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Melbecke ist ein Ortsteil von Lennestadt etwa 2 km nordwestlich von Elspe. Das Melbecketal liegt eingebettet zwischen dem Fretter- und Elspetal am Rande der Attendorn-Elsper Doppelmulde. Der größte Teile des Melbecketals gehört heute zum Naturschutzgebiet Melbecke und Rübenkamp.

Melbecke
Koordinaten: 51° 9′ 43″ N, 8° 1′ 55″ O
Höhe: 296 m ü. NHN
Einwohner: 83 (30. Jun. 2018)
Postleitzahl: 57368
Vorwahl: 02721
Melbecke (Lennestadt)
Melbecke

Lage von Melbecke in Lennestadt

Blick auf Melbecke
Blick auf Melbecke

GeschichteBearbeiten

 
Ortseingang Melbecke

Als Filialort der Pfarrei Elspe tritt Melbecke bereits in einem Güterverzeichnis aus dem Jahr 1313 in Erscheinung.[1] Eine frühe urkundliche Erwähnung von Melbecke, in der von der Verpfändung von Grundbesitz zur Absicherung einer Schuld die Rede ist, stammt ferner aus dem Jahr 1382. Demnach verpfändet Johan van Hundeme gnt. (genannt) van dem Brayke für eine Schuld von 50 goldenen Schilden der Fygen v. Borchusen, seligen Geypeln wive mit Zustimmung seines S. Degenhard sein Gut zu Melbecke, dat dat overste gut haitet und sein Gut tome Nedern Ruberghe.[2]

Der Ortsname Melbecke (1313: Melbike, 1543: Melmicke) beruht auf dem Grundwort „-beke“ und bezieht sich auf den Bach „Melbecke“. Eine Anknüpfungsmöglichkeit des Bestimmungswortes „Mel-“ bieten u. a. Wörter wie „melm“ (plattdeutsch für: Staub; aufgewirbelter Sand). Von den verschiedenen Möglichkeiten hält Flöer die Deutung des Ortsnamens Melbecke als „sandiger Bach“ oder „dunkler Bach“ für wahrscheinlich.[3]

 
Luftaufnahme

In einem Schatzungsregister (diente der Erhebung von Steuern) für das Jahr 1543 werden für Melbecke 10 Schatzungspflichtige genannt[4]. Setzt man die Zahl der Schatzungspflichtigen mit der Anzahl der vorhandenen Familien bzw. Häuser gleich und rechnet pro Haus 6 Bewohner, so dürften in Melbecke um 1540 – 1550 ca. 60 Menschen gelebt haben

Die bäuerliche Ursprung des Ortes ist bis heute weitgehend erhalten geblieben. Urlaubsgäste erholen sich in einer ursprünglichen Landschaft, eingerahmt von Äckern, Wiesen und Wäldern. Ende 2017 hatte Melbecke 83 Einwohner,[5] wobei der Anteil von 31,3 % der jugendlichen bis 18 Jahre alten Einwohner relativ groß ist .

Kapelle St. Katharina von AlexandrienBearbeiten

 
St. Katharina Melbecke

Die ursprüngliche Kapelle in Melbecke kommt seit 1672 in verschiedenen Abrechnungen vor. Sie verfügte (zusammen mit der Kapelle in Sporke) als Einnahmequelle über einen Braukessel, der gegen eine Gebühr an Einwohner zum Brauen ihres Hausbieres herumgeliehen wurde. Pfarrer Arentz hat die Kapelle 1762 von Grund auf neu erbauen lassen und mit Genehmigung der erzbischöflichen Behörde in Köln benediziert. Im Jahr 1836 wurde der Altar nach vorhergehender Reparatur neu gestrichen. Die Kapelle gehörte zur Pfarrei Elspe und war mit eigenem Grundbesitz ausgestattet.[6] Der Altar und zwei gotisch erscheinende Skulpturen der hl. Lucia und eines männlichen Heiligen bilden den Mittelpunkt der Kapelle.

Schutzpatronin der Kapelle ist die Hl. Katharina von Alexandrien.

Heute gehört Melbecke zur katholischen Kirchengemeinde St. Jakobus d. Ä. Elspe, die dem Pastoralverbund Oenetal angehört.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Melbecke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Brill, Josef, Geschichte der Pfarrei Elspe, Olpe; 1948, Seite 9
  2. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 7. Mai 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/heimatbund-finnentrop.de Seite 48
  3. vgl.im einzelnen Flöer, Michael, Die Ortsnamen des Kreises Olpe, Westfälisches Ortsnamenbuch (WOB), Bielefeld: Verlag für Regionalgeschichte 2014, S. 174, 175
  4. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 3. Oktober 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.heimatbund-finnentrop.de Seite 73
  5. Auskunft der Stadt Lennestadt
  6. Brill, Josef, Geschichte der Pfarrei Elspe, Olpe; 1948, Seite 35, 94