Max Palu

fiktive Hauptfigur der Tatort-Folgen des Saarländischen Rundfunks zwischen 1988 und 2005 und wurde von Jochen Senf gespielt

Der saarländische Kriminalhauptkommissar Max Palu ist die fiktive Hauptfigur der Tatort-Folgen des Saarländischen Rundfunks zwischen 1988 und 2005 und wurde von Jochen Senf gespielt.

Tatort Logo.svg Max Palu
Sender SR
Aktiv 1988–2005
Ort Saarbrücken
Fälle 18
Vorgänger Horst Schäfermann (bis 1984)
Nachfolger Kappl und Deininger (ab 2006)
Max Palu (Saarland)
Max Palu

Ermittlungsort Saarbrücken (Saarland)

FigurenBearbeiten

Max PaluBearbeiten

Kriminalhauptkommissar Max Palu, gespielt von Jochen Senf, ist in vielen Filmen mit seinem markanten Rennrad unterwegs, hat aber trotzdem keine sportliche Figur und ist bekannt als Genießer von Rotwein und gutem Essen. Während der 18 Fälle hat Palu wechselnde berufliche Assistenten und private Lebensgefährtinnen.

Kriminalassistent KrausBearbeiten

Kriminalassistent Kraus, gespielt von Alexander Gittinger, war am Anfang für zwei Folgen Palus Assistent.

Klaus SchröderBearbeiten

Kriminalassistent Klaus Schröder, gespielt von Arno Jos Graf, war vom Anfang bis zum neunten Fall Allein in der Falle Palus Assistent und trat im nächsten Fall Strafstoß noch einmal als sein neuer Chef auf.

Gregor BlassBearbeiten

Gregor Blass, gespielt von Willi Fries, ist Palus Assistent in den beiden Filmen Strafstoß und Die Möwe.

Stefan DeiningerBearbeiten

Kriminaloberkommissar Stefan Deininger, gespielt von Gregor Weber, war zuerst 2001 im Film Du hast keine Chance zu sehen und blieb bis zu Palus Abgang für sieben Fälle sein Kollege. Im letzten gemeinsamen Fall Rache-Engel wurde er zu Palus designiertem Nachfolger, musste danach aber unter der Leitung seines neuen Kollegen Franz Kappl ermitteln.

Gerda BraunBearbeiten

Gerda Braun, gespielt von Alice Hoffmann, war ab 2001 in Zielscheibe Sekretärin bei der Polizei und arbeitet sehr treu und korrekt. Die Rolle wurde für Kappl und Deininger übernommen.

HintergrundBearbeiten

Der erste Fall von Max Palu erschien mehr als drei Jahre nach dem letzten Fall Geburtstagsgrüße seines Vorgängers Horst Schäfermann.

Schauspieler Jochen Senf schrieb für den achten und die beiden letzten Fälle auch am Drehbuch mit. Schon von Anfang an trug die Figur des Max Palu autobiografische Züge, zum Beispiel seine Vorlieben fürs Radfahren und gutes Essen. Laut Spiegel sagte er vor den Aufnahmen zu seinem ersten Tatort: „Ich spiele den Kommissar so, wie ich selbst bin.“[1]

Das erfolgreiche Team mit Gregor Weber und Alice Hoffmann wurde ab 2006 fortgeführt. Anstelle von Jochen Senf stieg Maximilian Brückner ein. Das Portal Kino.de vermutete, dass „Max Palu in Pension geschickt und mit Maximilian Brückner als Franz Kappl der jüngste ‚Tatort‘-Kommissar aller Zeiten installiert wurde“, um neuen „Schwung“ in den Saarbrücker Tatort zu bringen.[2]

FolgenBearbeiten

Palu war Hauptermittler in 18 Filmen und hatte im letzten Schimanski-Tatort Der Fall Schimanski 1991 einen Gastauftritt.

