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BiografieBearbeiten

Weischer wurde 1973 in Elte (Nordrhein-Westfalen) geboren. Im Jahr 1995 begann er ein Malerei-/Grafikstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (HGB), das er 2000 mit dem Diplom abschloss. Von 2000 bis 2003 war er Meisterschüler bei Sighard Gille. 2002 war er Mitgründer der Produzentengalerie Liga in Berlin, die von elf ehemaligen Studenten der HGB getragen wurde, unter anderen von Christoph Ruckhäberle, Tim Eitel, David Schnell und Tilo Baumgärtel. Für die Ausstellungen dieser heterogenen Künstlergruppe wurde von Presse und Kunstkritik bereits 2002 der Begriff „Neue Leipziger Schule“ geprägt. Die Produzentengalerie Liga löste sich nach zweijährigem Bestehen 2004 wieder auf. Sein Atelier befindet sich zurzeit in der Leipziger Baumwollspinnerei.

WerkBearbeiten

Weischers Bilder bewegen sich im Grenzbereich zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei. Seine bis 2007 entstandenen Gemälde zeigen meist bühnenartige, menschenleere Innenräume in ungewöhnlichen Perspektiven, die durch abstrakte Elemente verfremdet sind. Mobiliar, Alltagsobjekte und großflächige Dekore verweisen stilistisch und in ihrer vermeintlich verblichenen Farbigkeit auf die 1950er und 1960er Jahre. Die collagenartig kombinierten Elemente haben oft Zitatcharakter und gehen komplexe, mehrdeutige Beziehungen ein.

Werke von Matthias Weischer befinden sich unter anderem im Museum der bildenden Künste Leipzig, im Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main, im Gemeentemuseum Den Haag, im Museum of Contemporary Art, Los Angeles, in der Rubell Family Collection, Miami, und in der Collection Susan and Michael Hort, New York.

Seit seinem Aufenthalt in Rom im Jahr 2007 widmet sich Weischer verstärkt der direkten Naturbeobachtung im Medium der Zeichnung. Er arbeitet seither vorrangig auf und mit Papier, auch in verschiedenen Drucktechniken. Die konstruierten Interieurs werden zunehmend abgelöst von einer offenen Raumerfassung in kleineren Formaten mit helleren Farben, in denen natürliche und artifizielle Elemente, fiktiver und realer Raum ineinander übergehen. Jüngste Arbeiten umfassen auch skulpturale Arrangements.

Seit 2001 werden Werke von Matthias Weischer in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, unter anderem in London (2003), Miami (2004) und Cleveland, Chungnam, Prag und Venedig (2005), Den Haag, Málaga (2008) und Ponce/Puerto Rico (2011).

2001 erhielt er das Stipendium Junge Kunst von Rotary im Kunsthaus Essen, 2004 war er Preisträger der Rolex Mentor und Meisterschüler Initiative, 2005 wurde er mit dem Kunstpreis der Leipziger Volkszeitung sowie dem August-Macke-Preis der Stadt Meschede ausgezeichnet. 2007 war Weischer Stipendiat der Villa Massimo in Rom und 2012 Stipendiat der Civitella Ranieri Foundation.[1] 2017 erhielt er das Eduard-Arnhold-Stipendium für einen Aufenthalt in Positano, Italien.[2]

2010 gestaltete Weischer gemeinsam mit dem Theaterregisseur Armin Holz die Bühnenbilder für William Shakespeares Was ihr wollt (Theater Marl, Ruhrfestspiele Recklinghausen; Renaissance-Theater Berlin; Grand Théâtre de Luxembourg) und für August Strindbergs Fräulein Julie (Schloss Neuhardenberg).

