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Medarduskirche (Bendorf)

Kirchengebäude in Bendorf
Medarduskirche in Bendorf, links evangelischer, rechts katholischer Teil
Ansicht von 1790
Apsis und Turm der romanischen Kirche

Die evangelische Medarduskirche und das zur katholischen Kirche St. Medard erweiterte Reichardsmünster bilden einen denkmalgeschützten Gebäudekomplex in Bendorf im Landkreis Mayen-Koblenz.

Evangelische MedarduskircheBearbeiten

Die heute evangelische Kirche wurde 1204 erbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude stark beschädigt. Der Neuaufbau von 1954 bis 1956 erfolgte nur teilweise.

Die dreischiffige romanische Pfeilerbasilika mit quadratischem Chor, zwei Doppeljochen und halbrunder Apsis hat eine durch Rundbogenfenster und Lisenen gegliederte Fassade. Der Obergaden wurde im 18. Jahrhundert erhöht. Die Seitenschiffe und das Chorquadrat sind überwölbt, in der Apsis sind unter den Fenstern fünf Nischen ausgespart.

1907 legte man aus der Entstehungszeit der Kirche stammende Wandmalereien frei, die sich unter der Tünche gut erhalten haben. Die figürlichen Malereien in der Apsis und am Triumphbogen entstanden etwa 50 Jahre später.[1]

Der Turm der Kirche und die Glocken dienen beiden Kirchengemeinden.

Reichardsmünster und katholische PfarrkircheBearbeiten

Das Reichardsmünster ist an die Südwand der Medarduskirche angelehnt. Es wurde um 1230 im Stil der ritterlichen Doppelkapellen gebaut. Es diente nach der Reformation der katholischen Ortsgemeinde und wurde bereits 1790 als Chor in einen Erweiterungsbau einbezogen. Dieser wurde 1864 abgerissen und schaffte Platz für eine nach Süden ausgerichtete neuromanische Kirche. Durch den Einbau eines Zwischengeschosses wurde nun das Reichardsmünster als Orgelempore und Eingangshalle eingerichtet. Eingebaut zwischen der Medarduskirche und der im rechten Winkel anstoßenden neuen Kirche, blieben nur die Stirnseiten sichtbar. Der Innenraum ist rechteckig und von Laufgängen, Emporen und Nebenräumen umgeben. Mit Ausnahme der Laufgänge, die mit Tonnengewölben ausgestattet sind, haben alle Räume Kreuzrippengewölbe.[2]

OrgelBearbeiten

Die katholische Kirche ist seit 1930 im Besitz einer Orgel der Firma Johannes Klais/Bonn. Sie verfügt nach einer Erweiterung 2008 durch die Erbauerfirma über 44 Register verteilt auf drei Manuale und Pedal, sowie einen freistehenden Spieltisch mit elektrischer Spiel- und Registertraktur. Die Orgel hat folgende Disposition:

I Hauptwerk C–g3

1. Quintadena 8′
2. Principal 8′
3. Offenflöte 8′
4. Nachthorngedackt 4′
5. Oktave 4′
6. Querflöte 4′
7. Spitzquinte 223
8. Gemshorn 2′
9. Progressio II-III 223
10. Mixtur IV 2′
11. Dulcian 16′
12. Trompete 8′
13. Kopftrompete 4′
II Schwellwerk C–g3
14. Stillgedackt 16′
15. Harfenprincipal 8′
16. Viola da Gamba 8′
17. Salicional 8′
18. Vox coelestis 8′
19. Rohrflöte 8′
20. Geigend Principal 4′
21. Querflöte 4′
22. Schweitzerpfeife 4′
23. Nachtorn 2′
24. Sesquialter II 223
25. Cymbel III-IV 113
26. Krummhorn 8′
27. Oboe 8′
Tremulant
III Solo C–g3
28. Doppelflöte 8′
29. Aeoline 8′
30. Hohlflöte 8′
31. Cornett III 223
32. Fagott 16′
33. Tuba 8′
34. Clairon 4′
Tremulant
Pedal C–g1
35. Principalbass 16′
36. Subbass 16′
37. Echobass 16′
38. Quintbass 1023
39. Octavbass 8′
40. Flötenbass 8′
41. Gedacktpommer 4′
42. Rauschpfeife IV 4′
43. Posaune 16′
44. Trompete 8′
  • Koppeln:
    • Normalkoppeln: II/I, III/I, III/I, I/P, II/P, III/P
    • Suboktavkoppeln: II/I, II/II, III/III
    • Superoktavkoppeln: I/I, II/I, II/II, II/P
  • Spielhilfen:

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Reclams Kunstführer, Deutschland III, 1975, ISBN 3-15-008401-6, S. 58
  2. Reclams Kunstführer, Deutschland III, 1975, ISBN 3-15-008401-6, S. 59

Koordinaten: 50° 25′ 18,6″ N, 7° 34′ 41,4″ O