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Die Menopause (ein in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandener Begriff mit der ursprünglichen Bedeutung „Aufhören der Monatsblutungen“ von griechisch μήν, mēn, „Monat“, und παῦσις, paūsis, „Ende“)[1] bezeichnet beim allmählichen Ausbleiben[2] der Menstruation im Leben einer Frau den Zeitpunkt der letzten Regelblutung, wonach für zwölf Monate keine ovariell ausgelöste Blutung aus der Gebärmutter mehr nachfolgt und die Fruchtbarkeit (Fortpflanzungsfähigkeit) der Frau beendet ist. Ursächlich liegt eine Änderung im Hormonhaushalt durch eine nachlassende endokrine Funktion der Eierstöcke zugrunde, eine sogenannte Ovarialinsuffizienz.

Im amerikanischen Sprachraum wird der Begriff „Menopause“ auch für die Zeit nach der Menopause verwendet, im deutschen Sprachraum wird diese Zeit Postmenopause genannt.
Eingeführt wurde der Begriff durch den Pariser Arzt Charles Pierre Louis de Gardanne im Jahr 1816 in seiner Schrift Avis aux femmes qui entrent dans l'âge critique zunächst als Ménespausie[3], den er in der zweiten Fassung 1821 in Ménopause änderte.[4][5]

Inhaltsverzeichnis

ErklärungsansätzeBearbeiten

Der evolutionsbiologische Hintergrund der Menopause ist nicht bekannt, zumal es einen vergleichbaren Entwicklungsabschnitt bei den meisten Tieren nicht gibt. Unter den Säugetieren wurde bislang die Menopause nur beim Menschen sowie dem Grind- und Schwertwal nachgewiesen.[6] Ein umstrittener Erklärungsansatz hierfür ist die sogenannte Großmutter-Hypothese.[7] Eine andere Theorie betrachtet die Rolle der Männer.[8] Demnach sollen Männer jüngere Frauen als Geschlechtspartner bevorzugt haben, so dass umgekehrt „ältere“ Frauen vernachlässigt wurden. Da letztere keinen Nutzen aus ihrer Fruchtbarkeit ziehen konnten, soll dies Mutationen begünstigt haben, die zur heutigen Menopause führten.

Beginn der natürlichen MenopauseBearbeiten

Die Übergangsphase der hormonellen Umstellung, die in den Jahren davor und danach stattfindet, wird als Klimakterium (Wechseljahre) bezeichnet. Die natürliche Menopause, die sich oft durch Unregelmäßigkeiten in den menstruellen Perioden ankündigt, tritt gewöhnlich zwischen dem 45. und 60. Lebensjahr[9][10][11][12][13][14][15][16] ein, durchschnittlich im Alter von 51 Jahren. Bei mageren Frauen, Unterernährung und Raucherinnen kann sie früher auftreten. Regelmäßiger Alkoholkonsum verzögert durch eine Erhöhung des Östrogenspiegels das Auftreten der Menopause. Als vorzeitige oder prämature Menopause (Climacterium praecox) wird eine Menopause durch mangelndes Funktionieren der Eierstöcke vor dem 40. Lebensjahr bezeichnet. Als frühe Menopause gilt jede zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Künstlich herbeigeführt (induziert) werden kann die Menopause durch Entfernen der Eierstöcke, Bestrahlung oder Behandlung mit Antiestrogenen.

BehandlungBearbeiten

Bei ausgeprägten klimakterischen Beschwerden kann eine Hormonersatztherapie zur Linderung von Beschwerden in Frage kommen, die durch die hormonelle Umstellung im Klimakterium als Folge eines relativen Hormonmangels entstehen können, wie Osteoporose, Haarausfall, Hitzewallungen, Nachtschweiß und Stimmungsschwankungen. Es existieren Hinweise darauf, dass die für die Therapie verwendeten Präparate das Risiko für das Auftreten von Brustkrebs, Herzinfarkten und Schlaganfällen deutlich erhöhen.[17]

In letzter Zeit wird darauf hingewiesen, dass die Art der Gestagene bzw. die Applikationsart der Östrogene hierauf einen Einfluss hätten. Bei der Anwendung transdermaler Östrogene mit mikronisiertem Progesteron konnten keine Erhöhung der Brustkrebsraten und Thromboseraten beobachtet werden.[18]

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Lois Jovanovic, Genell J. Subak-Sharpe: Hormone. Das medizinische Handbuch für Frauen. (Originalausgabe: Hormones. The Woman’s Answerbook. Atheneum, New York 1987) Aus dem Amerikanischen von Margaret Auer, Kabel, Hamburg 1989, ISBN 3-8225-0100-X, S. 184 ff., 191 ff., 197 ff., 269 ff. und 381.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Michael Stolberg: Von der cessatio mensium zur Menopause. In: Von den „Stufenjahren“ zur „Menopause“. Das Klimakterium im Wandel der Zeit. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 24, 2005, S. 41–50, hier: S. 46–48.
  2. Deutsche Menopause Gesellschaft: Was ist Menopause?.
  3. Charles Pierre Louis de Gardanne: Avis aux femmes qui entrent dans l'âge critique. Gabon, Paris 1816, online
  4. Charles Pierre Louis de Gardanne: De la ménopause ou de l'âge critique des femmes. Méquignon-Marvis, Paris 1821, online
  5. Daniel Delanoë: Sexe, Croyances et Menopause. Hachette Littératures, 2007, ISBN 9782012377646, online
  6. GEO WISSEN Nr. 50, S. 44, Geo, Verlag Gruner + Jahr, Hamburg 2012
  7. G. C. Williams: Pleiotropy, natural selection, and the evolution of senescence. In: Evolution 1957, 11, S. 398–411.
  8. R. A. Morton, J. R. Stone und R. S. Singh (2013): Mate Choice and the Origin of Menopause. In: PLoS Comput Biol 9(6); e1003092; PMID 23785268; doi:10.1371/journal.pcbi.1003092
  9. Günther Kern: Gynäkologie. 4. Auflage. Hrsg. von Jörg Baltzer und Harald Mickan, Thieme, Stuttgart/New York 1985, S. 256 und 266.
  10. Menopause is Ovarian Failure
  11. http://www.cdc.gov/reproductivehealth/womensrh/menopause.htm
  12. http://www.nlm.nih.gov/medlineplus/ency/article/000894.htm
  13. Menopause auf MedicineNet.com
  14. http://www.bbc.co.uk/health/physical_health/conditions/menopause.shtml
  15. http://www.safemenopausesolutions.com/average-age-of-menopause.html
  16. http://www.wechseljahre-frau.de/menopause/
  17. O. Ortmann, C. Lattrich: The treatment of climacteric symptoms. In: Deutsches Ärzteblatt international. Band 109, Nummer 17, April 2012, S. 316–323, doi:10.3238/arztebl.2012.0316, PMID 22611453, PMC 3355503 (freier Volltext) (Review).
  18. Risk of Breast Cancer by Type of Menopausal Hormone Therapy: a Case-Control Study among Post-Menopausal Women in France - PLOS ONE. Volume 8, Issue 11, e78016
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