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Menschheitsgeschichte

Entwicklung der gesamten Menschheit

Die Menschheitsgeschichte umfasst die Geschichte der Menschheit von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Dabei umfasst die Zeit vom ersten Steingerät bis zum Ende des Altpaläolithikums mehr als 90 Prozent der Menschheitsgeschichte.[1] Die Entwicklung menschlicher Gesellschaftsformen hat sich nicht einheitlich vollzogen, sondern in mannigfaltigen zeitlichen, räumlichen und kulturspezifischen Abstufungen.[2]

Als für die Menschheitsgeschichte insgesamt wegweisende Stationen hervorzuheben sind die fortgeschrittene Beherrschung des Feuers, der zunehmende Übergang vom Jagen und Sammeln zur Sesshaftigkeit mit Ausbildung städtischer Zentren und Hochkulturen, die neuzeitlichen Entdeckungen und Umwälzungen vor allem in Verbindung mit der industriellen Revolution und dem Kolonialismus sowie die Erfahrung der Weltkriege und die beschleunigte Globalisierung im Gegenwartshorizont.

Die multipolare und vielfältige vernetzte heutige Welt – in die der Begriff Weltgesellschaft Einzug gehalten hat – begünstigt eine Abkehr von herkömmlichen Darstellungsweisen der Menschheitsgeschichte aus eurozentrischer Perspektive.

Menschwerdung mit WerkzeugenBearbeiten

 
Steinwerkzeug (Geröllgerät) vom Oldowan-Typ

Am Ende eines über ca. 15 Millionen Jahre sich erstreckenden Entwicklungsprozesses der Hominiden entstand vor etwa zwei Millionen Jahren in Ostafrika der als Urmensch anzusehende Homo habilis / Homo rudolfensis und in der Folge der als Erster nach Art des anatomisch modernen Menschen laufende Homo erectus, der auch bereits auf Java nachgewiesen wurde.[3] Tatsächlich lebten bis vor rund 10.000 Jahren gleichzeitig mehrere Menschenarten auf der Erde.[4] Zerschlagene Knochen diverser Großtierarten in Ostafrika und entsprechend bearbeitete Steine verweisen auf die Epoche der Altsteinzeit. Auch Tiere nutzen zwar vorgefundene Gegenstände als Werkzeuge, um bestimmte Ziele zu erreichen. Im Unterschied zu ihnen aber zeigten sich Frühmenschen in der Lage, Form und Eigenschaften ihrer Werkzeuge zu verändern, um sie noch effektiver einsetzen zu können. „Neue Steinbearbeitungstechniken führten zu schärferen Kanten, und der Einsatz von immer höherwertigeren, flexibel nutzbaren Rohmaterialien wie Knochen, Horn und Holz zu verbesserten Werkzeugen mit größerem Wirkungsspektrum.“[5] Überwiegende Lebensgrundlage waren jedoch Früchte, Wurzeln und Kleingetier. Die Besetzung von Höhlen als Wohnstätten und ihre Verteidigung gegen wilde Tiere fallen mit der Spätphase des Homo erectus zusammen.[6]

Folgenreiche FeuerbeherrschungBearbeiten

Dass der Homo erectus bereits das Feuer beherrschte, gilt als gesichert, da die Feuernutzung in einer südafrikanischen Höhle in Schichten des Acheuléen bereits vor 1,7 Millionen Jahren nachgewiesen ist.[7] Mit der Beherrschung des Feuers konnte Fleisch durch das Räuchern haltbarer gemacht werden. Die Nahrungszubereitung und -verwertung wurde durch Kochen und Braten erweitert bzw. differenziert; auch waren Fleisch und gesammelte Pflanzen nach dem Braten und Kochen für den menschlichen Organismus besser verdaulich. Zudem bot das Feuer Schutz vor Insektenschwärmen und ließ sich bei Treibjagden nützlich verwenden.[8]

Durch die Hitze wurden Bakterien und Parasiten abgetötet; Früchte, Nüsse, Insekten und Aas wurden durch die Feuereinwirkung leichter kau- und verdaubar. Die Bandbreite genießbarer Nahrungsmittel wuchs an. Im Vergleich etwa zu Menschenaffen ließ sich für so zubereitetes Essen bei der Nahrungsaufnahme Zeit sparen und mit kleineren Zähnen und kürzeren Därmen auskommen. „Da lange Därme genauso große Energiefresser sind wie große Gehirne, ist es kaum möglich, beide gleichzeitig zu unterhalten. Weil das Kochen jedoch eine Verkürzung des Verdauungstrakts und damit Energieeinsparungen ermöglichte, bereitete es ganz nebenbei den gewaltigen Gehirnen des Neandertalers und des Homo sapiens den Boden.“[9]

Die Jagd als EntwicklungstreiberBearbeiten

Der archaische Homo sapiens dürfte also seine Überlebenschancen durch eine fortgeschrittene Kontrolle über das Feuer beträchtlich verbessert und die eigene Ausbreitung in kältere Klimazonen ermöglicht haben.[10] Zu den Anfängen einer nachhaltigen Weiterentwicklung menschlicher Kultur und gesellschaftlicher Strukturen kam es durch eine immer weiter fortschreitende Spezialisierung der Jagd. Als wohl älteste Maschine der Menschheit wurde die Speerschleuder entwickelt, die Nachbauten zufolge Abwurfgeschwindigkeiten des Speers von über 100 km/h ermöglichte und entsprechende Durchschlagskraft entfaltete.[11]

Das Zerteilen und Haltbarmachen der Beute, das Errichten von Hütten und das Wachen über das Feuer dürften zu ersten Schritten in eine arbeitsteilige Gesellschaft und zu komplexeren Formen kooperativen Handelns geführt haben, zu einer neuen Qualität sozialer Beziehungen.[12] Mit der am Kopf durchlochten Nähnadel aus Knochen ließen sich Kleidung und Tierfelle als Wärmeschutz für die Behausungen besser vernähen und abdichten.[13] Annähernd gleichzeitig entstanden frühe Formen von Malerei, plastischer Kunst und Musik, letztere zunächst mit einfachen Flöten aus Röhrenknochen verbunden.[14]

Als Folgen ergaben sich eine zunehmende Vorherrschaft des Menschen über die übrige Fauna und eine entsprechende Zunahme der menschlichen Population. Dass kältere Klimazonen erschließbar wurden, begünstigte die Ausbreitung des Menschen von Afrika bis in alle Erdteile.[15] In diesem Ausbreitungsprozess auf alle Kontinente löschte der Mensch jedoch bereits in großem Umfang Tierarten aus. Von insgesamt 200 Säugetierarten mit über 50 Kilogramm Gewicht war zu Beginn der landwirtschaftlichen Revolution in der Jungsteinzeit nur noch etwa die Hälfte übrig.[16]

Sesshaftigkeit und „neolithische Revolution“Bearbeiten

 
Fruchtbarer Halbmond um 7500 v. Chr.

