Marvin Möller

deutscher Tennisspieler
Marvin Möller Tennisspieler
Nation: DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag: 18. Januar 1999
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Preisgeld: 44.120 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 0:1
Höchste Platzierung: 504 (30. Juli 2018)
Aktuelle Platzierung: 618
Doppel
Karrierebilanz: 0:1
Höchste Platzierung: 618 (14. Januar 2019)
Aktuelle Platzierung: 1277
Letzte Aktualisierung der Infobox:
14. Juni 2021
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA (siehe Weblinks)

Marvin Möller (* 18. Januar 1999 in Hamburg) ist ein deutscher Tennisspieler.

KarriereBearbeiten

Bis 2017: JuniorenkarriereBearbeiten

Möller zeigte früh Talent für Ballsportarten, besonders Fußball und Tennis, die an der Eliteschule für Sport in Hamburg gefördert wurden. Schließlich entschied er sich dafür, eine Karriere als Tennisprofi anzustreben und nahm zwischen 2014 und 2017 regelmäßig an Juniorenturnieren teil. In den Jahren 2014 und 2015 konnte er jeweils ein Einzelturnier gewinnen und erreichte bei zwei weiteren Turnieren das Finale. 2015 wurde er sowohl im Winter als auch im Sommer Europameister mit der Mannschaft bei den U16-Junioren,[1][2] im Einzel gewann er im Juli zudem die Bronzemedaille.[3] Im Oktober stand er mit der deutschen Mannschaft im Finale des Junior-Davis-Cups in Madrid, die sich dort nur knapp den siegreichen Kanadiern – vertreten durch Denis Shapovalov und Félix Auger-Aliassime – geschlagen geben musste und die Silbermedaille gewann.[4]

Möllers größter Erfolg bei den Junior-Grand-Slams gelang ihm im Jahr darauf gleich bei seinem ersten Turnier, als er sich bei den French Open 2016 zunächst erfolgreich fürs Hauptfeld qualifizierte und dann bis ins Viertelfinale kam. Dort stand ihm der ehemalige DTB-Spieler Nicola Kuhn gegenüber, mit dem er u. a. im Vorjahr gemeinsam das Finale des Junior-Davis-Cups bestritten hatte. Möller konnte den ersten Satz gewinnen, verlor gegen Kuhn aber letztendlich in drei Sätzen.[5][6] Bis zu dieser Niederlage hatte er davor 20 Matches und drei Juniorenturniere in Serie gewonnen.[7] Bei den U18-Junioren gewann er Ende Juli zunächst Bronze im Einzel und wurde Anfang August mit der deutschen Mannschaft zudem Vize-Europameister.[8][9] Bei den US Open erreichte Möller als bester Deutscher das Achtelfinale, wo er sich erst dem topgesetzten Stefanos Tsitsipas geschlagen geben musste.[10] Insgesamt gewann er im Jahr 2016 41 von 51 gespielten Einzelmatches auf der Juniortour und holte bei vier Einzel- sowie zwei Doppelturnieren den Titel.

Während seiner gesamten Juniorenkarriere konnte Möller sechs Turniere im Einzel sowie vier Turniere im Doppel gewinnen. Die späteren Top-100-Spieler Miomir Kecmanović, Corentin Moutet und Alexei Popyrin konnte er alle mindestens einmal besiegen. Die höchste Platzierung in der Juniorenweltrangliste belegte er mit Rang 9 am 9. Januar 2017.

2016–2018: Anfänge auf der ProfitourBearbeiten

Für das ATP-500-Turnier in Hamburg erhielt Möller von Turnierdirektor Michael Stich bereits als 17-Jähriger im Juli 2016 eine Wildcard fürs Einzel.[11][12] Damit konnte er sein allererstes Profimatch direkt auf der ATP World Tour bestreiten – auch wenn er dieses gegen den auf Rang 151 der Weltrangliste platzierten Slowenen Grega Žemlja noch recht deutlich mit 1:6, 2:6 verlor.[13] Ab Oktober spielte er regelmäßig auf der ITF Future Tour, wo er bis Jahresende dank mehrerer Wildcards direkt im Hauptfeld verschiedener Turniere starten konnte. Bereits bei seinem ersten Turnier konnte er in Oberhaching die ersten beiden Runden gewinnen und kam bis ins Viertelfinale. Zudem stand er bis Jahresende gemeinsam mit Tim Rühl bei zwei Turnieren im Doppel im Finale.

