Marou Amadou

nigrischer Jurist und Politiker
Marou Amadou (2019)

Marou Amadou (* 1. Januar 1972 in Falmey) ist ein nigrischer Jurist und Politiker. Er ist seit 2011 Justizminister und Regierungssprecher seines Landes.

LebenBearbeiten

Marou Amadou wurde im zur Gemeinde Falmey gehörenden Dorf Kotaki geboren. 1992 wurde er Präsident der Untersektion der Nigrischen Schülerunion am Lycée Sarraounia Mangou in Dosso. Von 1996 bis 1999 war er als Generalsekretär der Schülerunion tätig. Amadou studierte Rechtswissenschaften, wurde 2000 Lizenziat in Wirtschaftsrecht an der Université d’Abomey Calavi in Benin und 2001 Master in Privatrecht an der Abdou-Moumouni-Universität in Niamey. Er engagierte sich in zahlreichen Organisationen der Zivilgesellschaft. 2000 gründete er den Comité de réflexion et d’orientation indépendant pour la sauvegarde des acquis démocratiques (CROISADE), dem er als Präsident vorstand. Danach wurde er Generalsekretär des Collectif des organisations de défense des droits de l’Homme et de la démocratie (CODDHD), als dessen stellvertretender Koordinator er ab 2008 tätig war. Ab 2001 arbeitete Amadou als Sekretär für Menschenrechte und grundlegende Freiheiten in der Coordination démocratique de la société civile nigérienne (CDSCN). 2005 gründete er die Coalition equité/qualité contre la vie chère, bei der er als Verwaltungssekretär tätig war. 2006 wurde er stellvertretender Koordinator des Comité d’appui aux services d’assiette et de recouvrement des taxes et impôts fonciers (CASARIF), Präsident der nigrischen Landessektion von Publish What You Pay sowie der für Ausbildung und Kommunikation zuständige Sekretär des Réseau des organisations pour la transparence et l’analyse budgétaire (ROTAB). Amadou wurde erstmals 2002 und erneut 2005 verhaftet und vorübergehend inhaftiert.[1]

Audiodatei: Marou Amadou, Sprecher der nigrischen Regierung, über das Entkommen mehrerer „Terroristen“ aus dem Gefängnis von Niamey. VOA News, 3. Juni 2013 (französisch).

Der nigrische Staatspräsident Mamadou Tandja, der 1999 und 2004 gewählt worden war, strebte 2008/2009 nach einer in der Verfassung nicht vorgesehenen dritten Amtszeit und schaltete zu diesem Zweck die Nationalversammlung und den Verfassungsgerichtshof aus.[2] Marou Amadou engagierte sich im Widerstand der Zivilgesellschaft gegen Tandja: als Gründer und Präsident des Front uni pour la sauvegarde des acquis démocratique (FUSAD), Sprecher des Front pour la défense de la démocratie (FDD) und Leitungsmitglied der Coordination des forces pour la démocratie et la république (CFDR).[1] Im August 2009 wurde er wegen Angriffs gegen die Staatssicherheit verhaftet, ins Hochsicherheitsgefängnis Koutoukalé in Karma gebracht[3] und nach über einem Monat auf Kaution entlassen.[4] Nach dem Sturz Tandjas durch hohe Militärs am 18. Februar 2010 wurde Marou Amadou am 7. April 2010 Präsident des Nationalen Konsultativrats, des Übergangsparlaments. Dieses Amt hatte er bis 7. April 2011 inne. Sein Nachfolger als Parlamentspräsident wurde der frühere Premierminister Hama Amadou.[5] Seit 21. April 2011 hat Marou Amadou in der Regierung von Premierminister Brigi Rafini das Amt des Justizministers und Regierungssprechers inne.

EhrungenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Marou Amadou – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Biographie auf der Website des nigrischen Justizministeriums (französisch).

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Biographie. Website des nigrischen Justizministeriums, abgerufen am 24. September 2012.
  2. General Tandja braucht noch etwas Zeit. Website der FAZ, veröffentlicht am 4. August 2009, abgerufen am 24. September 2012.
  3. Niger: Detention of human rights defender Mr Marou Amadou. Website von Front Line Defenders, veröffentlicht am 17. August 2009, abgerufen am 24. September 2012.
  4. Niger – UPDATE – Human rights defender, Mr Marou Amadou, released on bail. Website von Front Line Defenders, veröffentlicht am 16. September 2009, abgerufen am 24. September 2012.
  5. Historique (Memento vom 15. Mai 2013 im Internet Archive). Website der Assemblée Nationale, veröffentlicht am 17. Oktober 2011, abgerufen am 24. September 2012.