Max Uthoff

deutscher Kabarettist
Max Uthoff, 2018
Max Uthoff (2016)

Maximilian „Max“ Uthoff (* 24. September 1967 in München) ist ein deutscher Kabarettist.

Seit Februar 2014 präsentiert er gemeinsam mit Claus von Wagner als Gastgeber die ZDF-Sendung Die Anstalt.[1]

Im Jahr 2019 erhielt Uthoff den Deutschen Kabarettpreis. Er führe "mit trockenem Humor unerbittlich die Widersprüche und Ungerechtigkeiten unseres Gesellschaftssystems vor Augen", hieß es in der Begründung des Nürnberger Burgtheaters, das den Preis gemeinsam mit der Stadt Nürnberg vergibt.[2]

Leben/KarriereBearbeiten

Max Uthoffs Vater Reiner Uthoff gründete 1965 das Münchner Rationaltheater und leitete es dreißig Jahre lang gemeinsam mit seiner Frau Sylvia Uthoff, bevor es zehn Jahre ruhte.[3] Dort sammelte Max Uthoff erste Erfahrungen auf und hinter der Bühne. Er studierte Rechtswissenschaften und absolvierte 2002 das zweite Staatsexamen.

Ab 2006 nahm Max Uthoff den Betrieb des Rationaltheaters wieder auf, gab die Leitung im Juli 2008 jedoch ab, da seine zahlreichen Auftritte an anderen Spielstätten für einen regelmäßigen Theaterbetrieb immer weniger Zeit ließen.[3]

Seit 2007 tritt er als Solokünstler auf und versucht seitdem, „das kapitalistische System mit den Mitteln der Satire aus den Angeln zu heben.“[4] Sein erstes Kabarettprogramm trug den Titel Sie befinden sich hier!, ein Mitschnitt vom September 2010 erschien 2011 auch als Hörbuch.

Von 2011 bis 2013 war er als „Anstaltsanwalt“ regelmäßiger Gast der ZDF-Kabarettsendung Neues aus der Anstalt.

Der Hauptpreis des Bayerischen Kabarettpreises geht im Jahr 2020 an Max Uthoff. Seine Interpretationen des „Weltwahnsinns“ seien packend und mitreißend, erklärte der Bayerische Rundfunk. Außerdem entlarve er „sezierend Politikerlügen“ und klamüsere Wirtschaftszusammenhänge auseinander.[5]

Uthoff lebt in München, ist verheiratet und hat zwei Töchter.[6]

KontroversenBearbeiten

Anlässlich seiner Äußerungen zum Ukraine-Krieg und seiner Medienschelte in der achten Episode von Die Anstalt warf die Frankfurter Rundschau Uthoff „schablonenhaftes Schwarz-Weiß-Denken ohne intellektuelle Differenzierung“ vor. Er sei „ganz versessen auf das Märchen von der ferngesteuerten Ukraine und einem Russland, das sich einzig für die Sicherheit der unschuldigen ostukrainischen Bevölkerung in der Pflicht sieht, die – vom Nato-Teufel unterstützt – von einer Fascho-Regierung plattgebombt wird.“ Das könne „ein Ken Jebsen auf seinen Mahnwachen auch nicht besser.“[7]

Für die Hessische/Niedersächsische Allgemeine führte Matthias Lohr ein Interview mit Uthoff, in dem er diesen als Deutschlands wichtigsten Kabarettisten bezeichnete. Zugleich fühlte er sich angesichts von Uthoffs Aussage, die deutschen Medien würden „mit dem Kopf im Arsch der Amerikaner“ zu stecken an „die Kritik der Pegida-Demonstranten an der angeblich gleichgeschalteten Mainstream-Presse“ erinnert. Uthoff verteidigte sich, dass es „die Arbeit der Journalisten“ sei, „fein zu differenzieren“, sein Job als Kabarettist hingegen, „Missstände anzuprangern und sie satirisch zu überhöhen, manchmal bis zur Schmerzgrenze“. Der Vorwurf durch Journalisten an Die Anstalt sei deshalb nicht gerechtfertigt. Vielmehr fehle „die Differenzierung in der Ukraine-Krise […] etwa in der Süddeutschen Zeitung und der Zeit“. Man habe in der Anstalt „nie gesagt, dass Putin ein Engel wäre. Es geht darum, dass ein Bürgerkrieg angezettelt wird, […] an dem NATO und Amerikaner ganz bestimmte Interessen haben.“[6]

