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Messegelände Hannover

Ausstellungsfläche in Hannover
Messegelände von Norden, März 2008
Expo Park Hannover, ehemaliges EXPO-Ost-Gelände, rechts neben dem Messeschnellweg das Messegelände, März 2008

Das Messegelände Hannover befindet sich im Süden der Landeshauptstadt Hannover (Stadtteil Mittelfeld) und ist mit einer überdachten Fläche von 496.000 m² und 26 Messehallen das größte Messegelände der Welt. Zu der 131 Hektar großen Kernfläche gehört außerdem ein Tagungszentrum. Die Betreiberin des Geländes ist die Deutsche Messe AG (DMAG), die auch Messen außerhalb des Geländes veranstaltet.

Im Jahr 2000 wurde auf dem gesamten Messegelände die Expo 2000 ausgerichtet. Auf dem Messegelände werden jährlich bedeutende Messen wie die Agritechnica oder die Hannover Messe ausgerichtet.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Freigelände mit Expodach, März 2006
 
Hermesturm
 
Der Skywalk führt vom Bahnhof Hannover Messe/Laatzen zum West-Eingang

Das heutige Messegelände entstand 1947 auf dem Gelände der zuvor als Rüstungsbetrieb von Hannover nach Laatzen ausgelagerten und in der Nachkriegszeit demontierten Vereinigten Leichtmetall-Werke.[1] Die britische Militärregierung war nach dem Krieg auf der Suche nach einem geeigneten Ort für eine Handelsmesse in Deutschland. Der früher führende Messestandort Leipzig lag nach Ende des Zweiten Weltkriegs in der Sowjetischen Besatzungszone und kam deswegen nicht in Frage.

Die Hallen des ehemaligen Metallwerks Hannover (MEHA) in Laatzen (heute Hannover-Mittelfeld) schienen für dieses Vorhaben geeignet. Im Jahr 1947 wurde dort die Exportmesse 1947 veranstaltet, die später in die Hannover Messe überging. Diese Messe war ein Erfolg und Hannover war als neuer Messestandort etabliert.

Der einzige erhaltene Baukörper aus der Ursprungszeit ist das „Haus der Nationen“ im südlichen Teil des Geländes. Die ursprünglichen fünf Hallen (mit den Bezeichnungen I, II, III, IV und V) sind im Laufe der Jahre restlos verschwunden. 1997 wurde eine sehr umfangreiche Ausstellung mit dem Thema „50 Jahre Hannover Messe“ auf der Galerie der Halle 2 gezeigt. Dabei waren auch Pläne des Messegeländes aus verschiedenen Jahren.[2]

Die Hallenbezeichnungen wurden im Laufe der Jahre teilweise geändert. Der heute in der Mitte des Geländes befindliche Hallenkörper mit den Nummern 14 bis 17 z. B. hatte früher die Nummern 13, 16 und 17, die frühere Halle 14 heißt heute Pavillon 36. Kurz vor der Expo wurde diese Nummerierung geändert und die neue Halle im äußersten Südwesten des Geländes bekam die Nummer 13. Die Halle 2 war in den 1980er Jahren noch deutlich kleiner und musste einem Neubau weichen, der die gleiche Nummer bekam. Die Halle 8 unter der Exponale ist heute wesentlich kleiner, als der Vorgänger, der auch Teile der Fläche der heutigen Halle 9 umfasst hatte.

ZeitleisteBearbeiten

  • 1949 Aufteilung in Exportmesse und Industriemesse[3]
  • 1956 bis 1958: Der Hermesturm wurde errichtet.
  • 1958: Bau des Messeschnellweges
  • 1961: Umbenennung der Industriemesse in „Hannover-Messe“[4]
  • 1970: Die Halle 1 wurde eröffnet, die damals größte Messehalle der Welt. In dieser Halle wird die CeBIT veranstaltet, die damals noch Teil der Hannover Messe war.
  • 1974: Neben zahlreichen Ortschaften wird auch das Messegelände nach Hannover eingemeindet und gehört von nun an nicht mehr zu der Stadt Laatzen, sondern der Landeshauptstadt Hannover.
  • 1986: Die CeBIT wurde im März 1986 erstmals als eigenständige Messe neben der Industriemesse etabliert. 2018 fand die CEBIT zum letzten Mal statt[5].
  • 1990er: Das Messegelände wurde wegen des Zuschlags für die Expo 2000 intensiv umgebaut. Halle 13 wurde errichtet, die zum Zeitpunkt ihrer Fertigstellung die größte frei tragende Halle der Welt ist.
  • 2000, Juni bis Oktober: Die Weltausstellung Expo 2000 wurde auf dem Messegelände (Expo West) und dem neuen Areal (Expo Ost) veranstaltet.
  • 2000: Das Messehochhaus wurde neuer Sitz der Deutschen Messe AG.
  • 2005: Der Bundesendlauf des ADAC im Kartslalom fand in der Messe Hannover statt.
  • 2008: Die Halle 1, Keimzelle der CeBIT, ist erstmals nicht mehr Bestandteil der Computermesse.[6]
  • 2013: Die Halle 1 wird zur Hannover Messe zum Teil und zur Agritechnica komplett wieder in Betrieb genommen.

