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Mauersberg ist ein Ortsteil der sächsischen Gemeinde Großrückerswalde im Erzgebirgskreis.

Mauersberg
Ortswappen Mauersberg
Koordinaten: 50° 36′ 32″ N, 13° 5′ 25″ O
Höhe: 549 m
Fläche: 5,9 km²
Einwohner: 656 (9. Mai 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 111 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Postleitzahl: 09518
Vorwahl: 03735
Mauersberg (Sachsen)
Mauersberg

Lage von Mauersberg in Sachsen

GeografieBearbeiten

LageBearbeiten

Mauersberg liegt etwa 6,5 Kilometer südwestlich von Marienberg im Erzgebirge. Die Ortslage erstreckt sich über etwa 1,5 Kilometer im Tal eines nach Norden der Preßnitz zufließenden Baches.

Durch den Ort führt die Staatsstraße 221 von Marienberg über Großrückerswalde. Sie endet südwestlich des Ortes an der Staatsstraße 218 Annaberg-BuchholzReitzenhain.

NachbarorteBearbeiten

Streckewalde Großrückerswalde
  Schindelbach
Mildenau Arnsfeld

GeschichteBearbeiten

 
Kirche Mauersberg
 
Mauersberg, Kreuzkapelle (2016)

Im Zusammenhang mit der Bucher Klosterfehde wird der Ort 1291 erstmals urkundlich als Ursberg[2] erwähnt. Zu diesem Zeitpunkt gehört er zum Besitz des Zisterzienserklosters. Um 1300 wurden die obererzgebirgischen Besitzungen des Klosters an die Grundherren von Waldenburg auf Wolkenstein verkauft.

Seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts besaß der Ort eine kleine Wehrgangkirche und wurde von den Franziskanern des Annaberger Klosters betreut. Mit der Reformation 1537 wurde Mauersberg Filialkirche der Parochie Großrückerswalde, bis es am 17. November 1721 eigenständiges Kirchspiel wurde – von 1932 bis 1938 war es wiederum Filialkirche von Großrückerswalde.

1544 wurde das Dorf von der Bergstadt Marienberg erworben. 1654 wurde eine Eisensteinzeche angelegt, das gewonnene Erz wurde zur Verhüttung an die Hammerwerke im Preßnitztal geliefert. Der Betrieb der Zeche wurde 1839 eingestellt. Eine Dorfschule wurde 1655 eingerichtet, sie wurde 1882 durch einen Neubau abgelöst.

1844 wurden durch den Freiberger Professor August Breithaupt die hier gefundenen Mineralien Bodenit und Muromonerit beschrieben. Mauersberg gehörte bis 1856 zum Amt Wolkenstein.[3]

Im Februar 1889 wurde die alte Wehrgangkirche abgerissen und durch einen neugotischen Bau des Architekten Theodor Quentin ersetzt, welcher am 17. Dezember 1890 geweiht wurde.[4]

Am 1. Juni 1892 wurde die Haltestelle „Boden bei Wolkenstein“ der Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt eröffnet, wodurch Mauersberg – wenn auch tief im Tal und etwa 1,6 Kilometer von der Ortsmitte entfernt – Zugang zum Eisenbahnnetz erhielt. Der Personenverkehr wurde am 1. Oktober 1984 endgültig eingestellt.[5]

Der Anschluss ans Elektrizitätsnetz erfolgte 1913, der Anschluss an die zentrale Trinkwasserversorgung dagegen erst 1970. Auf der sogenannten Richterhöhe wurde 1939 eine Flugwache der Wehrmacht errichtet.

Im Zuge der Bodenreform zählte Mauersberg 1949 44 landwirtschaftliche Betriebe mit 148 Beschäftigten.

1949 bis 1953 wurde die von Rudolf Mauersberger gestiftete Kreuzkapelle errichtet, welche der abgerissenen Wehrgangkirche nachempfunden ist. Die Weihe erfolgte am 15. Juli 1953.

1956 gründete sich die LPG „1. Mai“, welche sich 1974 mit der LPG „Vorwärts“ Mildenau vereinigte.[4]

Am 1. Januar 1994 wurde Mauersberg nach Großrückerswalde eingemeindet.[6]

Entwicklung der EinwohnerzahlBearbeiten

Jahr Einwohnerzahl[2][4]
1551 23 besessene Mann, 7 Häusler, 38 Inwohner
1764 34 besessene Mann, 31 Häusler, 14 Hufen
1834 723
1871 827
1890 959
Jahr Einwohnerzahl
1910 925
1925 996
1939 955
1946 945
1950 1023
Jahr Einwohnerzahl
1964 887
1971 904
1987 844
1990 799
1993 771
Jahr Einwohnerzahl
2009 660
2011 656

Kultur und SehenswürdigkeitenBearbeiten

Für die 1953 geweihte Kreuzkapelle Mauersberg komponierte Rudolf Mauersberger von 1954 bis 1956 die Gesänge für die Kreuzkapelle zu Mauersberg.[7]

PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kleinräumiges Gemeindeblatt für Großrückerswalde. (PDF; 0,23 MB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 28. Januar 2015.
  2. a b vgl. Mauersberg im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Historisches Ortsverzeichnis Sachsen
  4. a b c vgl. mauersberg.net, abgerufen am 21. Dezember 2010
  5. Eisenbahnstationen in Sachsen, abgerufen am 3. Januar 2013
  6. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1994 bis 31. Dezember 1994. (PDF; 64 kB) Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, S. 11, abgerufen am 3. Januar 2013.
  7. Matthias Herrmann: Kreuzkantor zu Dresden Rudolf Mauersberger. 1. Auflage. Mauersberger Museum, 2004, ISBN 3-00-015131-1.

LiteraturBearbeiten

  • Zwischen Wolkenstein, Marienberg und Jöhstadt (= Werte unserer Heimat. Band 41). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1985.
  • Mauersberg. In: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon von Sachsen. 6. Band. Schumann, Zwickau 1819, S. 189 f.
  • Die Parochie Mauersberg. in: Neue Sächsische Kirchengalerie, Ephorie Marienberg. Strauch Verlag, Leipzig, Sp. 491–504 (Digitalisat)
  • Matthias Degen: Die Kreuzkapelle in Mauersberg. Zweisamkeit von Leben und Tod. in: Erzgebirgische Heimatblätter 1/2012, S. 14–15
  • Erna Hedwig Hofmann: Die Kreuzkapelle in Mauersberg und ihr Stifter, Evangelische Verlagsanstalt Berlin, 4. Auflage 1979
  • Landratsamt Mittlerer Erzgebirgskreis, Hrsg.: Zur Geschichte der Städte und Gemeinden im Mittleren Erzgebirgskreis, Eine Zeittafel (Teile 1–3)
  • Richard Steche: Mauersberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 5. Heft: Amtshauptmannschaft Marienberg. C. C. Meinhold, Dresden 1885, S. 23.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Mauersberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien