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Michail Petrowitsch Aljoschin

russischer Automobilrennfahrer
Michail Aljoschin 2012
Aljoschin für Carlin Motorsport im Donington Park fahrend in der Saison 2007 der Formel Renault 3.5
Aljoschin bei Formel-1-Demonstrationsfahrten in Moskau

Michail Petrowitsch Aljoschin, auch Mikhail Aleshin (russisch Михаил Петрович Алёшин; * 22. Mai 1987 in Moskau) ist ein russischer Automobilrennfahrer. Er startete von 2006 bis 2013 mit Unterbrechungen in der Formel Renault 3.5, wo er 2010 den Meistertitel gewann. Seit 2014 tritt er in der IndyCar Series an.

KarriereBearbeiten

Aljoschin begann seine Motorsportkarriere 1996 im Kartsport und war bis 2002 in diesem Sport aktiv. Parallel bestritt Aljoschin seine ersten Rennen im Formelsport in der russischen Formel 3. In den nächsten drei Saisons war er sowohl in der deutschen Formel Renault, als auch im Formel Renault 2.0 Eurocup aktiv. In der deutschen Formel Renault erreichte Aljoschin 2003 den 12. Gesamtrang, 2004 verbesserte er sich auf Platz 5 in der Gesamtwertung und 2005 gewann er den Vizemeistertitel. Im Formel Renault Eurocup war Aljoschin nicht so erfolgreich: 2003 wurde er nicht gewertet, 2004 wurde er 17. und in der Saison 2005, die er nur zur Hälfte bestritt, wurde er 30. In der A1GP-Saison 2005/2006 bestritt Aljoschin zwei Rennen für das russische Team.

2006 ging Aljoschin in der Formel Renault 3.5 für Carlin Motorsport an den Start und belegte den elften Gesamtrang. 2007 blieb Aljoschin bei Carlin und feierte seinen ersten Sieg in der Formel Renault 3.5. Am Saisonende belegte er Platz 13 in der Gesamtwertung. Zudem gab Aljoschin sein Debüt in der GP2-Serie: Nachdem sich Michael Ammermüller verletzt hatte, startete Aljoschin beim zweiten Rennwochenende der GP2-Serie 2007 in Barcelona für ART Grand Prix und wurde auf Anhieb Sechster beim Hauptrennen. Beim letzten Rennwochenende der Saison in Valencia ging Aljoschin erneut für ART Grand Prix an den Start. Sein Teamkollege bei beiden Rennwochenenden war Lucas di Grassi. In der Gesamtwertung belegte Aljoschin mit drei Punkten den 25. Platz. 2008 bestritt Aljoschin seine dritte Saison in der Formel Renault 3.5. Erneut ging er für Carlin Motorsport an den Start und wurde Fünfter in der Gesamtwertung. Bei einer Motorsport Show in Moskau, fuhr Aljoschin 2008 mit einem Formel-1-Auto von Red Bull Racing durch seine Heimatstadt.[1]

2009 wechselte Aljoschin in die wiederbelebten Formel 2 und ging als einer von drei Red-Bull-Junioren an den Start. Mit einem Rennsieg in Oschersleben belegte er am Saisonende den dritten Gesamtrang. Zum Saisonende beendete Red Bull die Förderung von Aljoschin und er kehrte für die Saison 2010 in die Formel Renault 3.5 zu Carlin zurück.[2] Mit Siegen in Alcañiz, Spa-Francorchamps und Magny-Cours gewann er den Meistertitel mit 138 gegen 136 Punkten gegen Daniel Ricciardo. Darüber hinaus nahm er für Carlin an einem Lauf der GP3-Serie teil. Als Belohnung für seinen Meistertitel in der Formel Renault 3.5 durfte Aljoschin am Ende der Saison einen Formel-1-Testtag für Renault absolvieren.[3]