Mit dem Einsetzen der letzten Eiszeit wie auch mit ihrem Ende waren für die Menschen außerordentlich tiefgreifende Änderungen der Lebensbedingungen verbunden und schwierige Anpassungsleistungen zu erbringen. Der dramatische Anstieg des Meeresspiegels – in der Ostsee um 25 Meter – bewirkte unter anderem einen neuen Küstenverlauf zwischen Südostasien und Australien. In Mitteleuropa bestimmten zunehmend Birken-, Kiefern- und Mischwälder das Landschaftsbild. So konzentrierte sich die nacheiszeitliche Besiedlung hier mit spezialisierten Jäger-, Fischer- und Sammlergemeinschaften an Flüssen, Seen und Meeresküsten.[17]

Anfänge ortsgebundener LandwirtschaftBearbeiten

Anders verlief die Entwicklung im östlichen Mittelmeerraum und in Vorderasien, wo das Klima unverändert trockenwarm blieb und die Kulturverhältnisse sich kontinuierlich weiterentwickeln konnten. Im 11. Jahrtausend v. Chr. verlegten sich die Menschen hier auf die verstärkte Verarbeitung der Wildformen von Weizen und Gerste, dann zusätzlich auf das Einfangen und die Zähmung junger Wildtiere, schließlich auf das Domestizieren von Schafen, Ziegen und Rindern. Aus dem Anbau von Kulturpflanzen und der Haustierhaltung ergaben sich Ortsbindung, die Anlage dauerhafter Siedlungen und die Entstehung erster Dörfer.[18] So kam es zum Übergang menschlicher Lebensweisen vom alleinigen Sammeln und Jagen als Existenzgrundlage nomadisierender Stämme zu Ackerbau und Viehzucht in Verbindung mit Sesshaftigkeit. Davon unabhängig hat es frühe Formen der Sesshaftigkeit beispielsweise bei vom Fischfang an der Pazifikküste lebenden indianischen Gesellschaften gegeben, die für entbehrungsreiche Zeiten Fisch-Reserveneinlagerung betrieben.[19]

Agrargesellschaften entstanden sowohl im fruchtbaren Halbmond als auch in Südostasien und an den peruanischen Anden.[20] Während im Vorderen Orient der Anbau von Bodenfrüchten über der Erde zum Zuge kam (neben Weizen und Gerste auch Erbsen, Oliven, Weinbau sowie Obstbäume), wurde Südostasien zum ersten Zentrum des Anbaus von Knollenfrüchten unter der Erde. In China kamen bald darauf mit Reisanbau und Knollenfrüchten beide Anbauformen zusammen.[21] Wo man über entsprechende Nutztiere verfügte (nicht also in Nord- und Südamerika vor Ankunft der Spanier), steigerte die Erfindung des Pflügens etwa um 6500 v. Chr. den landwirtschaftlichen Ertrag so bedeutsam, dass dafür der Begriff der „zweiten agrarkulturellen Revolution“ eingeführt wurde.[22]

Vom Wildbeuter- zum BauerndaseinBearbeiten

Wenn für die Gesamtheit der mit Sesshaftigkeit und Domestikation von Pflanzen und Tieren einhergehenden veränderten Lebensweisen und ihrer Ausbreitung von „neolithischer Revolution“ die Rede ist, bleibt zu bedenken, dass es dabei nicht um einen kurzfristig weltweit durchschlagenden Wandel ging. Vielmehr handelte es sich um eine in Jahrtausenden sich vollziehende fundamentale Entwicklung, die begleitet war und blieb von der Parallelexistenz nomadisierender Stämme und Völker.[23] Während die indianischen Bewohner Alt-Amerikas in dafür geeigneten Regionen wie auf der Hochebene Mexikos oder in den Anden den Übergang zu agrarischer Produktion mit Kartoffeln und Mais vollzogen, blieben die Aborigines in Australien bis zur neuzeitlichen europäischen Besiedlung jagende und sammelnde Nomaden.[24]

Eine klare Grenze zwischen Wildbeutertum auf der einen Seite und Sesshaftigkeit in Verbindung mit Landwirtschaft auf der anderen Seite zu ziehen, sei nicht immer leicht, heißt es bei Hermann Parzinger, denn es existierten auch Mischformen. In den tropischen Gebieten von Papua-Neuguinea und Amazonien beispielsweise gab es Wandergartenbauern, also mobile Jäger und Sammler, die essbare Pflanzen systematisch ernteten und zum Teil auch umpflanzten.[25] Für Yuval Noah Harari bedeutete die landwirtschaftliche Revolution keine Lebenserleichterung für die Menschen. Die Jäger und Sammler hätten sich gesünder ernährt und weniger Hunger gelitten, hätten weniger gearbeitet und seien interessanteren Tätigkeiten nachgegangen. „Wenn Wildbeuter von einer rivalisierenden Gruppe bedrängt wurden, konnten sie ausweichen. Das war zwar schwierig und gefährlich, doch es war möglich. Wenn dagegen ein Bauerndorf von einem stärkeren Feind bedroht wurde, konnten die Bewohner nicht ausweichen, ohne ihre Felder, Häuser und Schuppen zurückzulassen und den Hungertod zu riskieren. Daher blieben die Bauern und kämpften bis zum bitteren Ende.“ Für den Einzelnen habe etwa der Weizenanbau gar nichts Positives mit sich gebracht, für den Homo sapiens als Gattung dagegen mehr nahrhafte Kalorien pro Fläche und damit die Möglichkeit, sich in ungekanntem Ausmaß zu vermehren.[26]

Hochkulturen und SchriftentwicklungBearbeiten

Der Übergang zur Sesshaftigkeit ging nicht ohne Weiteres mit der Bildung von Städten oder mit staatlicher Organisation einher. In den ersten Jahrtausenden blieb es bei unzähligen kleinen und relativ autonomen dörflichen Siedlungen, die keiner zentralen Macht unterworfen waren. Doch mit dem einsetzenden rapiden Bevölkerungswachstum verband sich eine regional unterschiedlich ausgeprägte Dynamik zur Entstehung komplexer Gesellschaften mit befestigten Zentralorten, ersten Gemeinschaftsinstitutionen, zunehmender Arbeitsteilung und Spezialisierung sowie technischen Innovationen und organisiertem Fernhandel. In Mesopotamien führte die Gründung erster Dörfer, so Parzinger, direkt auf den Weg zu einer urbanen Entwicklung. Im Übergangszeitraum vom 7. zum 6. Jahrtausend v. Chr. begann man mit künstlicher Bewässerung zur Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge. Während des späten 4. und 3. Jahrtausends eröffneten die Erfindung von Rad und Wagen sowie die Abrichtung und Nutzung von Pferden neue Möglichkeiten des Gütertransports und der beschleunigten Überwindung großer Entfernungen; der Einsatz von Zugtieren und Hakenpflug half wiederum, die landwirtschaftlichen Erträge zu steigern.[27] Erste staatliche Gebilde entstanden im 4. Jahrtausend v. Chr. in Mesopotamien, in Ägypten am Nil und an der südamerikanischen Pazifikküste.[28]

Schriftliche Quellen zur Menschheitsgeschichte gibt es erst von den Hochkulturen des Alten Vorderen Orients in Mesopotamien (Sumer) und Ägypten (etwa ab 3100 v. Chr.), am Indus (Indus-Kultur ab ca. 2600 v. Chr.), am Gelben Fluss (ab 1523 v. Chr.). Die sumerische Schrift enthielt zum einen Zahlenzeichen zum Beispiel für 1, 6, 60 und 600 – ein auf der Zahl 6 basierendes Sexagesimalsystem, das den 24 Stunden eines Tages oder den 360 Grad eines Kreises zugrunde liegt. Die andere Gruppe sumerischer Zeichen stellte Menschen, Tiere, Waren und dergleichen mehr dar. Mit der Fixierung solcher Zeichen auf Tontafeln ließen sich große Datenmengen jenseits jedes Erinnerungsvermögens menschlicher Gehirne festhalten.[29] Von weit ausstrahlender und nachhaltiger Bedeutung waren insbesondere die ältesten Hochkulturen im Bereich des fruchtbaren Halbmonds mit ihren Merkmalen: Städte, Staatlichkeit und Bürokratie; Priestertum und Theokratie; Anfänge von Wissenschaft und Technik; Kalender und Zeiteinteilung; Geldwirtschaft und komplexe Handelsbeziehungen; Kriegsführung und Reichsbildung. Später und davon unabhängig entwickelten sich ab 1000 v. Chr. die Hochkulturen der Maya, Azteken und Inka in Amerika.