Fall Titel Erstausstrahlung Folge Drehbuch Regie Besonderheiten
1 Salü Palu 24. Jan. 1988 201 Felix Huby Hans-Christoph Blumenberg Gastauftritte von Thanner und der Sängerin Sandra, erster Fall mit Klaus Schröder und Kraus
2 Winterschach 13. Nov. 1988 212 Manfred Jacobs Hans-Christoph Blumenberg letzter Fall mit Kraus
3 Herzversagen 27. Dez. 1989 226 Hans-Georg Thiemt, Hans Dieter Schreeb Michael Mackenroth
4 Blue Lady 9. Dez. 1990 237 Charlie Bick, Erhard Schmied Hans-Christoph Blumenberg
5 Camerone 16. Feb. 1992 254 Hans-Christoph Blumenberg Hans-Christoph Blumenberg Gastauftritt des US-Schauspielers Robert Vaughn
6 Kesseltreiben 16. Feb. 1992 272 Richard Binder Peter Schulze-Rohr
7 Eine todsichere Falle 15. Okt. 1995 320 Alain Page Hans-Christoph Blumenberg
8 Der Entscheider 24. Nov. 1996 347 Jochen Senf, Michael Syefried Martin Buchhorn
9 Allein in der Falle 27. Dez. 1998 402 Alex Martin, Marion Reichert Hans Noever
10 Strafstoß 5. Sep. 1999 421 Peter Zingler, Erhard Schmied Klaus Peter Weber letzter Fall mit Klaus Schröder (diesmal als Chef), erster Fall mit Assistent Gregor Blass
11 Die Möwe 13. Aug. 2000 450 Erhard Schmied Hans Noever letzter Fall mit Gregor Blass
12 Du hast keine Chance 2. Sep. 2001 478 Felix Huby Hartmut Griesmayr erster Fall mit Assistent Deininger, Gastauftritt Bienzle
13 Zielscheibe 14. Okt. 2001 481 Peter Zingler Robert Sigl erster Fall mit Sekretärin Gerda Braun
14 Alibi für Amelie 24. Nov. 2002 516 Felix Huby Hans-Christoph Blumenberg Gastauftritt von Fernsehkoch Vincent Klink
15 Reise ins Nichts 29. Dez. 2002 520 Peter Zingler, Hartmut Griesmayr, Ute Geber Hartmut Griesmayr
16 Veras Waffen 28. Dez. 2003 553 Hans-Christoph Blumenberg Hans-Christoph Blumenberg
17 Teufel im Leib 14. Nov. 2004 579 Jochen Senf, Hans-Christoph Blumenberg Hans-Christoph Blumenberg Kurzauftritt des damaligen saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller
18 Rache-Engel 13. Nov. 2005 614 Jochen Senf, Andreas Föhr, Thomas Letocha Robert Sigl Übergabe seines Postens an Assistent Deininger

RezeptionBearbeiten

Palu war mit 18 Folgen fest etabliert und galt als „sehr beliebt“[3].

Die Meldung des Saarländischen Rundfunks über Jochen Senfs Tod auf Twitter und im Teletext nahm primär Bezug auf seine Rolle als Max Palu:

„Rotwein, Baguette und Fahrrad: 17 Jahre lang verkörperte Jochen Senf den ‚schrulligen‘ Tatort-Kommissar Max Palu. Au revoir!“

Saarländischer Rundfunk: Twitter[4]

Auch Spiegel Online verband Jochen Senf anlässlich seines Todes zuerst mit dem Tatort und würdigte die lange Kontinuität der Figur. Die Ermittlungen im Saarland werden als etwas provinziell und Palu als gemütlich, aber kultiviert und sympathisch beschrieben:

„Er kochte gern, trank gern Rotwein und nahm sein Rennrad mit ins Büro: Jochen Senf ging 17 Jahre lang als ‚Tatort‘-Kommissar Max Palu im Saarland auf Verbrecherjagd. 18 Folgen drehte er in dem kleinen Bundesland an der Grenze zu Frankreich. Damit hat Senf einen Platz in der Fernsehgeschichte bekommen.“

Caroline Bock: Spiegel Online[1]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b Caroline Bock: Adieu Palu! In: Spiegel Kultur. 18. März 2018, abgerufen am 25. November 2020.
  2. Filmkritik zu Tatort: Aus der Traum bei kino.de. Abgerufen am 10. April 2013.
  3. Wilfried Geldner, teleschau – der mediendienst GmbH: "Tatort: Alibi für Amelie" – Warum musste ein Forscher sterben? In: Prisma.de. 2020, abgerufen am 25. November 2020.
  4. https://twitter.com/SAARTEXT/status/975330774789521408