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Michael Redgrave

britischer Schauspieler
Michael Redgrave (1978)
Michael Redgrave (1973)

Sir Michael Scudamore Redgrave CBE (* 20. März 1908 in Bristol; † 21. März 1985 in Denham, Buckinghamshire) war ein britischer Schauspieler, Theaterregisseur und Autor.

LebenBearbeiten

Redgrave wurde als Sohn des Stummfilmstars Roy Redgrave und der Schauspielerin Margaret Scudamore geboren. Er studierte in Cambridge und wurde anschließend zunächst Lehrer, Herausgeber einer Zeitung und freier Journalist. Durch seine Mitwirkung an einem Amateurtheater fand er schließlich zur professionellen Schauspielerei.[1] 1934 ging er nach Liverpool zum Theater. Sein Filmdebüt hatte der Schauspieler 1936 mit einer kleinen Rolle in Alfred Hitchcocks Geheimagent. Der Regisseur fand Gefallen an seiner Leistung und gab ihm zwei Jahre später die Hauptrolle eines exzentrischen Musikanten in der Kriminalkomödie Eine Dame verschwindet mit Margaret Lockwood. Diese Filmrolle machte ihn populär und fortan zählte er zu den Stars des britischen Filmes.[2] Anschließend spielte er Hauptrollen in zahlreichen heute weitgehend vergessenen Filmen. 1940 übernahm er für die Wartime Tour des Glyndebourne Festivals die Rolle des Macheath in The Beggar’s Opera. Seine Partnerinnen als Polly waren Audrey Mildmay und Irene Eisinger.

Zwischen 1941 und 1942 diente Redgrave bei der Royal Navy. 1947 ging er nach Hollywood, wo er für sein Hollywood-Debüt in Mourning Becomes Electra eine Oscar-Nominierung erhielt. Sein Versuch, sich auch dort als Filmstar zu etablieren, war allerdings insgesamt eher erfolglos und so kehrte er zum britischen Film zurück.[3] Nachdem er zunächst eher in leichteren Filmrollen bekannt geworden war, wandte er sich später immer mehr anspruchsvollen Rollen in Film und Theater zu. Beim Filmfestival Cannes 1951 wurde er mit dem Darstellerpreis für seine Rolle in Konflikt des Herzens ausgezeichnet.

Nach seiner Rolle in dem kommerziell sehr erfolgreichen Kriegsfilm Mai 1943 – Die Zerstörung der Talsperren im Jahr 1955 wandte sich Michael Redgrave zusehends Charakterrollen zu. In Nebenrollen war er unter anderem in Orson WellesHerr Satan persönlich (1955), als Gefängnisdirektor in Tony Richardsons Die Einsamkeit des Langstreckenläufers (1962) und als verbitteter alter Mann in Der Mittler (1971) unter Regie von Joseph Losey. Vielbeachtet wurden am Theater in den 1960er-Jahren seine Titelrollen in Tschechows Onkel Wanja und Ibsens Baumeister Solness.[4]

Neben seiner Schauspielkarriere verfasste Redgrave auch insgesamt fünf Bücher, darunter zwei Autobiografien, sowie mehrere Theaterstücke.

PrivatlebenBearbeiten

Ab 1935 war Redgrave mit der Schauspielerin Rachel Kempson verheiratet. Ihre Kinder Vanessa Redgrave (* 1937), Corin Redgrave (1939–2010) und Lynn Redgrave (1943–2010) wurden ebenfalls Schauspieler. Auch die Enkelkinder Natasha Richardson (1963–2009), Joely Richardson (* 1965) und Jemma Redgrave (* 1965) sowie die Urenkelin Daisy Bevan (* 1992) folgten ins Schauspielgeschäft. Obwohl der bisexuelle Schauspieler auch außereheliche Affären hatte, hielt die Ehe mit Kempson bis zu seinem Tod.[5]

1952 wurde zum Commander des Order of the British Empire, 1959 schließlich zum Ritter erhoben. Mitte der 1970er-Jahre machte sich die Parkinson-Krankheit bei ihm zusehends bemerkbar, woraufhin er seine Schauspielkarriere beendete. Er starb einen Tag nach seinem 77. Geburtstag in Denham.[6]

AuszeichnungenBearbeiten

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

BibliografieBearbeiten

  • Water Music for a Botanist W. Heffer, Cambridge (1929), Gedichtband
  • The Actor's Ways and Means Heinemann (1953)
  • Mask or Face: Reflections in an Actor's Mirror Heinemann (1958)
  • The Mountebank's Tale Heinemann (1959)
  • In My Mind's I: An Actor's Autobiography Viking (1983)

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Michael Redgrave | Biography, Movie Highlights and Photos. Abgerufen am 22. Dezember 2018 (amerikanisches Englisch).
  2. BFI Screenonline: Redgrave, Michael (1908-1985) Biography. Abgerufen am 22. Dezember 2018.
  3. BFI Screenonline: Redgrave, Michael (1908-1985) Biography. Abgerufen am 22. Dezember 2018.
  4. Albin Krebs: Sir Michael Redgrave Dead; Head of Acting Clan Was 77. In: The New York Times. 22. März 1985, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 22. Dezember 2018]).
  5. Richard Severo: Rachel Kempson, 92, Matriarch of Acting Family. In: The New York Times. 26. Mai 2003, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 22. Dezember 2018]).
  6. Albin Krebs: Sir Michael Redgrave Dead; Head of Acting Clan Was 77. In: The New York Times. 22. März 1985, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 22. Dezember 2018]).