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Mehara
Regenzeit über der Überflutungsebene des Ira Lalaro. Im Hintergrund liegen die Paitchau-Berge.
Der Suco Mehara bildet den Westen des Verwaltungsamts Tutuala. Der Ort Mehara liegt im Norden des Sucos.
Daten
Fläche 107,82 km²[1]
Einwohnerzahl 2.262 (2015)[1]
Chefe de Suco Zé Meigo Neto
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Mehara (Osttimor)
Mehara
Mehara
Koordinaten: 8° 24′ S, 127° 11′ O

Mehara ist ein Dorf und ein Suco im Osten des osttimoresischen Verwaltungsamts Tutuala (Gemeinde Lautém). „Mehara“ ist das Fataluku-Wort für „Ameisen“.[2]

Das DorfBearbeiten

 
Ein Weiler in Mehara

Mehara liegt auf einer Meereshöhe von 545 m, im nördlichen Teil des Sucos an einer schlecht ausgebauten Straße, die den Ort Tutuala an der Ostspitze Timors, mit der Gemeindehauptstadt Lospalos und dem restlichen Land verbindet. Minibusse, sogenannte Mikroléts, dienen als öffentliche Verkehrsmittel. Mehara liegt in Luftlinie 218 km östlich der Landeshauptstadt Dili und 24 km nordöstlich von Lospalos.

Der Ort verfügt über ein kommunales Gesundheitszentrum, eine Grundschule und eine vorbereitende Schule für die Sekundärstufe.[3] Im Dorf finden sich viele traditionelle Hütten im Stil der ansässigen Volksgruppe der Fataluku.[4]

Unter anderem leben hier die letzten 100 Sprecher der Nationalsprache Makuva, der einzigen in der Gemeinde Lautém heimischen malayo-polynesischen Sprache. Die meisten anderen Einwohner sprechen als Muttersprache die Papuasprache Fataluku, die auch von der jüngeren Generation der Makuva vermehrt verwendet wird. Die Makuva wurden 1946 von ihren ursprünglichen Heimatdörfern Loiquero an der Nordküste und Porlamano nach Lovaia umgesiedelt. Später erfolgte die erneute Umsiedlung in das Dorf Mehara.[5]

Der SucoBearbeiten

Mehara
Orte Position[6] Höhe
Loiquero 8° 24′ S, 127° 11′ O 545 m
Loiquero 8° 22′ S, 127° 9′ O 353 m
Malahara 8° 28′ S, 127° 8′ O 580 m
Mehara 8° 24′ S, 127° 11′ O 545 m
Porlamano 8° 24′ S, 127° 11′ O 496 m
Poros 8° 25′ S, 127° 7′ O 503 m
 
Feldarbeit
 
Fischer bei Mehara

In Mehara leben 2.262 Menschen (2015), davon sind 1.095 Männer und 1.167 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 21,0 Einwohner/km². Im Suco gibt es 443 Haushalte.[1] Über 98 % der Einwohner geben Fataluku als ihre Muttersprache an. Minderheiten sprechen Tetum Prasa oder Makuva.[7]

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Mehara eine Fläche von 190,67 km².[8] Nun sind es 107,82 km².[1] Der Suco erstreckt sich von der Nord- bis zur Südküste Timors, einmal quer über die Insel. Im Norden liegt die Straße von Wetar mit dem Kap Ponta Aimoco Meno und dem Kap Ponta Tei, im Süden die Timorsee. Die Ostgrenze bildet der Suco Tutuala, im Westen grenzt Mehara an das Verwaltungsamt Lautém mit dem Suco Com und Lospalos mit den Sucos Muapitine und Bauro. Die nördlichsten Punkte des Sucos bilden das Kap Ponta Aimoco Meno und etwas südöstlich davon das Kap Ponta Tei.[3]

Südlich der Straße Tutuala - Lospalos befindet sich im Zentrum des Sucos die Lagoa Ira Lalaro (auch Suro-bec), die mit 6,5 km Länge und 3 km Breite der größte See Osttimors ist. In der Trockenzeit (Mai bis Oktober) schrumpft die Wasseroberfläche allerdings stark. In der Regenzeit reicht die Ira Lalaro bei ihrer größten Ausdehnung bis in das benachbarte Verwaltungsamt Lospalos. Nah dem Südufer liegt der Weiler Malahara.[3] Der See ist vor allem für die reiche Vogelwelt Timors ein wichtiger Lebensraum, weswegen er, zusammen mit großen Teilen der Gemeinde Lautém zum Nationalpark Nino Konis Santana gehört. Mehrere hundert Leistenkrokodile leben im See. Die saisonale Überflutung hat bisher eine wirtschaftliche Entwicklung des Umfelds des Sees verhindert.[9]

Ein kurz nach der Unabhängigkeit geplantes Wasserkraftwerk, bei dem ein langer Tunnel das Wasser des Ira Lalaros, unterhalb des Paitchau-Massivs (797 m), abwärts in die Timorsee ableiten sollte, wurde nach jahrelanger Planung nicht umgesetzt.[10][11] Der Paitchau ist Teil einer Bergkette, die im Süden von Mehara liegt. Ihre höchste Erhebung erreicht 925 m.

