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Merl ist ein Stadtteil der im rheinland-pfälzischen Landkreis Cochem-Zell gelegenen Stadt Zell (Mosel).

Merl
Koordinaten: 50° 2′ 24″ N, 7° 10′ 11″ O
Höhe: 101 m ü. NHN
Fläche: 12,65 km²
Einwohner: 658 (13. Feb. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 52 Einwohner/km²
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 56856
Vorwahl: 06542
Merl (Rheinland-Pfalz)
Merl

Lage von Merl in Rheinland-Pfalz

Ortsansicht vom jenseitigen Moselufer (1988)
Ortsansicht vom jenseitigen Moselufer (1988)

Inhaltsverzeichnis

GeografieBearbeiten

Zu Merl gehören die Wohnplätze Adlerhof, Thiesenmühle und Weinhof Sankt Stephanus.[2]

GeschichteBearbeiten

782 als „Merila“ erstmals urkundlich erwähnt, war Merl bis 1969 eine selbstständige Gemeinde, ehe sie im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform ein Zeller Stadtteil wurde.[3] Der Stadtteil hatte im Jahr 2007 insgesamt 703 Einwohner (1885: 1297 Einwohner; 1939: 1563 Einwohner[4]) bei einer Gesamtfläche von 12,65 Quadratkilometern.[5]

BauwerkeBearbeiten

Die Pfarrkirche St. Michael war bis 1805 Klosterkirche des angegliederten Franziskanerkonvents. Sie besitzt auf dem Hochaltar ein Antwerpener Retabel aus der Zeit um 1520. Die Sakristei ist als einstütziger Raum mit nahezu quadratischem Grundriss errichtet.[6] Im Pfarrsaal haben sich Reste mittelalterlicher Wandmalereien erhalten und der nicht öffentlich zugängliche Dachstuhl des alten Dormitoriums im Klosterflügel gilt als eine der selten erhaltenen mittelalterlichen Dachkonstruktionen in Deutschland.

Die alte romanische Pfarrkirche St. Michael (Hallenkirche) wurde 1823 nach Übernahme der Klosterkirche abgebrochen, der alte romanische Turm blieb auf dem heutigen Merler Friedhof erhalten.

PersönlichkeitenBearbeiten

Jacob Aloys Friederichs (1868–1950), bekannt als „Riograndenser Turnvater“, wurde in Merl geboren. 1884 wanderte er nach Brasilien aus und gründete in Porto Alegre den "Turner-Bund" von Rio Grande do Sul. Er war auch Herausgeber einer Zeitschrift, der Turn-Blätter in Porto Alegre.

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Die Stadt Zell (Mosel) - Zahlen und Fakten. In: zellmosel.com. Abgerufen am 26. August 2012.
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: 1. Januar 2017[Version 2019 liegt vor]. S. 24 (PDF; 1,9 MB).
  3. Stadtteil Zell-Merl. In: zellmosel.de. Abgerufen am 12. November 2011.
  4. Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Zell (Mosel). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  5. Gemeindelexikon für das Königreich Preußen 1885. In: digitalis.uni-koeln.de. Abgerufen am 12. November 2011.
  6. Klaus Freckmann und Michael Leonhardt: Das Cusanusstift in Bernkastel-Kues und seine Einstützenkirche – eine mitteleuropäische Verortung. In: INSITU 2018/2, S. 211–226 (221).