Mathilde von Andechs

Tochter des Markgrafen Berthold III. von Istrien

Mathilde von Andechs war eine Tochter des Markgrafen Berthold III. von Istrien, Graf von Andechs. Durch Heirat war sie Gräfin von Görz.

LebenBearbeiten

Die Eltern von Mathilde von Andechs waren Berthold III. (* ca. 1137; † 1188) und Hedwig N. N. († 16. Juli 1176), deren Abstammung aus Quellen nicht gesichert ist. Mathilde hatte sechs Geschwister bzw. Halbgeschwister.

Mathilde heiratete den Grafen Engelbert III. von Görz[1] und wird zusammen mit ihm zwischen 1183/1189 erstmals urkundlich erwähnt. Sie hatten einen Sohn, Meinhard III. von Görz (I. von Tirol) und eine Tochter unbekannten Namens.[2]

Sie starb an einem 17. Januar unbekannten Jahres,[3] frühestens nach 1193/1206. Es könnte sich auch bei der 1222 erwähnten Witwe von Graf Engelbert III. von Görz noch um Mathilde handeln.

Mathildes gleichnamige Tante väterlicherseits war die seliggesprochene (Mathilde) Mechtild von Dießen (Andechs), Äbtissin des Augustinerchorfrauenstifts Edelstetten.

Biografische IrrtümerBearbeiten

Die unzutreffende Titulierung Mathildes als Markgräfin von Hohenburg in der ältesten handschriftlichen Genealogie der Grafen von Dießen/Andechs und die versehentliche Zuordnung des Sterbejahres 1245 ihres Halbbruders Graf Poppo (II.) von Andechs (Elekt/Bischof von Bamberg) auch zu Mathilde führten zu einer Reihe von biografischen Irrtümern. Neben dem eindeutig belegten Grafen Engelbert III. von Görz wurden der Mathilde von Andechs bis in die neuere Literatur vier andere Ehegatten zugeordnet. Unsicherheiten ergaben sich auch aus der Vermutung von Ludmil Hauptmann, Engelbert III. von Görz sei die Herrschaftsausweitung nach Istrien durch eine Ehe mit der Tochter Mathilde des Grafen Meinhard von Schwarzenburg (Istrien) gelungen. Es fehlen sichere Belege für diese (evtl. zweite) Ehe.

Literatur und QuellenBearbeiten

  • Franz Ludwig Baumann: Monumenta Germaniae Historica, Necr. Germ. 1, Berlin 1888 (ND München1983), Necr. Diessense, S. 9, 19, 22, 31.
  • Pietro Kandler: Codice Diplomatico Istriano, Band 1, Triest 1862–1865 (ND Triest 1986), Urkundenabschriften Nr. 167/168, Rovigno, (nach August) 1183(–1189), Datum erschlossen.
  • August von Jacksch: Monumenta historica ducatus Carinthiae, Band I: Die Gurker Geschichtsquellen 864–1232, Klagenfurt (1896), Nr. 412, S. 301f, Straßburg (Kärnten), 1206.
  • Bayerische Staatsbibliothek München, Handschrift Clm 5515, fol. 128r (ältere Fassung der Andechser Genealogie um 1218/1237 sowie spätere Fassung ca. 14. Jh.). Handschrift Clm 1018 fol. 1v (Dießener Nekrolog, ca. 1204–1210/1212 gefertigt; zum Sterbedatum 17. Januar für Mathilde ist erst im 17./18. Jh. in arabischer Schrift das Jahr 1245 zugefügt).
  • Edmund Oefele: Geschichte der Grafen von Andechs. Innsbruck 1877 (mit Regesten und Stammtafel).
  • Ludmil Hauptmann: Krain. In: Erläuterungen zum Historischen Atlas der österreichischen Alpenländer, Wien 1929, S. 309–484, siehe S. 398f. und S. 401.
  • Philipp Jedelhauser: Die Abstammung von Bischof Bruno von Brixen, Graf von Kirchberg (Iller) mit Exkurs zu Gräfin Mathilde von Andechs, Ehefrau von Graf Engelbert III. von Görz sowie Stammtafel der Grafen von Görz, In: Adler, Zeitschrift für Genealogie und Heraldik, 28. Band, Heft 6–7, April/September 2016, Wien, S. 277–341, siehe S. 285, S. 291–293, S. 305–318, S. 322 und 335, Quellen zur Gattin Hedwig von Berthold III. siehe Anm. 119 S. 304.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. durch eine in Rovigno (Istrien) zwischen August 1183/1189 gefertigte Urkunde eindeutig belegt, in der sie mit diesem als Zeugin erscheint und von Engelbert II. von Görz als Schwiegertochter bezeichnet wird.
  2. ohne Namen in einer Urkunde des Bischofs Walther von Gurk von 1206 erwähnt
  3. Nekrolog des Klosters Dießen