Ausbildung von Weltanschauungen und ReligionenBearbeiten

Aus den frühen Hochkulturen gingen Religionen von nachhaltiger Bedeutung hervor: der Zoroastrismus aus Persien, Hinduismus und Buddhismus aus Indien, Judentum, Christentum und Islam aus dem Nahen Osten.[30] Als eine Ära der Weichenstellungen im eurasischen Raum wird die Zeit um 500 v. Chr. betrachtet, für die Karl Jaspers den Begriff „Achsenzeit“ geprägt hat. In China kam es nach dem jahrhundertelangen Zerfall des Reiches zu einer religiös-weltanschaulichen Krise, in der Konfuzius neue Orientierung bot; in Indien verbreiteten sich die Lehren Buddhas; im Iran hatte Zarathustra seinen Wirkungskreis mit der Lehre von Licht und Finsternis bzw. Gut und Böse, ein Dualismus, der nach der Rückkehr der Juden nach Jerusalem sowohl ihre religiösen Vorstellungen mitbestimmte als auch nachmals in spezifischen Abwandlungen die von Christen und Muslimen. Unter den Griechen vor allem in Kleinasien hingegen wurde etwa zeitgleich mit dem Übergang zur Geldwirtschaft von den ionischen Naturphilosophen eine „säkularisierte und individualisierte Wendung“ vollzogen, mit der die Grundlagen für die westliche Philosophie und Naturwissenschaft gelegt wurden.[31]

Griechische PrägungenBearbeiten

 
Die Akropolis von Athen

Als „logische Konsequenz aus der Expansion des zivilisatorischen Prinzips selbst“[32] entstanden an den Rändern des vorderasiatischen Hochkulturzentrums – in der Ägäis, in Kleinasien und Griechenland – weitere Kulturzentren mit eigenen spezifischen Merkmalen. Die griechische Antike hinterließ der Menschheit Begriffe und originäre Leitbilder für Demokratie, Politik, Philosophie und Kritik. In ihr wurden Grundlagen für ein rationales Weltbild gelegt, wurden bahnbrechende Impulse für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik gesetzt. In Dichtung und Literatur, in bildender Kunst und fürs Theater wurden Werke geschaffen, die wie die Olympischen Spiele bis in die Gegenwart Reiz und Wirkung entfalteten.[33]

Für die damalige mittelöstliche Großmacht Persien blieben die griechischen Poleis und Inseln auch nach der Selbstbehauptung der Griechen in den Perserkriegen nur ein widerspenstiges Ärgernis in Randlage. Als ein „Land des Überflusses“, das den Mittelmeerraum mit dem Herzen Asiens verband, charakterisiert Peter Frankopan das Perserreich. Es habe über ein ausgedehntes Straßennetz verfügt, um das „das ganze Altertum die Perser beneidete.“[34] Wie für alle Griechen hätten auch für Alexander den Großen die großen Verheißungen und lohnenden Gefahren im Osten gelegen, dem folglich logischen Ziel des Alexanderzugs. Während Alexander es sich zur Gewohnheit machte, im Respekt vor den regionalen Bräuchen traditionelle Titel anzunehmen und persische Kleidung zu tragen, legte er umgekehrt die Grundlagen für die Hellenisierung der eroberten Gebiete, die unter anderem im griechischen Sprachgebrauch und in der Ausbreitung der olympischen Götterwelt – laut Herodot bis nach Indien – ihre Wirkung entfaltete.[35]

Das Römische Imperium im Kraftfeld östlicher NachbarnBearbeiten

Im Römischen Reich wurde das kulturelle Erbe der Griechen als Bildungsgut angeeignet und aufbewahrt. Wachstum und relative Stabilität der römischen Herrschaft wurden durch ausgreifende Verleihung des Römischen Bürgerrechts an Unterworfene begünstigt, die so nach und nach romanisiert und zu Gleichberechtigten wurden. Eine Zeiten und Räume übergreifende Wirkung entfaltete das Römische Recht.[36]

Mit der römischen Eroberung Ägyptens im Vorfeld des Augustäischen Prinzipats hatte man Zugriff auf die üppigen Getreideernten im Nildelta, wodurch der Getreidepreis fiel und die Staatskassen beträchtlich entlastet wurden. Die damit und mit der Konsolidierung des Römischen Reiches einhergehende Wohlstandsmehrung bildete die Grundlage dafür, dass Augustus mit Blick auf die seinerzeitigen Stadtbildveränderungen in Rom schließlich bilanzieren konnte, er habe eine Stadt aus Ziegelsteinen angetroffen, sie aber in Marmor hinterlassen.[37] Florierende Handelsbeziehungen der Römer reichten im Osten bis Indien; und auch chinesische Seide gelangte bereits nach Rom.[38]

Nachdem unter Trajan, der zeitweise ähnliche Ambitionen wie Alexander der Große entwickelte, das Römische Reich seine größte Ausdehnung erreicht hatte, ging es nach dem Tod dieses Kaisers hauptsächlich um Stabilisierung und Verteidigung des Erreichten. Dabei wurde Persien unter den Sassaniden neuerlich zur östlichen Großmacht. Die Gründung Konstantinopels zu Beginn des 4. Jahrhunderts, das bald zur größten und wichtigsten Metropole im Mittelmeerraum wurde, bedeutete die Schwerpunktverlagerung des römischen Herrschaftszentrums nach Osten, wo einerseits Erträge aus dem Schwarzmeerhandel lockten, andererseits die Verteidigungsvorkehrungen immer dringlicher erschienen.[39]

Klimawandel, Wanderungsströme und ZerfallserscheinungenBearbeiten

Eine Änderung des Erdklimas im 5. Jahrhundert, die in Europa mit einem steigenden Meeresspiegel, an der Nordsee mit Malaria und in asiatischen Steppengebieten mit veränderter Vegetation einherging,[40] löste in China eine Hungerkatastrophe aus und veranlasste den Kaiser zur Verlagerung des Herrschersitzes. Unter den sich neu formierenden Steppenvölkern Zentralasiens waren es die Hunnen – andere vor sich hertreibend –, die zeitweise verheerenden Druck sowohl auf das Römische als auch auf das Sassanidenreich ausübten. Beide ansonsten rivalisierenden Mächte fanden dieser Bedrohung gegenüber bei der Errichtung und Unterhaltung einer fast zweihundert Kilometer langen Mauer zusammen, die zwischen Kaspischem und Schwarzem Meer das Eindringen nomadischer Völker über den Kaukasus verhindern sollte. Während der westliche Teil des Römischen Reiches dem Ansturm unterlegen war, blieben die östlichen Provinzen Kleinasien, Syrien und Palästina und Ägypten vorerst verschont.[41]