Der 2018 erschienene Lyrikband Mönchsauge von Cees Nooteboom enthält Zeichnungen und Aquarelle von Weischer.[3]

Einzelausstellungen (Auswahl)Bearbeiten

Gruppenausstellungen (Auswahl)Bearbeiten

  • 2019: Away in the Hill, Grimm Gallery, New York[5]
  • 2017: Germany 8: Next Generation – Young German Art, White Box Art Center, Peking
  • 2017: Three Positions. Six Directions, König Galerie, Berlin
  • 2017: Künstlerräume II, Galerie Karsten Greve, Köln
  • 2016: Aufschlussreiche Räume – Interieur als Portrait, Museum Morsbroich, Leverkusen
  • 2016: "Maroc", ASPN Galerie, Leipzig
  • 2015: Made in Germany, Highpoint Printmaking Center, Minneapolis
  • 2015: Camera Obscura – Malerei von David Schnell, Matthias Weischer und Christoph Ruckhäberle, Neuer Pfaffenhofener Kunstverein, Pfaffenhofen
  • 2015: Offen auf AEG: Druckgrafische Arbeiten, Auf AEG, Nürnberg
  • 2015: All the worlds a stage – works from the Goetz Collection, Fundación Banco Santander, Madrid
  • 2014: This side of Paradise, S|2 Sotheby's, London
  • 2013: Donation Florence et Daniel Guerlain, Centre Pompidou, Paris
  • 2013: Ortsbestimmung – Zeitgenössische Kunst aus Sachsen, Kulturhistorisches Museum Görlitz
  • 2013: Schöne Landschaft – Bedrohte Natur: Alte Meister im Dialog mit zeitgenössischer Kunst, Kunsthalle Osnabrück
  • 2013: The inevitable figuration, Centro per l'arte contemporanea Luigi Pecci, Prato
  • 2013: Nightfall, Rudolfinum, Prag
  • 2012: Paintings/Pinturas. The Rubell Family Collection, Sala de Arte Santander, Madrid
  • 2012: Atelier + Küche – Labore der Sinne, Marta Herford, Herford
  • 2012: Sidetracks – Painting in the paramodern continuum, Stavanger Art Museum
  • 2011: ROM sehen und sterben. Perspektiven auf die Ewige Stadt. Um 1500–2011, Kunsthalle Erfurt
  • 2011: LUBOK. Künstlerbücher aus Leipzig, Städtisches Kunstmuseum Spendhaus Reutlingen
  • 2010: ’Die Bilder tun was mit mir …’. Einblicke in die Sammlung Frieder Burda, Museum Frieder Burda, Baden-Baden
  • 2010: Parallelen: Junge zeitgenössische Kunst aus Norwegen und Leipzig, Kistefos Museum, Jevnaker, Norwegen
  • 2009: Lubok. Originalgrafische Bilderbücher, Museum der bildenden Künste Leipzig
  • 2008: Interieur/Exterieur. Wohnen in der Kunst, Kunstmuseum Wolfsburg
  • 2008: Neue Leipziger Schule, Cobra Museum, Amstelveen, Niederlande
  • 2008: The Leipzig Phenomenon, Műcsarnok Kunsthalle, Budapest
  • 2008: Germania contemporanea. Dipingere è narrare, MART – Museo di arte moderna e contemporanea di Trento e Rovereto
  • 2007: Weischer meets Beckmann, Kunsthalle Mannheim
  • 2007: Rockers Island. Werke aus der Sammlung Olbricht, Museum Folkwang, Essen
  • 2006: Imagination Becomes Reality. Part V: Fantasy and Fiction, Sammlung Goetz, München
  • 2006: Artists from Leipzig, Arario Beijing
  • 2006: Netherlands v. Germany – Painting/Malerei, GEM Museum voor actuele kunst, Den Haag
  • 2006: Deutsche Wandstücke. Sette scene di nuova pittura germanica, Museion Bozen
  • 2005: The Triumph of Painting. Part 3, The Saatchi Gallery, London
  • 2005: 51. Biennale di Venezia, Italienischer Pavillon, Venedig
  • 2005: Cold Hearts. Artists from Leipzig, Arario Gallery, Cheonan, Korea
  • 2005: David, Matthes und ich, Kunstverein Nürnberg; Kunstverein Bielefeld
  • 2004: Life After Death. New Leipzig Paintings from the Rubell Family Collection, Rubell Family Collection, Miami; MASS MoCA, North Adams; SITE Santa Fe, New Mexico; Katzen Arts Center Museum, Washington D.C.; Frye Art Museum, Seattle; Salt Lake Art Center, Salt Lake City; Kemper Museum of Contemporary Art, Kansas City (bis 2008)
  • 2004: Northern Light, Rubell Family Collection, Miami
  • 2004: Direkte Malerei, Kunsthalle Mannheim
  • 2003: sieben mal malerei, Neuer Leipziger Kunstverein im Museum der bildenden Künste Leipzig
  • 2002: 6 aus 11, LIGA, Berlin
  • 2001: Szenenwechsel XX, Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main
  • 2000: LIGA, Steibs Hof, Leipzig

