Michael Fritsch

deutscher Ökonom und Hochschullehrer
Michael Fritsch (2015)

Michael Fritsch (* 1951 in Berlin) ist Professor für Volkswirtschaftslehre (Lehrstuhl für Unternehmensentwicklung, Innovation und wirtschaftlichen Wandel) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena[1]. Er ist weiterhin Forschungsprofessor am Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH)[2] sowie Associate Editor der wissenschaftlichen Zeitschriften Regional Studies und Small Business Economics.

WerdegangBearbeiten

Michael Fritsch studierte Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität Berlin und schloss sein Studium 1977 als Diplom-Volkswirt ab. Danach war er als wissenschaftlicher Assistent bzw. wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Volkswirtschaftslehre der TU Berlin tätig. Dort promovierte er 1982 zum Doktor der Wirtschaftswissenschaften (Dr. rer. oec.) und habilitierte sich 1989 für das Fach Volkswirtschaftslehre. Von 1990 bis 1992 war Michael Fritsch Vertreter des Lehrstuhls für Wirtschaftspolitik, insbesondere Ordnungs- und Strukturpolitik an der Technischen Universität in Berlin. Daran anschließend übernahm er im Herbst 1992 den Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität Bergakademie Freiberg[3]. Von 1994 bis 2005 war er auch Geschäftsführer der „Forschungsstelle Innovationsökonomik“, einer gemeinsamen Einrichtung der TU Bergakademie Freiberg und des Fraunhofer Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI-Karlsruhe). Im Jahr 2006 wechselte Fritsch an die Friedrich-Schiller-Universität Jena auf den Lehrstuhl für Unternehmensentwicklung, Innovation und wirtschaftlichen Wandel[4]. Nach seiner Pensionierung im Frühjahr 2018 ist er weiterhin dort tätig.

ForschungBearbeiten

Der Schwerpunkt der Forschungstätigkeit von Michael Fritsch liegt auf den Gebieten Entrepreneurship und Innovation. Im Bereich Entrepreneurship beschäftigt er sich vor allem mit den Determinanten von Gründungsaktivitäten sowie mit den Wirkungen von Unternehmensgründungen auf die wirtschaftliche Entwicklung. Im Bereich der Innovationsforschung konzentrieren sich die Forschungen auf die Funktionsweise regionaler Innovationssysteme, insbesondere auf kooperative Zusammenarbeit im Rahmen von Innovationsprozessen. In diesem Zusammenhang hat Michael Fritsch auch die Bedeutung von Hochschulen in regionalen Innovationssystemen analysiert. Weitere Arbeiten von Michael Fritsch beschäftigen sich mit der Marktversagen als Begründung für staatliche Eingriffe sowie mit der Bedeutung künstlerisch-kreativer Aktivitäten auf die wirtschaftliche Entwicklung.

Neuere Arbeiten analysieren die Bedeutung von Wissen, unternehmerischer Selbständigkeit sowie kultureller Faktoren im Rahmen langfristiger regionaler Entwicklungspfade.

WerkeBearbeiten

Fritsch ist Autor von mehr als 15 Büchern bzw. umfangreichen Studien und hat mehr als 130 Aufsätze in wissenschaftlichen Fachzeitschriften sowie mehr als 140 Beiträge zu Herausgeberbänden verfasst. Er war Herausgeber von mehr als 20 Büchern bzw. Sonderheften wissenschaftlicher Zeitschriften. Sein Lehrbuch „Marktversagen und Wirtschaftspolitik“ liegt inzwischen in der 10. Auflage vor.

Bücher (Auswahl)

  • Regional Trajectories of Entrepreneurship, Knowledge, and Growth―The Role of History and Culture. Cham: Springer 2019.
  • Entrepreneurship – Theorie, Empirie, Politik. zweite überarbeitete und aktualisierte Auflage, Berlin/Heidelberg 2019: Springer.
  • Marktversagen und Wirtschaftspolitik: Mikroökonomische Grundlagen staatlichen Handelns. 10. überarbeitete und ergänzte Auflage, München 2018: Franz Vahlen.
  • Hochschulen, Innovation, Region – Wissenstransfer im räumlichen Kontext. Berlin: edition sigma 2007 (mit Tobias Henning; Viktor Slavtchev; Norbert Steigenberger).
  • Arbeitsplatzentwicklung in Industriebetrieben – Entwurf einer Theorie der Arbeitsplatzdynamik und empirische Analysen auf einzelwirtschaftlicher Ebene. Berlin/New York 1990: de Gruyter (Habilitationsschrift).
  • Ökonomische Ansätze zur Legitimation kollektiven Handelns. Berlin 1983. Duncker & Humblot (Dissertation).

Artikel (Auswahl)

  • Self-Employment and Well-Being across Institutional Contexts. Journal of Business Venturing, 34 (2019), 105946 (mit Alina Sorgner und Michael Wyrwich). https://doi.org/10.1016/j.jbusvent.2019.105946
  • New Business Formation and the Productivity of Manufacturing Incumbents: Effects and Mechanisms. Journal of Business Venturing, 32, 237–259 (mit Javier Changoluisa). [1]
  • The Effect of Entrepreneurship for Economic Development—An empirical analysis using regional entrepreneurship culture. Journal of Economic Geography, 17 (2017), 157–189 (mit Michael Wyrwich). [2]
  • The Long Persistence of Regional Levels of Entrepreneurship: Germany 1925 to 2005. Regional Studies, 48 (2014), 955–973 (mit Michael Wyrwich). https://doi.org/10.1080/00343404.2013.816414
  • Entrepreneurship in a Regional Context – Historical Roots and Recent Developments. Regional Studies, 48 (2014), 939–954 (mit David Storey). https://doi.org/10.1080/00343404.2014.892574
  • The Phantom of the Opera: Cultural Amenities, Human Capital, and Regional Economic Growth. Labour Economics, 18 (2011), 755–766 (mit Oliver Falck und Stephan Heblich). https://doi.org/10.1016/j.labeco.2011.06.004
  • Creative Class and Regional Growth – Empirical Evidence from Seven European Countries. Economic Geography, 85 (2009), 391–423 (mit Ron Boschma).
  • New Business Formation by Industry over Space and Time: A Multi-Dimensional Analysis. Regional Studies, 41 (2007), 157–172 (mit Oliver Falck). https://doi.org/10.1080/00343400600928301
  • Innovation, regional knowledge spillovers and R&D cooperation. Research Policy, 33 (2004), 245–255 (mit Grit Franke). https://doi.org/10.1016/S0048-7333(03)00123-9
  • Effects of new business formation on regional development over time. Regional Studies, 38 (2004), 961–975 (mit Pamela Mueller). https://doi.org/10.1080/0034340042000280965
  • Growth regimes over time and space. Regional Studies, 36 (2002), 113–124 (mit David B. Audretsch). https://doi.org/10.1080/00343400220121909
  • Who cooperates on R&D? Research Policy, 30 (2001), 297–312 (mit Rolf Lukas)

Herausgeberbände bzw. Sonderhefte wissenschaftlicher Zeitschriften (Auswahl)

  • Ökonomische Geographie. 2., vollständig überarbeitete Auflage, München 2020: Vahlen (mit Johannes Bröcker).
  • Schrumpfende Regionen – dynamische Hochschulen. Hochschulstrategien im demografischen Wandel. Wiesbaden 2015: Springer VS (mit Peer Pasternack und Mirko Titze).
  • Special Issue “Entrepreneurship in a Regional Context”, Regional Studies, Vol. 48 (2014), No. 6 (mit David J. Storey).
  • Handbook of Research on Entrepreneurship and Regional Development: National and Regional Perspectives. Editor, Cheltenham 2011: Elgar Publishing.
  • Special Issue “The Effects of New Businesses on Economic Development”, Small Business Economics, Vol. 30 (2008), No. 1.
  • Entrepreneurship in the region, Editor, New York 2006: Springer (mit Jürgen Schmude).
  • Special Issue “Regionalization of Innovation Policy”, Research Policy, Vol. 34 (2005), No. 8 (mit Andreas Stephan).

WeblinksBearbeiten

Commons: Michael Fritsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. http://www.uiw.uni-jena.de/
  2. http://www.iwh-halle.de/?lang=e/
  3. http://tu-freiberg.de/en/
  4. http://www.uiw.uni-jena.de/