2011 blieb Aljoschin zunächst bei Carlin und stieg mit dem Team in die GP2-Asia-Serie ein.[4] Er belegte den 27. Gesamtrang. Anschließend sollte er 2011 für Carlin auch in der GP2-Serie an den Start gehen. Wegen Budget-Problemen verlor er sein Cockpit zunächst,[5] wurde von Carlin aber schließlich doch zu den ersten zwei Rennwochenenden gemeldet.[6] Im weiteren Verlauf der Saison kam er an zwei weiteren GP2-Rennwochenenden für Carlin zum Einsatz.[7] In der Gesamtwertung belegte er den 32. Platz. In der Zwischenzeit erhielt er bei Stromos ArtLine ein Cockpit in der deutschen Formel 3, das er nicht bezahlen musste, da er für den Rennstall Entwicklungsarbeit leistete.[8] Er nahm an vier Rennwochenenden teil, bei denen er in sieben der acht Rennen die Trophy-Wertung gewann. Anfang Juli kehrte Aljoschin in die Formel Renault 3.5 zurück und trat zu einem Rennwochenende für KMP Racing als Vertretung für Anton Nebylizki an.[9] Außerdem stieg er zum zweiten und letzten Rennwochenende in die Superleague Formula ein. Ein dritter Platz war sein bestes Resultat.

2012 kehrte Aljoschin in die Formel Renault 3.5 als Vollzeitpilot zurück. Er trat für RFR (ehemals KMP Racing) an.[10] Beim letzten Saisonrennen erreichte er mit einem zweiten Platz seine beste Platzierung. Er schloss die Saison auf dem 13. Platz ab. 2013 entschied sich Aljoschin für eine weitere Saison in der Formel Renault 3.5. Er wechselte zu Tech 1 Racing.[11] Mit zwei fünften Plätzen als beste Resultate beendete er die Saison auf dem zwölften Platz. Mit 33 zu 136 Punkten unterlag er seinem Teamkollegen Nigel Melker. Darüber hinaus debütierte Aljoschin im GT-Sport und nahm in unterschiedlichen Klassen an fünf Rennen der Blancpain Endurance Series für SMP Racing teil. Dabei stand er in der GT3-Pro-Am-Klasse einmal auf dem Podest.

2014 wechselte Aljoschin nach Nordamerika in die IndyCar Series. Er erhielt ein Cockpit bei Schmidt Peterson Motorsports.[12] Mit einem zweiten Platz in Houston stand er einmal auf dem Podium. Zudem lag er bei drei Rennen, unter anderem dem Indianapolis 500, für ein paar Runden in Führung. Im Abschlusstraining zum letzten Rennen in Fontana wurde Aljoschin bei einem Unfall schwer verletzt. Er drehte sich von wurde von einem Gegner getroffen. Dabei stieg sein Auto auf. Aljoschin erlitt Frakturen an den Rippen und dem rechten Schlüsselbein, eine Gehirnerschütterung und Brustverletzungen. Er blieb bei Bewusstsein und kam für zweieinhalb Wochen ins Krankenhaus.[13][14] In der Meisterschaft wurde Aljoschin als zweitbester Neuling 16. Mit 372 zu 565 Punkten unterlag er intern Simon Pagenaud.

2015 verließ Aljoschin die IndyCar Series, da sein Sponsor SMP Racing wegen der Wirtschaftssanktionen gegen Russland nicht in der Lage war, das Budget für eine Saison aufzutreiben. Stattdessen wurde Aljoschin ins Langstreckenprogramm von SMP Racing eingebunden und trat in der European Le Mans Series und beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans an.[15] Hier war er an der Entwicklung des russischen LMP2-Chassis BR01 beteiligt.[16] In der European Le Mans Series wurde er zusammen mit Kirill Ladygin Fünfter in der LMP2-Wertung. Darüber hinaus nahm Aljoschin für Schmidt Peterson Motorsports am letzten Rennen der IndyCar Series 2015, dem GoPro Grand Prix of Sonoma,[16] teil und wurde dabei Zehnter.

2016 kehrte Aljoschin in die IndyCar Series zu Schmidt Peterson Motorsports zurück.[17] In Long Pond gelang ihm mit dem zweiten Platz eine Podest-Platzierung. Er beendete die Saison auf dem 15. Gesamtrang.