Als die Hunnen unter ihrem Anführer Attila im 5. Jahrhundert auf den Balkan vordrangen, schien es auch im stark befestigten Konstantinopel ratsam, durch Tributentrichtung an die Hunnen deren weiteres Vordringen in den eigenen Machtbereich abzuwenden. Nach der Niederlage Attilas 451 auf den Katalaunischen Feldern zogen sich die Hunnen zwar nach Osten zurück; auf dem Gebiet des untergegangenen Weströmischen Reiches aber zeigten sich kulturelle Verfallserscheinungen: eine drastisch zurückgehende Alphabetisierung, kaum noch Steinbauten, ein unbedeutender Warenaustausch auf lokalen Märkten statt des aufgegebenen Fernhandels und eine stark rückläufige Eisengewinnung.[42]

Mittelalterliche Konstellationen und EntwicklungenBearbeiten

Für den je nach Abgrenzung bis zu tausendjährigen Zeitraum zwischen dem Niedergang des antiken Römischen Reiches und der die Neuzeit einleitenden Entdeckung und Eroberung Amerikas durch europäische Kolonisten hat sich in der westlichen Historiographie der Begriff Mittelalter etabliert. Auf andere Kontinente und ihre Bewohner ist dieses Periodisierungsschema allerdings nur bedingt sinnvoll anzuwenden. So datieren beispielsweise in Asien wesentliche die Völkerwanderung und das Ende der Antike mitverursachende Geschehnisse lange vor dem 5. Jahrhundert.

Religion und HerrschaftBearbeiten

Obwohl Dogmenstreitigkeiten nach dem Ende der Christenverfolgungen die Einheit der Christen im Glauben anhaltend in Frage stellten und schließlich zur Trennung in eine westlich-römische und eine östlich-byzantinische Kirche führten, verzeichnete die Christenmission gerade im asiatischen Raum den Handelsrouten entlang anhaltend große Erfolge. Städte wie Merw, Gundischapur und auch die Oasenstadt Kaschgar hatten beispielsweise Erzbischöfe lange vor Canterbury. „Selbst im Mittelalter“, schreibt Frankopan, „gab es in Asien vielmehr Christen als in Europa.“[43]

 
Byzanz und das Kalifat im Frühmittelalter

Im 7. Jahrhundert trat im arabisch-nahöstlichen Raum neben die beiden monotheistischen Religionen der Juden und Christen als dritte der Islam, nachdem dessen Prophet Mohammed gegen anfängliche Widerstände in Mekka zu einer breiten Anhängerschaft gekommen war. Die seinerzeitigen Bedingungen für die rasche Ausbreitung des Islam waren günstig: Verfallserscheinungen im Sassanidenreich, eine weitere Schwächung Ostroms und damit korrespondierend die Bereitschaft vieler Juden und Christen, sich mit den in Glaubensfragen nicht allzu fremden Muslimen als Schutz gewährender Vormacht zu arrangieren.[44]

Infolge der islamischen Expansion wurden die wirtschaftlichen Kernlande des Römischen Reiches und Persiens – darunter Ägypten und Mesopotamien – miteinander verbunden in einem Machtgebilde, das im 8. Jahrhundert bereits vom Himalaya bis zum Atlantik reichte.[45] Verlockungen des Handels und der Reichtümer in der islamischen Welt wirkten anziehend auch auf Volksstämme nördlicher Herkunft wie die Waräger. Entlang der Flüsse Oder, Newa, Wolga und Dnepr entstanden im 9. Jahrhundert Stützpunkte und Handelsstationen – und mit den Rus als Namensgebern der Staat Russland. Der über die Flusssysteme Russlands florierende Nord-Süd-Handel unter anderem mit Wachs, Bernstein, Honig, Schwertern und Seidenstoffen erstreckte sich über 5.000 Kilometer, im Norden bis nach Finnland und Norwegen. Schätzungsweise mehrere zehn Millionen bis Hunderte von Millionen Silbermünzen flossen auf diese Weise in den skandinavischen Raum.[46]

Kämpfe ums „Heilige Land“ – die KreuzzügeBearbeiten

Während im islamischen Kalifat der geistliche Führer zugleich weltlicher Herrscher war, gab es mit dem römischen Papsttum und den Kaisern des Heiligen Römischen Reiches (und weiteren europäischen Monarchien) zwar in der christlichen Ausrichtung seit Karl dem Großen aufeinander bezogene, aber zeitweise und besonders im Investiturstreit um die Einsetzung der Bischöfe machtpolitisch heftig rivalisierende Institutionen.

Als im 11. Jahrhundert der Herrschaftsbereich der oströmisch-byzantinischen Kaiser zunehmendem Druck seldschukischer Potentaten ausgesetzt war, erging ein Hilferuf an die katholischen Mächte im Westen, der speziell von Papst Urban II. aufgegriffen wurde und in einen Appell an die westliche Christenheit und ihre Ritterschaft mündete, sich auf den Weg zur Befreiung der heiligen Stadt Jerusalem zu machen. Am Ende des daraus entstandenen Ersten Kreuzzugs stand 1099 die in einem wüsten Blutbad endende Eroberung Jerusalems. In dem päpstlichen Aufruf hatte es geheißen, dass denen alle Sünden vergeben würden, die sich dem Kreuzzug anschlössen. Unter den Kreuzzugsbeteiligten herrschte alsbald die Vorstellung, dass der Erlösung sicher sein könne, wer im Kampf fiel. „Der Zug in den Osten war eine lange Reise im diesseitigen Leben, aber auch ein Weg, im nächsten Leben ins Paradies zu gelangen.“[47]

 
Die Kreuzfahrerstaaten nach dem ersten Kreuzzug

Der Nachschubbedarf der an der Ostküste des Mittelmeers errichteten Kreuzfahrerstaaten beschleunigte den Aufstieg der norditalienischen Stadtstaaten Genua, Pisa und vor allem Venedig von regionalen Machtzentren zu beherrschenden Handelsmächten im Mittelmeerraum. Während die im 12. Jahrhundert sich mehrfach kritisch zuspitzende Lage in den Kreuzfahrerstaaten zu weiteren Kreuzzugsunternehmungen Anlass gab, bauten die Seehandelsmächte Italiens ihre wirtschaftliche Machtstellung aus und trugen ihre Rivalität handfest schließlich sogar in den Straßen Konstantinopels aus. Aus christlicher Verbundenheit mit den Byzantinern wurden zuletzt Hass und erbitterte Feindschaft, die die Stadtbevölkerung zu pogromartigen Ausschreitungen gegen die Italiener trieben.

Nachdem Jerusalem durch Saladin seit 1187 wieder islamischer Herrschaft unterworfen worden war, und der dagegen mobilisierte Dritte Kreuzzug in der Hauptsache keinen Erfolg gebracht hatte, erfuhr der Vierte Kreuzzug in seinem Verlauf eine markante Neubestimmung des Ziels: Statt wie geplant nach Jerusalem und Ägypten zu führen, richtete er sich schließlich gegen das von innerbyzantinischen Machtkämpfen geschwächte Konstantinopel, das 1204 von den Kreuzfahrern belagert, eingenommen und schonungslos geplündert wurde: „Die Reichtümer Konstantinopels verschwanden in den Kirchen, Kathedralen, Klöstern und Privatsammlungen ganz Westeuropas.“[48]

