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Mathilde Hitzfeld

pfälzische Freischärlerin
Mathilde Hitzfeld

Mathilde Hitzfeld (* 1. September 1826 in Kirchheimbolanden; † 1905 in den USA) war eine pfälzische Freischärlerin in der Märzrevolution 1848/49.

LebenBearbeiten

Sie war die Tochter des Kantonsarztes Ludwig Hitzfeld, einem der aktivsten Verfechter der Demokratie in der damaligen Bayerischen Pfalz, vormals Rheinkreis.

Nach der erneuten linksrheinischen Besetzung durch die französische Revolutionsarmee unter Adam-Philippe de Custine 1794 wurde das linksrheinische Gebiet in ein Département Donnersberg (Département du Mont Tonnerre) umgewandelt und 1797 durch den Frieden von Campo Formio bzw. 1801 durch den Frieden von Lunéville juristisch fixiert. Der Wiener Kongress bescherte der Region ein Generalgouvernement Mittelrhein, von dem der bayerische König seinen Anteil, den sog. Rheinkreis, zugesprochen bekam. Dieser wandelte seinen Anteil 1837 in die sogenannte Bayerische Pfalz um. Er beließ zunächst die politischen Formen, wie z.B. Kantone, erhöhte aber den politischen Druck.

Als die Pfälzer im Zuge der französischen 48er-Revolution ebenfalls die „Pfälzische Republik“ ausriefen, gehörte Ludwig Hitzfeld zur „Volksvertretung für die Pfalz“.

Seine Tochter Mathilde Hitzfeld beteiligte sich am Barrikadenbau in Kirchheimbolanden − das dortige leere Schloss war als Hauptquartier ausgesucht worden − gegen die vom bayerischen König zu Hilfe gerufenen Preußen. Die 4. Division des 1. Preußischen Armeekorps unter der Leitung des späteren Kaisers Wilhelm I. machte kurzen exemplarischen Prozess. 17 Freischärler wurden erschossen, andere unter Hochverratsanklage gestellt, so auch Mathilde Hitzfeld. Dank eines Amnestiegesetzes vom Dezember 1849 kam sie wieder auf freien Fuß. Enttäuscht wanderte sie in die Vereinigten Staaten aus und heiratete dort den Freiheitskämpfer und Historienmaler Theodor Kaufmann (1814–1896) aus Uelzen. Heute sind in Rheinland-Pfalz neun Schulen nach ihr benannt.

LiteraturBearbeiten

  • Albert Zink: Freiheitskämpferin Mathilde Hitzfeld. Eine Frau auf den Barrikaden der Kirchheimbolander Freischärler von 1849. In: Pfälzische Heimatblätter. Nr. 5, Dezember 1957, S. 89–90.