Hauptmenü öffnen

Martin Charteris, Baron Charteris of Amisfield

britischer Offizier und Privatsekretär von Queen Elisabeth II.

Martin Michael Charles Charteris, Baron Charteris of Amisfield PC GCB GCVO QSO OBE (* 7. September 1913 in London; † 23. Dezember 1999 in Wood Stanway, Gloucestershire) war ein britischer Oberstleutnant, der unter anderem zwischen 1972 und 1977 Privatsekretär von Königin Elisabeth II. war sowie 1978 als Life Peer aufgrund des Life Peerages Act 1958 Mitglied des House of Lords wurde.

LebenBearbeiten

Familie und OffizierBearbeiten

Charteris war der zweite Sohn von Hugo Francis Charteris, Lord Elcho, des ältesten Sohnes von Hugo Richard Charteris, 11. Earl of Wemyss, der jedoch 1916 während des Ersten Weltkrieges fiel, so dass sein ein Jahr älterer Bruder, David Charteris, 12. Earl of Wemyss und damit Nachfolger des Großvaters wurde. Seine Mutter Violet Catherine Manners war eine Tochter von Henry Manners, 8. Duke of Rutland.

Nach dem Besuch des Eton College absolvierte Charteris eine Ausbildung zum Offizier an der Royal Military Academy Sandhurst und trat nach Beendigung der Ausbildung 1933 als Leutnant in das King’s Royal Rifle Corps. In der Folgezeit diente er auf verschiedenen Posten in dieser Einheit und nahm während des Zweiten Weltkrieges an Kampfeinsätzen im Mittleren Osten teil. Zuletzt wurde er 1944 zum Oberstleutnant befördert.

1950 wurde Charteris, dem 1946 das Offizierskreuz des Order of the British Empire (OBE) verliehen wurde, Privatsekretär von Prinzessin Elisabeth. Nachdem diese nach dem Tode ihres Vaters König Georg VI. am 6. Februar 1952 dessen Nachfolgerin als britische Monarchin wurde, wurde er Assistierender Privatsekretär der Königin und bekleidete diese Funktion zwanzig Jahre lang bis 1972. Für seine Verdienste in dieser Position wurde er 1953 Mitglied des Royal Victorian Order (MVO), 1958 Companion des Order of the Bath (CB) sowie 1962 Knight Commander des Royal Victorian Order (KCVO), so dass er fortan den Namenszusatz „Sir“ führte. Daneben fungierte er seit 1956 auch als Stallmeister (Extra Equerry to the Queen).

Privatsekretär von Königin Elisabeth II. und Mitglied des House of LordsBearbeiten

1972 folgte Charteris, der zugleich Knight Commander des Order of the Bath (KCB) und Privy Councillor wurde, schließlich Michael Adeane als Privatsekretär von Queen Elisabeth II. und übte dieses Amt bis 1977 aus. Neben dieser Funktion bekleidete er von 1972 bis 1977 das Amt des Verwalters des Archivs der Monarchin (Keeper of the Queen’s Archives). Für seine Verdienste in diesen Funktionen wurde er 1976 als Knight Grand Cross des Royal Victorian Order (GCVO) sowie 1977 als Knight Grand Cross des Order of the Bath (GCB) ausgezeichnet. Nachfolger als Privatsekretär wurde 1977 sein bisheriger Stellvertreter (Deputy Private Secretary), Philip Moore.

Nach Beendigung seiner Tätigkeit als Privatsekretär und Verwalter des Archivs der Königin wurde Charteris durch ein Letters Patent vom 7. Februar 1978 als Life Peer mit dem Titel Baron Charteris of Amisfield, of Amisfield in East Lothian, Mitglied des House of Lords, dem er bis zu seinem Tod angehörte. Kurz darauf wurde Charteris, der 1978 Permanent Lord-in-Waiting wurde, ein Ehrendoktor des Zivilrechts (Honorary Doctor of Civil Law) der University of Oxford sowie der Queen’s Service Order (QSO) verliehen.

1978 wurde Baron Charteris Nachfolger von Harold Caccia, Baron Caccia als Provost des Eton College und behielt dieses Amt bis zu seiner Ablösung durch den bisherigen Botschafter in den USA Antony Acland 1991. Neben dieser Position übernahm er einige Funktionen als Vorstandsmitglied in der Privatwirtschaft, und zwar unter anderem von 1978 bis 1986 der Rio Tinto Zinc Corporation (RTZ), zwischen 1978 und 1985 von De La Rue, von 1978 bis 1996 des Londoner Fünf-Sterne-Hotel Claridge’s sowie zudem zwischen 1978 und 1997 des ebenfalls in London ansässigen Fünf-Sterne-Hotels The Connaught.

Baron Charteris, der auch Großoffizier der Ehrenlegion wurde, wurde 1981 ein weiterer Ehrendoktor der Rechtswissenschaften (Honorary Doctor of Laws) der Universität London verliehen sowie 1992 von Elisabeth II. zum Träger des Royal Victorian Chain berufen.

Am 16. Dezember 1944 heiratete er Mary Gay Hobart Margesson, die zweite Tochter von David Margesson, 1. Viscount Margesson. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor, darunter seine Tochter Francesca Mary Charteris, die in erster Ehe mit Malcolm Pearson, Baron Pearson of Rannoch verheiratet war.

WeblinksBearbeiten