Dort herrschte nach Völkerwanderung und Untergang des Römischen Reiches ein Zustand weitgehender Zersplitterung, in dem konkurrierende Feudalmächte Herrschaft ausübten und auszuweiten suchten. Zentrale Herrschaftsambitionen stießen schnell an Grenzen; denn die Vielfalt der Ethnien und der staatlichen Gebilde stand der Zusammenfassung des Kontinents unter einer Zentralmacht im Wege.[49] Andererseits begünstigte diese Pluralität eine relative politische Autonomie. Als von den norditalienischen Städten ausgehend die Renaissance als geistig-kulturelle Bewegung in Europa Fuß fasste, war damit auch ein verändertes Menschenbild verbunden, das kirchliche Dogmen in Frage zu stellen geeignet war. Die protestantischen Glaubensrichtungen, die sich dem Katholizismus entgegenstellten, lösten einen Prozess aus, an dessen Ende die religiös-weltanschauliche Selbstbestimmung als Menschenrecht stand.[50]

Asiatische Großreiche und Sklaverei in AfrikaBearbeiten

Indien wurde nach dem Zerfall des Gupta-Reiches im 6. Jahrhundert, das die klassische Kultur Indiens repräsentierte, in seiner politischen Fragmentierung zum Objekt zahlreicher Eroberungs- und Herrschaftsambitionen benachbarter Völker, blieb aber gesamtgesellschaftlich geprägt durch den Hinduismus und das Kastensystem. Während der Buddhismus zunehmend aus Indien verdrängt wurde, hielt mit den diversen Eroberungsschüben von Norden her der Islam Einzug.[51]

Chinas Einheit, die Ende des 6. Jahrhunderts wiederhergestellt war und sich unter der rund 300-jährigen Tang-Dynastie stabilisierte, blieb durch die Einfälle der zentralasiatischen Reitervölker bedroht. Für annähernd ein Jahrhundert (1279–1368) wurden Mongolen seit Kublai Khan zu Herrschern über China. Der führenden Rolle Chinas im interkontinentalen Handel tat das keinen Abbruch: China exportierte unter anderem Seide, Tee und Porzellan; Papier, Blockdruck und Schießpulver stammen ebenfalls aus China.[52] Für etwa ein Jahrhundert (1220–1335) garantierte das nach Flächenausdehnung größte Weltreich der Geschichte unter dem Mongolen Dschingis Khan und seinen Nachfolgern die Sicherheit des Fernhandels über die Seidenstraße von Europa bis nach Ostasien.

 
Das mongolische Reich beim Tode Möngke Khans (1259).

Bis ins späte 11. Jahrhundert waren die Mongolen nur einer von vielen Stämmen nahe der Grenze zu China. Geschickte Bündnispolitik, straffe Organisation, strategisch zielgerichtetes Vorgehen und ein persönliche Bindung und Loyalität förderndes meritokratisches System der Posten- und Beuteverteilung im Rahmen eines nahezu ununterbrochenen Eroberungsprogramms ermöglichten es Dschingis Khan, sich zum alleinigen Herrscher der mongolischen Steppe zu machen und sodann einerseits nach Nordchina und andererseits nach Zentralasien auszugreifen. Die Vorgehensweise bestand in äußerst brutaler, selektiver Gewaltanwendung: „Die Eroberung und Plünderung einer Stadt sollte alle anderen dazu bringen, sich schnell und ohne Widerstand zu ergeben. […] Nischapur war eine der Städte, die vollständig vernichtet wurden. Jedes Lebewesen – von Frauen, Kindern und Greisen bis hin zu Haus- und Nutztieren – wurde abgeschlachtet. Die Leichen wurden zu riesigen Pyramiden aufgetürmt als grausige Warnung vor den Folgen, die der Widerstand gegen die Mongolen hatte.“ Viele andere Städte zogen es angesichts dessen vor, die Waffen niederzulegen und zu verhandeln. Doch auch die eroberten und verwüsteten Städte wurden unter mongolischer Herrschaft rasch wieder aufgebaut, „wobei man großen Wert auf die Förderung der Künste, des Handwerks und der Güterproduktion legte.“[53]

Die türkischen Reiche im östlichen und westlichen Zentralasien waren im 7. und 8. Jahrhundert durch chinesische Angriffe vernichtet worden. In der Folge wurden die Türken zur Bedrohung südlicher und westlicher gelegener Zivilisationszentren von Nordindien bis zur oströmischen Kapitale Konstantinopel, die schließlich 1453 von ihnen erobert wurde.[54]

 
Sklaventransport

Afrikas Bevölkerung südlich der Sahara war von diesen Konstellationen wie auch von der islamischen Expansion nicht betroffen. Hier war die über Jahrhunderte sich erstreckende Bantuwanderung das wesentliche Veränderungsgeschehen, mit dem vom Kameruner Hochland her in südlicher und östlicher Richtung sich Bauerntum und Eisentechnologie ausbreiteten. Die prä-agrarischen Sammler und Jäger (Pygmäen und Buschmänner) wurden dabei in Regenwälder und Wüsten als Rückzugsgebiete abgedrängt. Innerafrikanische Sklavenjagd und Sklavenhandel waren bereits seit der Antike verbreitet. Die Sklaven wurden unter anderem als Zwangsarbeiter in den offenen Salzminen der Sahara eingesetzt, stellten aber andererseits neben Gold das einträglichste Exportgut afrikanischer Händler dar. Die Sklavenjäger waren hauptsächlich hellhäutige Wüstennomaden, ihre Opfer zumeist schwarze Bauern.[55]

Todbringende PestBearbeiten

Verheerende Seuchen sind in der Menschheitsgeschichte öfters vorgekommen und zum Teil eingehend beschrieben worden, so zum Beispiel die „Pest des Thukydides“ oder die Justinianische Pest. Die welthistorisch stärkste Pest-Verbreitung mit den höchsten Opferzahlen war jedoch mit jener Pest zur Mitte des 14. Jahrhunderts verbunden, deren Schrecken später als Schwarzer Tod erinnert wurden.

Entstehungsbereich und anfängliches Verbreitungsgebiet der grassierenden spätmittelalterlichen Pest war die eurasische Steppe mit einer Kette von Siedlungszentren, die vom Schwarzen Meer bis zur Mandschurei reichte. Neben Ratten können auch Kamele leicht von dem durch Flöhe übertragenen Erreger Yersinia pestis, infiziert werden, dessen Vermehrung bereits durch eine geringfügige klimatische Erwärmung angeregt werden kann.

Ein mongolisches Heer, das 1346 den genuesischen Handelsplatz Caffa belagerte, wurde von der Seuche nahezu komplett vernichtet. Vor dem Abzug der Übriggebliebenen legten die Mongolen einige an der Krankheit Verstorbene aber noch auf Wurfmaschinen und katapultierten sie in die Stadt. In der Folge wurden auch die europäischen Handelswege „zu Schlagadern für die Übertragung des Schwarzen Todes.“[56]

Gegen Ende der 1340er Jahre erreichte die Seuche bayrische wie nordfranzösische Städte und die Häfen der Britischen Inseln. In den Städten und Dörfern Englands überlebte nach zeitgenössischen Berichten kaum ein Zehntel der Bevölkerung, sodass nicht einmal genug Menschen übrig geblieben seien, um die Toten zu bestatten. Ähnliche Schreckensbilder hinterließ die Pest am Südostrand des Mittelmeers mit von Toten übersäten Straßen zwischen Kairo und Palästina. Als die Seuche zu Anfang der 1350er Jahre allmählich nachließ, hatte sie in Europa mindestens ein Drittel der Gesamtbevölkerung hinweggerafft.[57]