Anfang 2017 startete Möller erstmals bei zwei Turnieren der höherklassigeren ATP Challenger Tour in der Qualifikation, konnte sich dort jedoch nicht fürs Hauptfeld qualifizieren. Auf der Future-Tour erreichte er bis September hingegen einmal das Halbfinale sowie zweimal das Viertelfinale und konnte sich damit erstmals in die Top 1000 der Weltrangliste spielen. Sein erster Turniersieg bei einem Herrenturnier gelang ihm – als Nr. 904 der Welt – im Oktober beim ITF-Turnier in Bad Salzdetfurth. Ohne Satzverlust erreichte er dort das Finale und besiegte in drei umkämpften Sätzen den Top-400-Spieler Jewgeni Karlowski.[14] Insgesamt konnte er bei dem Turnier nacheinander vier Spieler schlagen, die alle deutlich besser platziert waren als er selbst. Beim ITF-Turnier in Hamburg eine Woche später unterlag er im Viertelfinale dem topgesetzten späteren Finalisten Daniel Altmaier in einer knapp dreistündigen Partie in drei engen Sätzen.[15] Mit seinem französischen Partner Dan Added, den er zuvor in der zweiten Einzelrunde geschlagen hatte, konnte er aber die Doppelkonkurrenz gewinnen und – an Nr. 3 gesetzt – die beiden topgesetzten Doppelpaare besiegen.[16] Mitte November stand Möller im tschechischen Říčany zum zweiten Mal innerhalb eines Monats im Einzelfinale eines ITF-Turniers.[17] Er verlor diesmal zwar gegen den Top-300-Spieler Marek Jaloviec, konnte sich dadurch aber bis auf Platz 619 der Weltrangliste verbessern. Insgesamt gewann er im Jahr 2017 22 von 34 gespielten Einzelmatches auf der ITF Future Tour. Bei den Deutschen Tennismeisterschaften im Dezember kam er als Wildcard-Starter bis ins Finale, dort musste er sich nach gewonnenem ersten Satz nur Daniel Masur geschlagen geben und wurde Deutscher Vizemeister.

2018 stand Möller in Koblenz und Heilbronn dann per Wildcard auch erstmals im Hauptfeld zweier Challenger-Turniere, verlor jedoch beide Erstrundenmatches noch deutlich in zwei Sätzen. Besser lief es für ihn erneut auf der ITF Future Tour, wo er bis Mitte 2018 bei zwei weiteren Turnieren das Finale[18][19] sowie ein weiteres Halbfinale erreichte. Beim Challenger-Turnier von Braunschweig und dem ATP-500-Turnier von Hamburg schied er im Juli zwar bereits in der Qualifikation aus, konnte sich bis Ende des Monats aber dennoch auf Platz 504 der Weltrangliste verbessern und erreichte damit eine neue Höchstplatzierung. Sein für längere Zeit letztes Turnier spielte er dann eine Woche später beim Challenger-Turnier von Liberec, bei dem er in der dritten Qualifikationsrunde ausschied und das Hauptfeld damit knapp verpasste.

Seit 2020: Rückkehr nach VerletzungBearbeiten

Aufgrund einer Sehnenverletzung am rechten Handgelenk musste Möller danach mehr als anderthalb Jahre pausieren und konnte erst im Januar 2020 wieder ins Turniergeschehen eingreifen.[20] Bis zur Saisonunterbrechung aufgrund der COVID-19-Pandemie Mitte März trat er bei drei Future-Turnieren an; im September und Oktober war er – weitestgehend per Wildcard – bei allen drei Hamburger Turnieren sowohl im Einzel als auch im Doppel am Start. Zwar konnte er neun seiner 15 gespielten Einzelmatches bei diesen sechs Turnieren gewinnen, musste bei fast allen Turnieren jedoch zunächst in der Qualifikation antreten und erreichte deshalb damit nur einmal im März die zweite Hauptrunde eines Future-Turniers. Im Doppel rückte er als Lucky Loser gemeinsam mit Milan Welte im September ins Hauptfeld des ATP-500-Turniers von Hamburg nach und konnte so in seiner Heimatstadt – vier Jahre nach seinem ersten Einzelmatch – auch sein erstes Doppelmatch auf der ATP Tour bestreiten. Gegen die Kroaten Ivan Dodig und Mate Pavić – beide bereits Grand-Slam-Sieger im Doppel – gewannen die zwei Deutschen den zweiten Satz, unterlagen dann aber im Match-Tie-Break. Beim ITF-Turnier von Hamburg vier Wochen später erreichte Möller mit Henri Squire im Doppel das Halbfinale. Sein bis dahin größter Erfolg bei einem Challenger-Turnier gelang ihm zwei Wochen später bei seinem letzten Turnier des Jahres, als er in Eckental nach zwei erfolgreichen Qualifikationsrunden bis ins Halbfinale kam. Bis zum Achtelfinale hatte er dabei – weit außerhalb der Top 1000 liegend – zwei Top-300-Spieler geschlagen und seine ersten Siege überhaupt im Hauptfeld eines Challenger-Turniers feiern können. Im Viertelfinale konnte er dann sogar den topgesetzten Kamil Majchrzak in zwei Sätzen besiegen, der zu diesem Zeitpunkt auf Platz 106 der Weltrangliste lag.[21] Erst gegen den Top-200-Spieler Ramkumar Ramanathan verlor er nach gewonnenem ersten Satz noch in drei Sätzen im Halbfinale.[22] In der Weltrangliste konnte er sich durch dieses erfolgreiche Turnier nach seiner Verletzungspause wieder bis auf Platz 598 nach vorne arbeiten.

