Michail Alexandrowitsch Fedotow

russischer Jurist und Journalist, ehemaliger Medienminister sowie UNESCO-Botschafter

Michail Alexandrowitsch Fedotow (russisch Михаил Александрович Федотов; * 18. September 1949 in Moskau) ist ein russischer Jurist und Journalist, ehemaliger Medienminister sowie UNESCO-Botschafter. Fedotow war von 1989 bis 2010 Sekretär der Russischen Journalisten-Union und wurde am 12. Oktober 2010 von Präsident Dmitri Medwedew zu dessen Berater sowie zum Vorsitzenden des Menschenrechtsrates beim russischen Präsidenten ernannt.

Michail Alexandrowitsch Fedotow

LebenBearbeiten

Michail Fedotow wuchs in Moskau auf und schloss 1972 sein Studium als Jurist an der Lomonossow-Universität ab.

Er promovierte 1976 in Rechtswissenschaften („Die Freiheit der Presse – das verfassungsmäßige Recht der sowjetischen Bürger“) und habilitierte 1989 („Die Medien als Institution der sozialistischen Demokratie“) zu Themen, die in der Sowjetunion umstritten waren.

Von 1972 bis 1990 arbeitete er als Jura-Professor und Korrespondent mehrerer Moskauer Zeitungen.

Von 1990 bis 1992 war Fedotow stellvertretender Medienminister. Nach einem kurzen Zwischenspiel als Generaldirektor der Russischen Agentur für geistiges Eigentum war Fedotow vom Dezember 1992 bis September 1993 Medienminister.

Vom September 1993 bis zum Januar 1998 war er Ständiger Vertreter Russlands bei der UNESCO in Paris. Von 1989 bis zu seiner Ernennung als Vorsitzender des Menschenrechtsrates beim Präsidenten im Oktober 2010 hatte Fedotow den Posten des Sekretärs der Russischen Journalisten-Union inne.

Vorsitzender des Menschenrechtsrates des PräsidentenBearbeiten

Präsident Dmitri Medwedew ernannte Michail Fedotow am 12. Oktober 2010 zu seinem Berater sowie zum Vorsitzenden des Menschenrechtsrates beim russischen Präsidenten. Fedotow ersetzte Ella Pamfilowa, die Ende Juli 2010 aus Verärgerung über die ihrer Ansicht nach sich verschlechternde Menschenrechtslage zurückgetreten war.[1]

Als Vorsitzender des Menschenrechtsrates beim russischen Präsidenten werde er sich vorrangig um die „Entstalinisierung des gesellschaftlichen Bewusstseins, die Gerichts- und Polizeireform sowie um den rechtlichen Schutz von Kindern und Familien“ kümmern, erklärte Fedotow nach seiner Ernennung.

Russische Menschenrechtler und Oppositionsführer begrüßten die Wahl von Fedotow. Die Leiterin der Moskauer Helsinki-Gruppe, die ehemalige sowjetische Dissidentin Ljudmila Alexejewa, bezeichnete Fedotow als „eine Persönlichkeit mit demokratischen Prinzipien“. Fedotow sei „eine gute Wahl für diesen extrem schwierigen Posten zwischen zwei fast unvereinbaren Welten – der russischen Bürokratie und der demokratischen Öffentlichkeit“.[2]

Fedotow äußerte sich Ende Oktober 2017 zugunsten einer „Abrüstung“ der staatlichen Propaganda, um eine gefährliche Uneinigkeit der Gesellschaft zu vermindern und die Achtung der Menschenwürde wiederherzustellen.[3]

WerkeBearbeiten

Fedotow ist Verfasser von rund 100 Büchern und Aufsätzen zu Problemen der Menschenrechte, insbesondere der rechtlichen Sicherstellung von Rede- und Pressefreiheit, sowie zu geistigem Eigentum und zur internationalen Zusammenarbeit im humanitären Bereich.

FamilieBearbeiten

Michail Fedotow ist verheiratet und Vater zweier Kinder.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. RIA Novosti: Michail Fedotow wird Präsidentenberater und Chef des Menschenrechtsrats. RIA Novosti. 12. Oktober 2010. Abgerufen am 12. Oktober 2010.
  2. Interfax: New Russian human rights chief appointed. Interfax (via Russia Today). 12. Oktober 2010. Archiviert vom Original am 16. Oktober 2010. Abgerufen am 12. Oktober 2010.
  3. Sitzung des Rates für die Entwicklung der Zivilgesellschaft und der Menschenrechte vom 30. Oktober 2017 auf der Webseite des Russischen Präsidenten