Neuzeitliche Entdeckungen und UmwälzungenBearbeiten

Mit den Entdeckungsfahrten der Portugiesen und Spanier zur See, die der Suche nach alternativen Fernhandelsstraßen zur Seidenstraße dienten, gerieten die bis dahin von der übrigen Welt isolierten Populationen Amerikas in die Interessensphäre der europäischen Seemächte, die von da an Handelsstützpunkte, Kolonien und Kolonialreiche in den ihnen zugänglichen Gebieten rund um den nun erschlossenen Globus errichteten und damit zu einem machtpolitischen Übergewicht über die großen asiatischen Zivilisationen in Indien und China gelangten.[58]

Während Portugal mit seinen Stützpunkten im Indischen Ozean den indischen Außenhandel dominierte, setzte die Errichtung spanischer Kolonien in Mittel- und Südamerika zunächst in der Karibik an, wohin Kolumbus seine Entdeckungsfahrt geführt hatte. Bei der Eroberung Mexikos wirkten sich die mitgebrachten Feuerwaffen der Spanier mitentscheidend aus. Aus Europa eingeschleppte Krankheitserreger, gegen die für die Ansässigen kein Immunschutz bestand, namentlich die Pocken, aber auch Masern, Grippe, Typhus und andere in Europa endemische Krankheiten, reduzierten die Zahl der indigenen Bevölkerung innerhalb der ersten beiden Jahrhunderte nach der Ankunft des Kolumbus um 95 %. Blühende Zivilisationen wie die Mississippi-Kultur kollabierten, noch vor Ankunft der Eroberer: Deren Krankheitskeime reisten, schneller als sie selbst, indem sich die Indianer gegenseitig ansteckten. Der Konquistador Hernando de Soto fand daher in Florida und im Tal des Mississippi menschenleere Gegenden und kürzlich aufgegebene Siedlungen vor.[59] Kompromisse mit den Einheimischen, die man vernichtete oder in die „Wildnis“ abdrängte, brauchten die europäischen Eroberer kaum zu schließen. Sitten und Institutionen wurden in den kolonialen Ablegergesellschaften ebenso weitergeführt wie Sprache und Religion.[60] Ähnlich war es bei der im 17. Jahrhundert verstärkt einsetzenden Besiedlung Nordamerikas durch europäische Kolonisten, die die ansässigen Indianerstämme immer weiter nach Westen verdrängten.

Im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg emanzipierten sich die Kolonisten von britischer Herrschaft und gründeten mit französischer Unterstützung die Vereinigten Staaten von Amerika. Die 1789 in Gang kommende Französische Revolution zielte – im Einklang mit den Leitvorstellungen der Aufklärung – ebenfalls auf Menschenrechtsgarantien und eine gewaltenteilende Verfassung. In beiden Fällen änderte sich aber zunächst nichts daran, dass die im transatlantischen Dreieckshandel nach Amerika gelangten afrikanischen Sklaven und ihre Nachfahren versklavt blieben. Die persönliche Freiheit erlangten die nordamerikanischen Sklaven erst mit der Unterstützung Abraham Lincolns im Amerikanischen Bürgerkrieg. Die aus den Umwälzungen der Französischen Revolution resultierende Vorherrschaft Napoleon Bonapartes auf dem europäischen Kontinent, die in Verbindung mit der Kontinentalsperre auch die britische Machtstellung hätte schleifen sollen, endete mit dem Scheitern der Grande Armée im Russlandfeldzug 1812.

Industrialisierung und ImperialismusBearbeiten

Großbritannien hatte sich bei der Niederringung Napoleons in den Befreiungskriegen nicht nur als führende Seemacht der Welt behauptet, sondern war auch Vorreiter der Industriellen Revolution, die hinsichtlich der Bedeutung für die Änderung menschlicher Existenzbedingungen mit dem neolithischen Übergang zur Sesshaftigkeit und zu landwirtschaftlicher Produktion gleichgesetzt wird. Die gesellschaftlichen und naturräumlichen Voraussetzungen für die Einführung maschinengetriebener Produktion in Fabriken waren spätestens seit der Glorreichen Revolution gegeben, die bei der Gentry und im wirtschaftlich aktiven Bürgertum Kräfte und Mittel freigesetzt hatte. Kohle, Eisen und eine bald um Eisenbahnen erweiterte günstige Transportstruktur; Indien als größte Kolonie, die den Baumwollrohstoff für die sich als erste etablierende Textilindustrie lieferte; dazu Absatzmärkte in Europa und im britischen Herrschaftsgebiet sorgten auf lange Zeit für eine überlegene Stellung der britischen Wirtschaft in der Welt.[61]

In mehr oder minder rascher Folge wurde die neue Produktionsweise – vor allem in Verbindung mit Kohlestandorten – außerhalb Englands übernommen: in West- und Mitteleuropa, in den USA, am Ural, in Indien und Japan. Mit der maschinengesteuerten Massenproduktion gingen veränderte gesellschaftliche Verhältnisse einher, die sich in dem Gegensatz von kapitalistischem Wirtschaftsbürgertum und lohnabhängiger Fabrikarbeiterschaft zuspitzten. Aus der Beobachtung von Verelendungserscheinungen bei englischen Fabrikbelegschaften leiteten Friedrich Engels und Karl Marx im Kommunistischen Manifest die Notwendigkeit einer proletarischen Revolution und einer Diktatur des Proletariats ab. Andere Ansätze zur Lösung der sozialen Frage kamen bei der Gründung von Gewerkschaften und in sozialreformerischen Konzepten auch von staatlicher Seite zum Tragen.

 
Afrika um 1914

Konkurrenz und Verdrängungswettbewerb der Wirtschaftsunternehmen innerhalb der jeweiligen volkswirtschaftlichen Binnenmärkte prägten in der Folge auch die politischen Vorstellungen von Selbstbehauptung und Machtstellung der Nationalstaaten im Weltmaßstab. Die Inbesitznahme von Kolonien sollte einerseits der Kontrolle und Nutzung von Rohstoffvorräten dienen, andererseits aber auch langfristige Absatzmärkte für eigene industrielle Erzeugnisse sichern. In einem „Klima imperialistischer Torschlusspanik“ kam es zu einem Wettlauf vor allem europäischer Mächte um noch nicht kolonisierte Gebiete der Erde. Die Vorstellung „Weltmacht oder Untergang“ setzte sich in dem erst seit 1871 bestehenden, aber zur industriellen Großmacht gewordenen Deutschen Kaiserreich in der politischen Führung durch und löste einen Flottenrüstungswettlauf mit der etablierten Weltmacht Großbritannien aus. Unter dem Eindruck einer jährlichen Wachstumsrate der Weltbevölkerung, die sich zwischen 1870 und 1913 gegenüber dem halben vorherigen Jahrhundert (1829–1870) im Durchschnitt verdoppelte, kam bei manchen Zeitgenossen die Vorstellung eines schrumpfenden Lebensraums auf, sodass „Kämpfe um Boden“ anständen.[62] In Rassenlehren wurde eine natürliche Überlegenheit der weißen Kolonialherren über die von ihnen Beherrschten konstruiert und propagiert.

