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Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie

Forschungseinrichtung der Max-Planck-Gesellschaft

Das Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie (MPI-MM) existiert seit 1992 in Bremen. In direkter Nähe zur Universität Bremen mit ihren Fachbereichen für Biologie und Geowissenschaften, an denen ebenfalls Meeresforschung betrieben wird, führt es Untersuchungen zum Stoffkreislauf der Elemente in den Meeren und den beteiligten Mikroorganismen durch.

Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie
Kategorie: Forschungseinrichtung
Träger: Max-Planck-Gesellschaft
Rechtsform des Trägers: eingetragener Verein
Sitz des Trägers: Berlin
Standort der Einrichtung: Bremen
Art der Forschung: Grundlagenforschung
Fächer: Naturwissenschaften
Fachgebiete: Mikrobiologie, Biogeochemie, Molekulare Ökologie
Grundfinanzierung: Bund (50 %), Länder (50 %)
Leitung: Nicole Dubilier (Geschäftsführender Direktor)
Mitarbeiter: ca. 250
Homepage: www.mpi-bremen.de

Zu den Mikroorganismen oder auch Mikroben gehören in erster Linie die Bakterien und einzellige Algen, aber auch urzeitlichere Einzeller der Domäne der Archaea. Bei der Forschung und der Koordination der Arbeit findet eine enge Kooperation mit einer Vielzahl weiterer Forschungseinrichtungen in Norddeutschland und mit Institutionen in der ganzen Welt statt. Im Land Bremen sind dies vorrangig die Universität Bremen, die Jacobs University Bremen oder das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven.

Seit 2019 ist Rudolf Amann geschäftsführender Direktor am Bremer Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie.

Organisation und StrukturBearbeiten

Das Institut ist in drei Abteilungen aufgegliedert: Biogeochemie, Symbiose und Molekulare Ökologie. In den Abteilungen gibt es Arbeitsgruppen, die ihre Untersuchungen auf spezielle Gebiete fokussieren:

  • Biogeochemie (Marcel Kuypers) –
    • AG Biogeochemie
    • AG Mikrosensoren
    • Forschungsgruppe Mikrobielle Physiologie
    • Forschungsgruppe Treibhausgase
  • Molekulare Ökologie (Rudolf Amann)
    • Molekulare Ökologie Kerngruppe
    • Gastgruppe Mikrobielle Genomik und Bioinformatik
    • Forschungsgruppe Durchflusszytometrie
  • Symbiose (Nicole Dubilier)
    • Symbiose Kerngruppe
    • Forschungsgruppe metabolische Interaktionen
  • HGF MPG Brückengruppe Tiefsee-Ökologie und -Technologie (Antje Boetius) in Kooperation mit dem Alfred-Wegener-Institut
  • Marum MPG Brückengruppe Marine Glykobiologie (Jan-Hendrik Hehemann) in Kooperation mit dem marum
  • Max-Planck-Forschungsgruppe Mikrobielle Metabolismen (Tristan Wagner)
  • Max-Planck-Forschungsgruppe Archaea-Virologie (Susanne Erdmann)
  • ICBM MPI Brückengruppe für Marine Geochemie (Thorsten Dittmar) in Kooperation mit der Universität Oldenburg
  • Max-Planck-Forschungsgruppe Marine Isotopengeochemie (Katharina Pahnke-May) in Kooperation mit der Universität Oldenburg

Während die Mikrobiologie ihr besonderes Augenmerk auf die Mikroorganismen, ihren Aufbau und Funktionen legt, untersucht die Biogeochemie primär die Stoffe, welche sie aufnehmen und abgeben und ermittelt ihre Stoffwechsel-Leistung über die Umsatzraten. Die Molekulare Ökologie ist die jüngste Abteilung und wurde 2002 ins Leben gerufen. Sie hat sich auf die Untersuchung der Mikroben über ihre DNA spezialisiert, da die meisten nicht kultivierbar sind. Das Vorhandensein ihrer DNA ist aber ein untrüglicher Beweis für ihr Vorkommen in den untersuchten Proben.

Im Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie wird aber nicht nur die Forschung betrieben, sondern auch die dafür notwendigen Gerätschaften bereitgestellt und selbst gebaut. Dafür gibt es eigene Werkstätten, die in Abstimmung mit den Wissenschaftlern und Ingenieuren neue Geräte entwickeln und herstellen. So wird ständig versucht für die Forschung die bestmöglichen Werkzeuge zu liefern.

LehreBearbeiten

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie sind an der Lehre an der Universität Bremen beteiligt, insbesondere mit den Fachbereichen Biologie/Chemie und Geowissenschaften. Die Direktoren Friedrich Widdel, Rudolf Amann, Nicole Dubilier, Marcel Kuypers und die Gruppenleiterin Antje Boetius sind gleichzeitig als Professoren an der Universität Bremen tätig. Darüber hinaus stellt das MPI Bremen einen Professor an der Jacobs University Bremen, Frank Oliver Glöckner. Ferner sind einige der Wissenschaftler als Privatdozenten tätig.

International Max Planck Research School (IMPRS)Bearbeiten

Mit der International Max Planck Research School of Marine Microbiology (marmic), die im Jahr 2002 gegründet wurde, betreibt das MPI-MM ein Graduiertenkolleg mit, das deutschen und internationalen Doktoranden eine strukturierte Promotion erlaubt.[1] Neben dem MPI sind weiterhin die Universität Bremen, die Jacobs University Bremen und das Alfred-Wegener-Institut an der IMPRS beteiligt. Sprecher der IMPRS ist Rudolf Amann, der auch Direktor am Institut ist.

AusgründungenBearbeiten

Im Jahr 2005 wurde die Firma Ribocon GmbH ausgegründet. Ziel der Firma ist der Transfer von Wissen und Technologien aus der Wissenschaft in die Wirtschaft. Das Portfolio umfasst derzeit Sequenz- und Genomanalyse, Phylogenetische Rekonstruktion und Sonden/Primer Design sowie Unterstützung bei Hard- und Softwareproblemen mit ARB und SILVA.

Im Jahr 2017 gründete ein Team von Meeresforschern aus dem Bremer Max-Planck-Institut die Forma HyperSurvey, die eine Technologie zur schnellen und kosteneffizienten Überwachung von Meereshabitaten, beispielsweise Korallenriffen, anbietet.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. What is MarMic?, Homepage der IMPRS, abgerufen am 15. Oktober 2019


Koordinaten: 53° 6′ 37″ N, 8° 50′ 51″ O