BauwerkeBearbeiten

HallenBearbeiten

Weitere BauwerkeBearbeiten

Neben den 27 Messehallen und 7 Pavillons befinden sich noch weitere Gebäude auf dem Messegelände oder in direkter Nachbarschaft.

 
Platz vor dem Convention Center
 
Größtes freitragendes Holzdach der Welt (Expowahrzeichen)

VerkehrsanbindungBearbeiten

AutoBearbeiten

Das Messegelände ist über den Messeschnellweg an die BAB 2 und an die BAB 7 angeschlossen. Bei großen Messen wie der Hannover Messe oder der CeBIT wird der Messeschnellweg zu Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen in eine vierspurige Einbahnstraße umgewandelt.

Am Messegelände stehen rund 39.000 Parkplätze zur Verfügung, davon 8.790 in Parkhäusern.[7]

StadtbahnBearbeiten

Zwei Strecken der Stadtbahn Hannover führen zum Messegelände. Die Linie 8 bzw. 18 führt zum Nordeingang des Geländes. Die Linie 6 bzw. 16 erschließt das ehemalige Ostgelände der Expo 2000 mit Expo Plaza und TUI Arena. Das Ostgelände ist über die Exponale mit dem Messegelände verbunden.

BahnBearbeiten

 
Messebahnhof

Der Bahnhof Hannover Messe/Laatzen liegt (süd-)westlich des Messegeländes. Von 1953 bis 1998 bestand der Kopfbahnhof Hannover-Messe direkt am Messegelände. Heute wird der Eingang West 1 durch einen wettergeschützten Skywalk erreicht. Der Bahnhof liegt an der Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg und ist auch mit der Linie 4 der S-Bahn Hannover zu erreichen; bei großen Messen verkehrt zusätzlich die S 8 zum Hauptbahnhof und weiter zum Flughafen. Des Weiteren steuern Sonderzüge den Bahnhof an und Züge, die außerhalb von Messeterminen den Bahnhof durchfahren, halten dort ebenfalls. Dies gilt zum Beispiel für den Metronom auf dem Weg zwischen Göttingen und Uelzen sowie für einzelne ICE-Züge.[8]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Helmut Knocke, Hugo Thielen: Messegelände, in Dirk Böttcher, Klaus Mlynek (Hrsg.): Hannover. Kunst- und Kultur-Lexikon (HKuKL), Neuausgabe, 4., aktualisierte und erweiterte Auflage, zu Klampen, Springe 2007, ISBN 978-3-934920-53-8, S. 171f.
  2. Leider ist das Ausstellungsmaterial auf der Website der Messe nicht zu finden; alle Belege sind nur auf Papier bzw. in Buchform.
  3. „Geschichte“ auf messe.de, abgerufen am 21. Dezember 2015
  4. „Mit britischem Anstoß zum weltgrößten Industriespektakel“ computerwoche.de vom 11. April 1997@1@2Vorlage:Toter Link/www.computerwoche.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 27. Februar 2011
  5. Die Cebit in Hannover wird eingestellt – Messe 2019 abgesagt. Abgerufen am 28. November 2018 (deutsch).
  6. "CeBIT 2008 ohne Halle 1". 7. März 2008. Abgerufen am 7. März 2011. (aus: Computerwoche)
  7. „Ausstellungskapazitäten im Überblick“, abgerufen am 21. Dezember 2015
  8. „Metronom: CeBIT 2012: Zusatzhalte Hannover Messe/Laatzen“ (Memento des Originals vom 3. März 2012 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.der-metronom.de (PDF; 191 kB)

Koordinaten: 52° 19′ 26″ N, 9° 48′ 10″ O