Auf der Berliner Afrikakonferenz 1884 wurde praktisch der ganze Kontinent ohne Mitwirkung der Betroffenen unter den interessierten Mächten anhand der Landkarte aufgeteilt; die jeweils zugewiesenen Territorien wurden teils erst danach okkupiert. In eine ähnliche Lage geriet danach auch China, über dessen Aufteilung die involvierten Mächte sich aber nicht einigen konnten. Zudem stießen sie auch auf organisierten Widerstand (Boxeraufstand) von Chinesen. Im Zeitalter des Imperialismus wuchs der Anteil der unter Kontrolle einer überseeischen Kolonialregierung stehenden Territorien von 25 Millionen Quadratkilometern im Jahre 1880 auf 53 Millionen Quadratkilometer 1913.[63]

Weltkriege und globale VernetzungenBearbeiten

Nach dem Attentat von Sarajevo mündeten die in Bündniskonstellationen fixierten Spannungen und Machtbehauptungsumtriebe der europäischen Mächte einschließlich Russlands in den Ersten Weltkrieg (1914–1918), der ein Massensterben in Grabenkriegen und Materialschlachten samt Giftgaseinsatz auslöste und auch als Luftkrieg sowie mit U-Booten ausgetragen wurde. In seinem Verlauf standen ungefähr 70 Millionen Menschen unter Waffen, und etwa 17 Millionen kostete er das Leben. Durch ihn mitverursacht, kam es 1917 zur Russischen Revolution, die einen das 20. Jahrhundert prägenden Systemgegensatz zwischen der kommunistischen Sowjetunion unter Lenin und Stalin und den auf die kapitalistische Marktwirtschaft gegründeten westlichen Industrieländern bewirkte.

Die nach dem Ersten Weltkrieg geschlossenen Pariser Vorortverträge einschließlich des Versailler Vertrags erreichten keine dauerhafte Stabilisierung der internationalen Beziehungen auf neuer Grundlage, zumal die Weltwirtschaftskrise ab 1929 den Konsolidierungstendenzen entgegenwirkte und in Deutschland die Ablösung der Weimarer Republik durch die Nationalsozialistische Diktatur nach sich zog. Zielstrebig führte Adolf Hitler einen neuen Krieg zur Eroberung von „Lebensraum“ für das deutsche Volk herbei, der in den Zweiten Weltkrieg mündete. In dessen Schatten wurde die Diskriminierung und Verfolgung der Juden zum Holocaust gesteigert. Mit dem Angriff auf Pearl Harbor und die USA begann Japan einen Kampf um die Vorherrschaft in Ostasien. Die Gesamtzahl der Kriegstoten wird auf 60–70 Millionen geschätzt. Mit dem Abwurf der Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki endete der Zweite Weltkrieg und begann das Atomzeitalter.

Bestrebungen zur Friedenssicherung und zur Ächtung des Krieges als Mittel der Politik sind zwischen und nach den Weltkriegen verstärkt zum Zuge gekommen. Der globalen institutionellen Sicherung des Weltfriedens sollten die Gründung des Völkerbunds 1920 und die Gründung der Vereinten Nationen 1945 dienen. Letztere sind zugleich auf den universellen Schutz der Menschenrechte gerichtet. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war auch eine verstärkte Dekolonisation verbunden, bei der beispielsweise Indien unter der Führung Mahatma Gandhis 1947 die Unabhängigkeit erlangte. Die von den Kolonialmächten am Reißbrett fixierten Grenzen in Afrika trugen ihren Teil zu den anhaltenden Entwicklungsproblemen der nun postkolonialen souveränen Staaten dieses Kontinents bei.

Mit der Aufteilung Deutschlands unter den Siegermächten der Anti-Hitler-Koalition begann ein Prozess der Blockbildung, in dem die nunmehrigen Supermächte USA und UdSSR auf beiden Seiten des „Eisernen Vorhangs“ die Führung ausübten und durch wechselseitige atomare Rüstung und Abschreckung im Kalten Krieg verharrten. Während China unter der Führung Mao Zedongs zur Volksrepublik wurde und sich in die sozialistisch-kommunistische Staatenwelt einfügte, entwickelte sich das besiegte Japan zu einer den USA verbündeten weltwirtschaftlichen Großmacht.

Infolge der durch Wirtschaftsprobleme im Ostblock mitbedingten Abkehr Gorbatschows von der Breschnew-Doktrin gewannen die vormaligen „Satellitenstaaten“ der Sowjetunion ihre Selbstständigkeit zurück. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs gingen die Auflösung des Ostblocks und die Überwindung der Teilung Europas einher. Wende und friedliche Revolution in der DDR, der Fall der Berliner Mauer, die deutsche Wiedervereinigung und der Zerfall der Sowjetunion gehören zu den so angestoßenen Folgeprozessen. An die Stelle der bipolaren Supermächte-Konfrontation trat mit Auflösung der Sowjetunion eine zunehmend multipolare Weltordnung, in der neben den USA, Russland und einer um mittel- und osteuropäische Länder erweiterten Europäischen Union vor allem das bevölkerungsreiche und durch Einbeziehung von Merkmalen kapitalistischer Marktwirtschaft erstarkte China an Macht und Einfluss zugewinnt.

Der in den Vereinten Nationen gegebene Ansatz zu einer Weltinnenpolitik wird durch einen nahezu alle menschlichen Lebens- und Betätigungsfelder betreffenden Globalisierungsprozess fundiert und erweitert. Computertechnologie, Internet und mobile Kommunikation ermöglichen Kontaktaufnahme, Informationsaustausch und unmittelbare Einflussnahme zeitgleich überall auf der Welt. Weitere technologische Bereiche des frühen 21. Jahrhunderts betreffen ebenfalls künstliche Intelligenz, Robotik, das Internet der Dinge, 3D-Druck und autonome Mobilität. Die Technikfolgenabschätzung beschäftigt sich in Folge dessen mit den z. B. gesellschaftlichen Chancen und Risiken des technologischen Fortschritts. Der die kollektive und individuelle menschliche Wirklichkeit zunehmend bestimmende Prozess weltweiter Verflechtungen und Wechselwirkungen zeigt sich unter anderem im Erwerbsleben, in der Freizeitgestaltung (samt massenhaftem Ferntourismus), in zunehmender innergesellschaftlicher Multikulturalität sowie in der globalen Erwärmung und ihren Folgen.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Alexander Demandt: Kleine Weltgeschichte. Die ganze Weltgeschichte in einem Band. Frankfurt am Main 2007 (Erstausgabe: München: Beck 2003). Rezension, Rezension
  • Fischer Weltgeschichte, 36 Bde., Frankfurt a. M. 1965 ff.
  • Peter Frankopan: Licht aus dem Osten: Eine neue Geschichte der Welt. Berlin 2016. (Englischsprachige Originalausgabe: London 2015)
  • Imanuel Geiss: Geschichte im Überblick: Daten und Zusammenhänge der Weltgeschichte; überarbeitete und erweiterte Neuauflage. Reinbek: Rowohlt, 2006.
  • Geschichte der Welt. Hrsg. von Akira Iriye und Jürgen Osterhammel. 6 Bde. C.H. Beck, München 2012ff. [erscheint in Kooperation mit der Harvard University Press; bis auf den chronologisch zweiten Band abgeschlossen]
    • Die Welt vor 600. Hrsg. von Hans-Joachim Gehrke. München 2017.
    • Weltreiche und Weltmeere 1350–1750. Hrsg. von Wolfgang Reinhard. München 2014.
    • Wege zur modernen Welt 1750-1870. Hrsg. von Sebastian Conrad und Jürgen Osterhammel. München 2016.
    • Weltmärkte und Weltkriege 1870–1945. Hrsg. von Emily S. Rosenberg. München 2012.
    • 1945 bis Heute. Die globalisierte Welt. Hrsg. von Akira Iriye. München 2013.
  • Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit. Übersetzung aus dem Englischen von Jürgen Neubauer. München 2013. (Hebräische Originalausgabe 2011)
  • Golo Mann, Alfred Heuß (Hrsg.): Propyläen Weltgeschichte. Eine Universalgeschichte, 11 Bände; Frankfurt/M, Berlin, Wien, 1961–1965.
  • Jürgen Osterhammel, Niels P. Peterson: Geschichte der Globalisierung. Dimensionen, Prozesse, Epochen; München: Beck, 2003; Rezension
  • Hermann Parzinger: Die Kinder des Prometheus. Eine Geschichte der Menschheit vor der Erfindung der Schrift. 2. Auflage, München 2015 (Erstauflage 2014).
  • Fred Spier: Big History. Was die Geschichte im Innersten zusammenhält; (Originaltitel: The Structure of Big History from the Big Bang Until Today). Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2005.