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Michael Hametner: Auf der Bühne. 15 Gespräche – ein Porträt des Malers Matthias Weischer. Mitteldeutscher Verlag 2016, ISBN 978-3-95462-643-4.
  • Matthias Weischer. Obra nueva/New work, Museo de Arte de Ponce, Puerto Rico 2011, ISBN 978-0-9830208-6-8 (spanisch/englisch).
  • Kunstwerkstatt Matthias Weischer. Prestel, München 2011, ISBN 978-3-7913-4449-2.
  • Matthias Weischer. LAPO. Zeichnungen bis 2005. Lubok, Leipzig 2010, ISBN 978-3-941601-32-1.
  • Matthias Weischer. Room with a view, Ausstellungs-Katalog Kunsthalle Mainz; Sparkasse Essen. Verlag für Moderne Kunst, Nürnberg 2009, ISBN 978-3-941185-36-4 (deutsch/englisch).
  • Matthias Weischer. In the Space Between. Ausstellungs-Katalog CAC Málaga 2008, ISBN 978-84-96159-69-3 (spanisch).
  • Matthias Weischer. Der Garten. Arbeiten auf Papier/The Garden. Works on Paper. Ausstellungs-Katalog Neuer Berliner Kunstverein; Kloster Bentlage, Rheine. Hatje Cantz, Ostfildern 2007, ISBN 978-3-7757-2042-7 (deutsch/englisch).
  • Matthias Weischer. Malerei/Painting. Ausstellungs-Katalog Museum zu Allerheiligen Schaffhausen; Kunsthalle Mannheim; Gemeentemuseum Den Haag. Hatje Cantz, Ostfildern 2007, ISBN 978-3-7757-1904-9 (deutsch/englisch).
  • The triumph of painting. Matthias Weischer, Eberhard Havekost, Dexter Dalwood, Dana Schutz, Michael Raedecker, Inka Essenhigh. London 2005, ISBN 978-3-86560-015-8 (englisch).
  • Matthias Weischer. Ausstellungs-Katalog Museum der bildenden Künste Leipzig; Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen. Seemann Henschel, Leipzig 2005, ISBN 978-3-86502-136-6.
  • David, Matthes und ich. Schnell, Weischer, Baumgärtel. Ausstellungs-Katalog Kunstverein Nürnberg; Bielefelder Kunstverein. Verlag für Moderne Kunst, Nürnberg 2005, ISBN 978-3-936711-50-9 (deutsch/englisch).
  • Matthias Weischer. Simultan. Ausstellungs-Katalog Künstlerhaus Bremen. Hatje Cantz, Ostfildern 2004, ISBN 978-3-7757-1495-2 (deutsch/englisch).
  • Matthias Weischer. Räumen. Malerei und Zeichnung 1997–2002. Ausstellungs-Katalog Kunsthaus Essen 2002, ISBN 978-3-931201-16-6.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Civitella Ranieri Foundation
  2. Eduard-Arnhold-Stipendium
  3. Cees Nooteboom: Mönchsauge mit Bildern von Matthias Weischer, Bibliothek Suhrkamp, 2018, ISBN 978-3-518-22505-9
  4. König Galerie MATTHIAS WEISCHER, 27. April – 26. Mai 2019, St. Agnes, Nave, Berlin
  5. Grimm Gallery Away in the Hill, 27. Juni – 2. August 2019, Grimm Gallery, 202 Bowery, New York