Nahe dem Verwaltungszentrum Mehara liegen die Weiler Loiquero (Loikero, Loikere, Louiquero) und Porlamano (Polamanu). An der Straße weiter Richtung Westen liegt der Weiler Poros (Ponos, Purus). An der Nordküste liegt der Ort Loiquero (Loikero, Loiquere).

Neben dem Ort Mehara verfügen auch Poros und Malahara über eine Grundschule.[3] Aldeias sind Loiquero, Porlamano und Poros.[12]

GeschichteBearbeiten

 
Ruinen aus der portugiesischen Kolonialzeit an der Nordküste Meharas

Mehara war 1976 ein Rückzugsgebiet der FALINTIL, die gegen die indonesischen Invasoren kämpfte. Hier gründeten sie eine base de apoio, eine Widerstandsbasis, die Zuflucht für Flüchtlinge aus dem damaligen Distrikt Lautém bot. Später wurde die Basis von den Indonesiern zerstört.[13]

In den 1980ern versteckte sich der Freiheitskämpfer und spätere Präsident und Premierminister Osttimors Xanana Gusmão in Mehara.[4]

Zwischen dem 5. und 8. August 1983 desertierten Hunderte von Mitgliedern von bewaffneten Milizen (Wanra, Hansip) aus Mehara, Lore, Leuro und Serelau und schlossen sich der FALINTIL an. In ihren Heimatorten führten die Indonesier Strafaktionen durch. Hunderte Frauen und andere zurückgebliebene wurden auf Lastwagen zusammengetrieben und für mehrere Monate interniert. Es kam zu Folterungen und Vergewaltigungen. Später wurden mehrere hundert Familien auf die Insel Atauro zwangsumgesiedelt.[13]

PolitikBearbeiten

 
Felder bei Mehara

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Alvaro da Assunção zum Chefe de Suco gewählt.[14] Bei den Wahlen 2009 gewann Zé Meigo Neto.[15]

KulturBearbeiten

Zweimal im Jahr findet an Nord- und Südküste das Mechi der Fataluku statt, das Sammeln der Meci-Würmer (Eunice viridis). Im letzten Mondviertel vom Februar findet das kleinere Mechi kiik und bei Neumond im März das große Mechi boot statt.[16][17][18]

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mehara – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Geoffrey Hull: The placenames of East Timor, in: Placenames Australia (ANPS): Newsletter of the Australian National Placenames Survey, Juni 2006, S. 6 & 7, (Memento des Originals vom 14. Februar 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.anps.org.au abgerufen am 28. September 2014.
  3. a b c d UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (Memento des Originals vom 3. Dezember 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/unmit.unmissions.org (PDF; 389 kB)
  4. a b The unofficial guide to East Timor
  5. Geoffrey Hull: The Languages of East Timor: Some Basic Facts (Memento vom 19. Januar 2008 im Internet Archive)
  6. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  7. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Mehara (tetum; PDF; 8,6 MB)
  8. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Memento des Originals vom 5. Januar 2017 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/dne.mof.gov.tl (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  9. Hinrich Kaiser et al., PhD, Department of Biology, Victor Valley College: The herpetofauna of Timor-Leste: a first report
  10. The La’o Hamutuk Bulletin Vol. 5, No. 5-6: December 2004
  11. FRETILIN, 1. Juni 2007
  12. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)
  13. a b „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (Memento des Originals vom 28. November 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cavr-timorleste.org (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  14. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  15. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  16. Broschüre des Nationalparks Nino Konis Santana (englisch; PDF; 3,8 MB), abgerufen am 25. Dezember 2012
  17. The Timor-Leste Coastal/Marine Habitat Mapping for Tourism and Fisheries Development Project, Project No 2, Coastal and Marine Ecotourism Values, Issues and Opportunities on the North Coast of Timor Leste, Final Report, Oktober 2009 (Memento vom 29. März 2013 im Internet Archive) (PDF; 15,2 MB), abgerufen am 28. Dezember 2012
  18. The Timor-Leste Coastal/Marine Habitat Mapping for Tourism and Fisheries Development Project, Project No 4, Conservation Values, Issues and Planning in the Nino Konis Santana Marine Park, Timor Leste - Final Report, Oktober 2009 (Memento vom 29. März 2013 im Internet Archive) (PDF; 9,2 MB), abgerufen am 28. Dezember 2012

f1  Karte mit allen Koordinaten: OSM