WeblinksBearbeiten

 Wiktionary: Menschheitsgeschichte – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

AnmerkungenBearbeiten

  1. Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 38. Auch wenn das schriftlose Zeiten waren, verfügten selbst weit zurückreichende prähistorische Kulturen über Kommunikation mit Hilfe von Zeichen, Symbolen und Bildern, die von den damals Lebenden verstanden wurden. „Wir sind es, die die Geschichten, die sie erzählen, nicht mehr verstehen und das Wissen, das sie bewahrt und transportiert haben, nicht mehr entschlüsseln können.“ (Ebenda, S. 11)
  2. Mit dem Versuch, so Parzinger in seinem Werk Die Kinder des Prometheus. Eine Geschichte der Menschheit vor der Erfindung der Schrift, alle Teile dieser einen Welt zu berücksichtigen und daraus „ein schlüssiges Gesamtbild des – nach Jahrtausenden gezählt – größten Teils der Menschheitsgeschichte zu formen, ist die Weltgeschichte nun auch in der Vorzeit angekommen.“ (Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 13)
  3. Demandt 2007, S. 19.
  4. Harari, Eine kurze Geschichte der Menschheit. 28. Aufl. 2015, S. 16. Harari verweist erklärend auf die Parallelexistenz vieler Arten auch bei Füchsen, Bären oder Schweinen und führt aus: „Noch vor hunderttausend Jahren gab es mindestens sechs verschiedene Menschenarten. Diese Vielfalt ist viel weniger erstaunlich als die Tatsache, dass wir heute allein sind.“ (Ebenda)
  5. Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 698. „Mit solchen Geröllgeräten traten Hominiden vor mehr als 2,7 Millionen Jahren erstmals als denkende Wesen in Erscheinung.“ (Ebenda)
  6. Geiss 2006, S. 34.
  7. F. Berna, P. Goldberg, L. K. Horwitz, J. Brink, S. Holt, M. Bamford, M. Chazan: Microstratigraphic evidence of in situ fire in the Acheulean strata of Wonderwerk Cave, Northern Cape province, South Africa. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. 109, Nr. 20, 2012, ISSN 0027-8424, S. E1215–E1220. doi:10.1073/pnas.1117620109.
  8. Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 31 f. und S. 699.
  9. Harari, Eine kurze Geschichte der Menschheit. 28. Aufl. 2015, S. 22 f.
  10. „Jedenfalls geht die Forschung davon aus, dass die Okkupation der nordalpinen Gebiete Mitteleuropas durch den Homo heidelbergensis nur möglich war, weil er mit dem Feuer umzugehen verstand.“(Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 32)
  11. Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 71.
  12. Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 36 f.
  13. Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 69, 71 und 107.
  14. Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 703.
  15. Spier 2005, S. 67 u. 69 f.
  16. Harari, Eine kurze Geschichte der Menschheit. 28. Aufl. 2015, S. 96.
  17. Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 704 f.
  18. Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 705.
  19. Spier 2005, S. 76 f.
  20. Spier 2005, S. 80–82.
  21. Geiss 2006, S. 43.
  22. Spier 2005, S. 86.
  23. Spier 2005, S. 96. So auch Parzinger: „Der insgesamt prozesshafte Verlauf dieser Entwicklung erscheint jedoch eher evolutionär als sprunghaft, so dass der Begriff «neolithische Revolution», wenn überhaupt, dann mit größter Vorsicht zu gebrauchen ist.“ (Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 705)
  24. Geiss 2006, S. 60.
  25. Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 718.
  26. Harari, Eine kurze Geschichte der Menschheit. 28. Aufl. 2015, S. 104 und 108; Zitat S. 107.
  27. Parzinger, 2. Aufl. 2015, S. 720 und 724 f.
  28. Fred Spier: Big History and the Future of Humanity. Miley-Blackwell, Malden, Mittelalter 2011, S. 156.
  29. Harari, Eine kurze Geschichte der Menschheit. 28. Aufl. 2015, S. 156.
  30. Geiss 2006, S. 47.
  31. Geiss 2006, S. 97 f.
  32. Geiss 2006, S. 48.
  33. Demandt 2007, S. 47 f. u. 58.
  34. Frankopan 2016, S. 24.
  35. Frankopan 2016, S. 27 f. und 30 f. Die Hellenisierung im Osten sieht Frankopan auch als möglichen Grund dafür, dass „quer durch die großen Werke der Weltliteratur ähnliche Motive zu finden sind.“ Dies zeige sich etwa bei Ilias und Odyssee im Vergleich zum Sanskrit-Epos Ramayana. (Ebenda, S. 32)
  36. Demandt 2007, S. 63 f. u. 74; Geiss, S. 120 f.
  37. Sueton 28, zitiert nach Frankopan 2016, S. 41.
  38. Frankopan 2016, S. 43–46.
  39. Frankopan 2016, S. 55.
  40. Frankopan 2016, S. 81.
  41. Frankopan 2016, S. 82–86.
  42. Frankopan 2016, S. 87.
  43. Frankopan 2016, S. 94–97; Zitat, S. 95.
  44. Frankopan 2016, S. 126–136. „In einer Welt, in der Religion allem Anschein nach die Ursache von Konflikten und Blutvergießen ist, vergisst man leicht, wie viel die großen Konfessionen voneinander gelernt und abgeschaut haben. Für den heutigen Betreachter scheinen Christentum und Islam diametral entgegengesetzt, doch in den ersten Jahren der Koexistenz ging man nicht nur friedlich, sondern sogar wohlwollend miteinander um. Die Harmonie zwischen Islam und Judentum war noch verblüffender: Ohne die Unterstützung der Juden im Nahen Osten hätten sich die Worte Mohammeds nie derart verbreiten können.“ (Ebenda, S. 126)
  45. Frankopan 2016, S. 141.
  46. Frankopan 2016, S. 172 f. und 175.
  47. Frankopan 2016, S. 205.
  48. Frankopan 2016, S. 230.
  49. Geiss 2006, S. 185 f.
  50. Demandt 2007, S. 149 f. u. 163.
  51. Geiss 2006, S. 136 f. u. 160.
  52. Geiss 2006, S. 152 u. 155.
  53. Frankopan 2016, S. 235–239; Zitate S. 238 f.
  54. Geiss 2006, S. 148 f.
  55. Geiss 2006, S. 142 f. u. 179–181.
  56. Frankopan 2016, S. 275.
  57. Frankopan 2016, S. 276–280.
  58. Geiss 2006, S. 250 u. 252 f.
  59. Jared Diamond: Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften. Fischer, Frankfurt am Main 1998, S. 252 ff.
  60. Osterhammel / Peterson 2003, S. 37 f.
  61. Geiss 2006, S. 303 u. 305 f.
  62. Osterhammel / Peterson 2003, S. 70 f.
  63. Osterhammel / Peterson 2003, S. 71 f.