StatistikBearbeiten

KarrierestationenBearbeiten

Einzelergebnisse in der IndyCar SeriesBearbeiten

Jahr Team 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 Punkte Rang
2014 Schmidt Peterson Motorsports STP LBH ALA IMS INDY DET TXS HOU POC IOW TOR MDO MIL SNM FON 372 16.
12 6 22 25 21°16 17° 7 23 2 7 21 11 23 14 8 7 22
2015 Schmidt Peterson Motorsports STP NOL LBH ALA IMS INDY DET TXS TOR FON MIL IOW MDO POC SNM     40 33.
                              10    
2016 Schmidt Peterson Motorsports STP PHO LBH ALA IMS INDY DET ROA IOW TOR MDO POC TXS WGL SNM     347 15.
5 17 16 17 13 277 15 17 16 5 6 17* 2* 16 22 11    

Le-Mans-ErgebnisseBearbeiten

Jahr Team Fahrzeug Teamkollege Teamkollege Platzierung Ausfallgrund
2015 Russland  SMP Racing BR Engineering BR01 Russland  Kirill Ladygin Russland  Anton Ladygin Rang 33
2017 Russland  SMP Racing Dallara P217 Russland  Sergei Sirotkin Russland  Victor Schaitar Rang 33
2018 Russland  SMP Racing BR Engineering BR1 Russland  Witali Petrow Vereinigtes Konigreich  Jenson Button Ausfall Motorschaden
2019 Russland  SMP Racing BR Engineering BR1 Russland  Witali Petrow Belgien  Stoffel Vandoorne Rang 3

WeblinksBearbeiten

  Commons: Michail Petrowitsch Aljoschin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. „Moskau: Formel-1-Party am Kreml“ (Motorsport-Total.com am 14. Juli 2008)
  2. „Renault-World-Series: Aleshin wieder bei Carlin“ (Motorsport-Total.com am 27. Februar 2010)
  3. „Renault: Hydraulikdefekt kann Aleshin nicht stoppen“ (Motorsport-Total.com am 16. November 2010)
  4. “CARLIN SIGN ALESHIN AND CHILTON FOR GP2” (Memento des Originals vom 2. Juni 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/gp2series.com (gp2series.com am 27. Januar 2011)
  5. “Turvey joins Chilton at Silverstone” (gp2series.com am 5. April 2011)
  6. “carlin ready for GP2 Series debut” (Memento des Originals vom 8. Mai 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.carlin.co.uk (carlin.co.uk am 4. Mai 2011)
  7. „GP2 - Mikhail Aleshin kehrt zu Carlin zurück“ (Motorsport-Magazin.com am 28. Juli 2011)
  8. „WSbR-Champion Aleshin: Formel 3 statt GP2“ (Motorsport-Total.com am 22. April 2011)
  9. «FR 3.5 : Aleshin chez KMP en Hongrie» (autohebdo.fr am 24. Juni 2011)
  10. “WSR: За новую команду RFR выступят Алешин и Небылицкий” (f1news.ru am 20. Februar 2012)
  11. Frederik Hackbarth: „WS by Renault - Aleshin schließt sich Tech 1 Racing an“. Ex-Champion startet neben Melker. Motorsport-Magazin.com, 12. Februar 2013, abgerufen am 12. Februar 2013.
  12. “Mikhail Aleshin to Drive 2nd SPM Car in 2014 IndyCar Season”. spmindycar.com, 22. November 2013, abgerufen am 22. November 2013 (englisch).
  13. Pete Fink: „Schwerer Unfall von Aljoschin“. Motorsport-Total.com, 30. August 2014, abgerufen am 7. September 2014.
  14. Annika Kläsener: „IndyCar - Aleshin aus dem Krankenhaus entlassen“. Fühle mich jeden Tag besser. Motorsport-Magazin.com, 17. September 2014, abgerufen am 17. September 2014.
  15. Mario Fritzsche: Keine IndyCar-Einsätze für Aljoschin in der Saison 2015. Motorsport-Total.com, 19. Januar 2015, abgerufen am 11. September 2015.
  16. a b Gerald Dirnbeck: Aljoschin feiert IndyCar-Comeback in Sonoma. Motorsport-Total.com, 5. September 2015, abgerufen am 11. September 2015.
  17. Aleshin seals 2016 Schmidt Peterson Motorsports IndyCar seat. autosport.com, 9. Dezember 2015, abgerufen am 2. Januar 2016 (englisch).