Josef Joffe, der Herausgeber der Wochenzeitung Die Zeit, führte einen Rechtsstreit gegen Uthoff, da dieser Joffe die Mitgliedschaft in Organisationen unterstellt hatte, die Lobbying betreiben würden, verlor aber zunächst vor dem Landgericht Hamburg. Das Oberlandesgericht Hamburg gab Joffe dann am 9. September 2015 recht und untersagte Uthoff die weitere Verbreitung oder Wiederholung der strittigen Aussagen.[8][9] Am 10. Januar 2017 verwarf der Bundesgerichtshof das Urteil des OLG Hamburg und folgte der Auffassung der ersten Instanz, dass die satirische Darstellung eines Sachverhalts auch Ungenauigkeiten enthalten dürfe.[10]

SoloprogrammeBearbeiten

  • 2007 bis 2011: Sie befinden sich hier!
  • 2011 bis 2014: Oben bleiben
  • 2014 bis 2018: Gegendarstellung
  • seit Oktober 2018: Moskauer Hunde

DiskografieBearbeiten

AuszeichnungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Max Uthoff – Sammlung von Bildern

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. ZDF findet „Anstalts“-Nachfolger für Priol und Pelzig, DWDL.de, abgerufen am 24. September 2013
  2. Max Uthoff erhält Deutschen Kabarettpreis 2019. 22. Dezember 2019, abgerufen am 13. März 2020.
  3. a b Partner. 6. Februar 2015.
  4. Ruth Schneeberger: Max Uthoff in Berlin - Mann ohne Angst? Abgerufen am 13. März 2020.
  5. Bayerischer Kabarettpreis geht an Max Uthoff. Nürnberger Nachrichten, 13. März 2020, abgerufen am 13. März 2020.
  6. a b Kabarettist Max Uthoff: „Meine Wut ist größer geworden“, Hessische/Niedersächsische Allgemeine, 16. Dezember 2014
  7. Katja Thorwarth: Ken-Jebsen-Stammtisch im ZDF, Frankfurter Rundschau vom 11. Dezember 2014
  8. LTO: Die Anstalt verliert vor OLG Hamburg gegen Die Zeit.
  9. Markus Kompa: OLG Hamburg versteht keinen Spaß: Satiriker müssen genau recherchieren.
  10. Bundesgerichtshof verwirft das Urteil des OLG Hamburg "Zeit"-Journalisten scheitern mit Klage gegen ZDF-Satire, Spiegel-Online vom 10. Januar 2017
  11. a b c d e Cooltouragentur >> Vita Max Uthoff <<.
  12. Stern des Jahres 2013 Kabarett: Max Uthoff, Abendzeitung, 26. Dezember 2013.
  13. Grimme-Institut Preisträger des 51. Grimme-Preises bekannt gegeben. Pressemeldung vom 4. März 2015
  14. kili: m3 marler medienpreis menschenrechte.
  15. Preisträger 2016, auf deutscher-fernsehpreis.de, abgerufen am 11. Februar 2019
  16. Kabarett News 11/2016: Kleinkunstpreis von Aschersleben für "Die Anstalt".
  17. Deutsche Umwelthilfe vergibt UmweltMedienpreis 2017.
  18. Cornichon 2019 geht an Max Uthoff. News 03/2019. In: kabarett-news.de. Abgerufen am 22. August 2019.
  19. Nürnberger Burgtheater Deutscher Kabarett-Preis Preisträger 2019, abgerufen am 14. September 2019
  20. Bayerischer Rundfunk: Preisverleihung: Bayerischer Kabarettpreis 2020: Die Preisträger. 13. März 2020 (br.de [abgerufen am 13. März 2020]).