelle kurzzeitig aus der Band, nachdem sie Affären mit ihrem Bandkollegen Denny Doherty und mit Gene Clark von den Byrds hatte.

Im Juni 1967 traten The Mamas and the Papas beim legendären Monterey International Pop Festival auf; ein Jahr später gingen die Bandmitglieder eigene Wege, als die Probleme untereinander nicht mehr zu bereinigen waren. Michelle widmete sich anschließend eher der Schauspielerei, ihr erstes und bis heute einziges Soloalbum brachte sie 1977 unter dem Titel Victim of Romance heraus.

Nach ihrer Karriere als Sängerin machte sich Michelle Phillips als Schauspielerin einen Namen. Ihr Kinodebüt gab sie 1971 mit einem kleinen Auftritt in dem Film The Last Movie, der von ihrem Kurzzeit-Ehemann Dennis Hopper gedreht wurde. Ihr erste substanzielle Rolle hatte sie in der John-Dillinger-Filmbiografie Jagd auf Dillinger, in der sie dessen Freundin Evelyn Frechette verkörperte. Für ihren Auftritt erhielt sie eine Golden-Globe-Nominierung, was zu weiteren größeren Kinrollen in den 1970er-Jahren führte. Sie spielte etwa Natacha Rambova in einer Filmbiografie über Rudolph Valentino aus dem Jahr 1977 und gehörte 1979 zur internationalen Starbesetzung des Thrillers Blutspur. Später war sie mehrere Jahre lang in der Fernsehserie Unter der Sonne Kaliforniens zu sehen, in der sie die Rolle der „Anne Matheson“ spielte. Dafür erhielt sie 1991 den Soap Opera Digest Award, einen US-amerikanischen Publikumspreis.

2004 war sie als Hintergrundsängerin für das Album California von Wilson Phillips beteiligt, dem von ihrer Tochter Chynna mitgegründeten Musikprojekt. Seit der Jahrtausendwende übernahm sie Nebenrollen in einigen Kinofilmen und hatte eine wiederkehrende Rolle in der Serie Eine himmlische Familie. Außerdem machte sie politisch durch Kritik am Irakkrieg und der Forderung, George W. Bush wegen Kriegsvergehen anzuklagen[2], sowie ihr Engagement für die Legalisierung von Cannabis von sich reden.[3]

FamilieBearbeiten

Michelle Phillips war dreimal verheiratet, zunächst von 1962 bis 1968 mit John Phillips; ihre gemeinsame Tochter Chynna Phillips ist seit 1989 Sängerin bei dem Frauen-Trio Wilson Phillips.[4] 1970 heiratete sie den Schauspieler Dennis Hopper, die Ehe hielt nur acht Tage lang. Ihre letzte Ehe führte sie von 1978 bis 1982 mit Robert Burch.

Ab 1982 war Grainger Hines ihr Lebensgefährte, mit dem Schauspieler hat sie zwei Söhne, darunter Austin Devereux Hines.[5] Von Ende der 1990er-Jahre bis zu dessen Tod 2017 war sie in einer Beziehung mit Steven Zax, einem Schönheitschirurgen.[6] Außerdem war Michelle Phillips in den 1970er Jahren mit den Schauspielern Jack Nicholson und Warren Beatty liiert.[7] Sie ist zudem die Schwiegermutter des Schauspielers William Baldwin, der mit ihrer Tochter Chynna verheiratet ist.

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

  • 1971: The Last Movie
  • 1973: Jagd auf Dillinger (Dillinger)
  • 1974: The Death Squad (Fernsehfilm)
  • 1974: California Kid (The California Kid, Fernsehfilm)
  • 1975: Miracle (Kurzfilm)
  • 1977: Valentino
  • 1977: Aspen (Miniserie, eine Folge)
  • 1978: The Users (Fernsehfilm)
  • 1979: Blutspur (Bloodline)
  • 1979: Victor Charlie ruft Lima Sierra (The French Atlantic Affair, Miniserie, eine Folge)
  • 1980: Sam Marlow, Privatdetektiv (The Man with Bogart´s Face)
  • 1981: Gefangene der Bestien (Savage Harvest)
  • 1982: Moonlight (Fernsehfilm)
  • 1983–1986: Hotel (Fernsehserie, sieben Folgen)
  • 1984: Secrets of a Married Man (Fernsehfilm)
  • 1986: American Anthem
  • 1987: Eine Mordsehe (Assault & Matrimony, Fernsehfilm)
  • 1987–1993: Unter der Sonne Kaliforniens (Knots Landing, Fernsehserie, 78 Folgen)
  • 1988: Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert (Star Trek: The Next Generation, Fernsehserie, Folge 1x24 Begegnung mit der Vergangenheit)
  • 1989: Ananas und blaue Bohnen (Trenchcoat in Paradise, Fernsehfilm)
  • 1989: Alles auf Sieg (Let it Right)
  • 1991: Scissors
  • 1991: Keep on Running
  • 1993: Barett – Das Gesetz der Rache (Josua Tree)
  • 1994, 2000: Diagnose: Mord (Fernsehserie, zwei Episoden)
  • 1998–2000: Die glorreichen Sieben (The Magnificent Seven, Fernsehserie, drei Folgen)
  • 2001–2004: Eine himmlische Familie (7th Heaven, drei Folgen)
  • 2005: Kids in America
  • 2009: Svik

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. youtube
  2. WorldCantWait1: Michelle Phillips - Impeach Bush. 17. Oktober 2007, abgerufen am 5. Juli 2019.
  3. Michelle Phillips Thinks Legalizing Marijuana Would Stimulate Economy -- New York Magazine - - Nymag. Abgerufen am 5. Juli 2019 (englisch).
  4. Michelle Phillips Biography (1944-). In: filmreference.com. Abgerufen am 21. Oktober 2010.
  5. Michelle Phillips Is a Mama Again, and Grainger Hines Is a Papa, but Don't Bill Them as Mr. and Mrs.: People.com. In: people.com. Abgerufen am 21. Oktober 2010.
  6. Steven Zax Obituary - Los Angeles, CA | Los Angeles Times. 28. August 2018, abgerufen am 5. Juli 2019.
  7. California Dreamgirl. In: vanityfair.com. Abgerufen am 21. Oktober 2010.