Michael Siebenbrodt

deutscher Architekt, Architekturhistoriker und Museumsleiter

Michael Siebenbrodt (geboren 1951 in Greifswald) ist ein deutscher Architekt, Architekturhistoriker, Publizist, Kurator, ehemaliger Kulturdezernent der Kulturstadt Weimar und Museumsleiter, der sich insbesondere mit der Geschichte und dem Umfeld des Bauhauses beschäftigt.

LebenBearbeiten

Siebenbrodt ist der Sohn von Magdalene Siebenbrodt und deren Mann Joachim Siebenbrodt. Er wuchs in der Deutschen Demokratischen Republik auf und erlernte zunächst das Maurerhandwerk. Er studierte von 1972 bis 1976 Architektur an der Hochschule für Architektur und Bauwesen Weimar. Hier erwarb er den akademischen Grad Diplom-Ingenieur mit einer Abschlussarbeit zum Thema Entwurf einer Hochschule für industrielle Formgestaltung in Dessau unter Nutzung des Bauhausgebäudes. 1985 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität für die Lehrgebiete Architekturtheorie, Architekturgeschichte, Denkmalpflege und Freihandzeichnen zuständig. Seit 1974 engagiert er sich in der Bauhausforschung; er ist Mitbegründer der seit 1976 stattfindenden Internationalen Bauhauskolloquien in Weimar. Von 1985 bis 1988 war er am Bauhaus Dessau Leiter des Wissenschaftlich-kulturellen Zentrums (Bauhaus-Museum und Bauhausbühne). Er engagierte sich unter anderem als leitender Mitarbeiter im Kulturamt der Stadt Weimar. Als Kulturdezernent der Stadt Weimar war er an der Vorbereitung der documenta X und an der Bewerbung von Weimar als Kulturhauptstadt Europas 1999 beteiligt. Seit 1992 war er kommissarischer Direktor der Kunstsammlungen zu Weimar und bis 2017 Leiter des Bauhaus-Museums in Weimar. In den Jahren von 2001 bis 2017 war er Vorsitzender des Freundeskreises der Bauhaus-Universität Weimar e. V. und leitete das Musterhaus Am Horn, das seit 1996 zum UNESCO-Welterbe zählt.[1] Seit 2017 betätigt er sich als freischaffender Bauhistoriker mit dem Schwerpunkt Bauhaus; er gilt auf diesem Gebiet als Experte. Er hat international zahlreiche Ausstellungen initiiert, Schriften veröffentlicht und hält Vorträge im In- und Ausland.[2]

AuszeichnungenBearbeiten

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

  • Entwurf einer Hochschule für industrielle Formgestaltung in Dessau unter Nutzung des Bauhausgebäudes. Hochschule für Architektur und Bauwesen, Weimar 1976, OCLC 990326615 (Diplomarbeit).
  • Zur Rolle der Kommunisten und anderer fortschrittlicher Kräfte am Bauhaus. In: Wissenschaftliche Zeitschrift / Hochschule für Architektur und Bauwesen, Weimar. Ausgabe B, Themen zum Bauingenieurwesen, Nr. 23, 1976, ISSN 0509-9773, S. 481–485.

Mit anderen als Autor und Herausgeber

  • mit Thomas Föhl: Kunstsammlungen zu Weimar. Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 1995, ISBN 3-422-06163-0.
  • mit Rolf Bothe, Bernd Vogelsang, Klaus-Jürgen Winkler, Elisabeth Reissinger, Brigitte Reuter, Gitta Günther, Siegfried Herrmann, Volker Wahl: Bauhaus Weimar. Entwürfe für die Zukunft. Hatje Cantz, Ostfildern-Ruit 2000, ISBN 3-7757-9030-6.
  • mit Frank Simon-Ritz: Die Bauhaus-Bibliothek. Versuch einer Rekonstruktion. Bauhaus-Universität, Weimar 2009, ISBN 978-3-86068-377-4.
  • mit Lutz Schöbe: Bauhaus. Parkstone International, New York 2012, ISBN 978-1-78042-516-0 (books.google.de – Leseprobe).

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Reden wir über das Weimarer Bauhaus. miplotex.de, 5. Januar 2017, abgerufen am 18. Juni 2019.
  2. Bauhaus 100 Veranstaltungskalender: Das Bauhaus in Weimar – die erste Hochschule des Erfindens. (mit Biografie).
  3. Thüringen: Ministerpräsident überreicht Verdienstorden der Bundesrepubblik Deutschland auf thib24.de, 14. September 2020, abgerufen am 17. September 2020.