Die Saison 2021 begann für Möller hingegen weniger zufriedenstellend. Bei acht gespielten Future-Turnieren erreichte er bis Ende April im Einzel nur einmal das Viertelfinale und fiel in der Weltrangliste deshalb wieder leicht zurück. Am erfolgreichsten war er beim Turnier von Meerbusch Mitte April, wo er gemeinsam mit Kai Lemstra im Doppel das Halbfinale erreichte.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Tennis Europe Winter Cups: Deutsche U16 Junioren feiern Titelgewinn. In: dtb-tennis.de. 24. Februar 2015, abgerufen am 17. April 2021.
  2. U16 Junioren holen sich den European Summer Cup. In: dtb-tennis.de. 6. August 2015, abgerufen am 17. April 2021.
  3. Marvin Möller erreicht Halbfinale bei den U16 Europameisterschaften in Moskau. In: hamburger-tennisverband.de. 22. Juli 2015, abgerufen am 24. Mai 2021.
  4. Umkämpftes Finale – Deutsche Junioren verpassen Titelcoup. In: tennisnet.com. 4. Oktober 2015, abgerufen am 27. März 2021.
  5. Tim Böseler: Archivperle: Marvin Möller mit 14 – „Ich will Profi werden“. In: tennismagazin.de. 31. Mai 2016, abgerufen am 22. Oktober 2016.
  6. DTB: Marvin Möller erstmals im Grand Slam Viertelfinale. In: dtb-tennis.de. 2. Juni 2016, abgerufen am 22. Oktober 2016.
  7. Nach 20 Siegen in Folge – Marvin Möller von Ex-Landsmann gestoppt. In: tennisnet.com. 3. Juni 2016, abgerufen am 21. März 2021.
  8. Marvin Möller belegt dritten Platz bei der U18 Europameisterschaft. In: dtb-tennis.de. 25. Juli 2016, abgerufen am 24. Mai 2021.
  9. Deutsche U18-Junioren sind Vize-Mannschaftseuropameister. In: dtb-tennis.de. 9. August 2016, abgerufen am 17. April 2021.
  10. Marvin Möller bester Deutscher bei den Junior US Open. In: dtb-tennis.de. 13. September 2016, abgerufen am 21. März 2021.
  11. Marvin Möller: Youngster auf Zverevs Spuren (Memento vom 14. Juli 2016 im Internet Archive)
  12. Marvin Möller geht gelassen ins Rothenbaum-Abenteuer. In: www.abendblatt.de. Abgerufen am 22. Oktober 2016.
  13. Marvin Möller schlägt sich bei ATP-Premiere wacker. In: tennisnet.com. 11. Juli 2016, abgerufen am 21. März 2021.
  14. Erster Future-Titel für Marvin Möller. In: tennisnet.com. 22. Oktober 2017, abgerufen am 21. März 2021.
  15. Krimis in der Tennishalle - SH-Doppel im Halbfinale. In: Tennisverband Schleswig-Holstein. 26. Oktober 2017, abgerufen am 30. März 2021.
  16. Tennis Future Hamburg: Daniel Masur besiegt Daniel Altmaier im Finale. In: hamburger-tennisverband.de. 28. Oktober 2017, abgerufen am 30. März 2021.
  17. Möller und Matviyenko erfolgreich auf der Profitour. In: hamburger-tennisverband.de. 21. November 2017, abgerufen am 30. März 2021.
  18. Marvin Möller erreicht Finale von Kaarst. In: dtb-tennis.de. 5. Februar 2018, abgerufen am 22. März 2021.
  19. Marvin Möller erreicht Finale beim Future Nord. In: hamburger-tennisverband.de. 23. Juni 2018, abgerufen am 22. März 2021.
  20. Marvin Möller: Austritt aus dem Kreis der "Next Generation". In: www.abendblatt.de. 4. Juni 2020, abgerufen am 21. März 2021.
  21. Sensation im House of Sports: Qualifikant Möller im Halbfinale. In: wochenblatt Eckental. 7. November 2020, abgerufen am 22. März 2021.
  22. Challengerturnier – Möller scheitert im Halbfinale. In: wochenblatt Eckental. 7. November 2020, abgerufen am 22. März 2021.